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Serie

Ortsbesuch in Wellucken: Ein Eldorado für Pferdefreunde

In Wellucken, zwischen Ebersbach und Marloffstein, widmet die Psychotherapeutin Dagmar Steinberger ihre Freizeit Kräutern und Pflanzen.
Auf den Koppeln fühlen sich die Pferde wohl. Foto: Josef Hofbauer
 
von JOSEF HOFBAUER
Zwischen Ebersbach (Kreis Forchheim) und Marloffstein (Kreis Erlangen-Höchstadt) liegt abseits der Straße die Einöde Wellucken mit nur vier Wohnhäusern und einigen Nebengebäuden. Die Siedlung gehört zur Gemarkung Ebersbach und damit seit 1960 zur Marktgemeinde Neunkirchen am Brand. Der Ortsname wird zurückgeführt auf eine Waldlücke (Wellucken), in der die Siedlung entstanden ist.

Die Einöde wurde 1318 erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Damals verkaufte Gottfried von Hohenlohe-Brauneck den damals einzigen Hof an das Kloster Neunkirchen. 1477 wird Wellucken zur näheren Bestimmung der Lage von Hetzles genannt. In einer Urkunde des Fürstbischofs Philipp von Henneberg steht: "Hetzles bei Neunkirchen an der Wellucken."

Seit 1814 besteht die Siedlung aus zwei Bauernhäusern mit Scheunen und Ställen und einem Tagelöhnerhäuschen. Damals lebten 20 Personen in dem Weiler. Heute sind es nicht einmal mehr zehn. Einer der beiden Höfe, erbaut 1875, gehört Josef Alt, der seinen Bauernhof zu einem Reiterhof umfunktioniert hat. Zum Stall gehören 25 Boxen, zwei große Pferdekoppeln für die Herden, mehrere Weideflächen und ein Außenreitplatz. Die Pferde verbringen die meiste Zeit auf den Weiden. Im zweiten Gebäude, einem Holzhaus, das an Stelle des alten Wohnhauses errichtet wurde, lebt die Psychotherapeutin Dagmar Steinberger mit ihrem Lebensgefährten.

Ihre große Leidenschaft sind Pflanzen und Kräuter. Hier findet man einen Basilikum-Baum ebenso wie den "roten Meier", eine Spinatpflanze. Den Ligurischen Beifuß baut die Kräuterexpertin ebenso an wie sibirischen Hauspaprika, die Indianernessel oder den Beinwell, der für ausgezeichnete Wundheilung sorgt. Aber auch giftige Pflanzen wie der Eisenhut dürfen hier wachsen.

Einmal wäre Wellucken beinahe berühmt geworden. Anfang 1930 glaubten Handwerker, die einen Brunnen ausbessern sollten, eine Tropfsteinhöhle entdeckt zu haben. In einer Tiefe von etwa zehn Metern fand sich ein vom Brunnenschacht ausgehender Hohlraum. Doch bei den folgenden Untersuchungen durch Experten wurden keine Tropfsteine gefunden. Die Hoffnung, eine Touristenattraktion zu werden, war damit zunichte gemacht.
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