Obertrubach
Glauben

Obertrubach trotzt bei Ewiger Anbetung dem Regen

Gut hat es das Wetter mit der Lichterprozession in Obertrubach nicht gemeint, aber zumindest blieben die Besucher von den angekündigten Stürmen verschont.
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Ewige Anbetung in Obertrubach Foto: Franz Galster
Ewige Anbetung in Obertrubach Foto: Franz Galster
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Als die Teilnehmer das Gotteshaus verließen, setzte unangenehmer Regen ein, nach der Rückkunft in die Kirche hörte er wieder auf. Dabei hatten die Obertrubacher mit ihren Helfern wieder sorgfältig alle Vorbereitungen getroffen, um den Jahrhunderte alten Brauch gebührend und würdig zu begehen.

Das Medieninteresse war unübersehbar. Diverse Fernsehanstalten berichteten im Vorfeld und auch am Tag selbst. Zur letzten Betstunde zogen die Ehrengäste, begleitet von den Vereinsfahnen der Gemeinde, vom Rathaus durch das Dorf in die Pfarrkirche St. Laurentius. Pfarrer Werner Wolf begrüßte viele Ehrengäste aus dem Klerus, gute Freunde wie Domkapitular Josef Zerndl oder Monsignore Andreas Straub sowie die Alumnen des Priesterseminars Würzburg, wo auch die künftigen Priester der Erzdiözese Bamberg ausgebildet werden. Dazu gesellte sich ein Gastpriester aus Nigeria. Man war also international.


Ökumenisch zusammen

Von politischer Seite nahmen MdB Silke Launert (CSU) ebenso teil wie die MdL Michael Hofmann (CSU) und Thorsten Glauber (FW). Besonders freute sich Pfarrer Wolf, dass neben Landrat Hermann Ulm (CSU) wieder alle Bürgermeister der Umgebung teilnahmen. Es kam seinem immer wieder geäußerten und geförderten Wunsche entgegen, ökumenisch zusammenzuleben.

"Der Mensch ist von der Liebe Gottes getragen. Glaube heißt, sich von dieser Liebe erfassen zu lassen", war eine Botschaft von Wolf in der gefüllten Kirche.

An den Hängen brannten bereits viele Wachslichter, die fleißige Hände von Obertrubach unter der Anleitung von Hans Bauer zu tausenden aus Kerzenresten und Hobelspänen zwischen den Feiertagen gegossen hatten.


Jahrelang verwöhnt

Jahrelang hatte das Wetter die Obertrubacher mit einer schönen Schneedecke verwöhnt. Die Nachrichten hatten nun schon gewarnt vor den Wetterkapriolen. Das Schlimmste war vorbei, aber nach wie vor blies kräftig der Wind. So manches Licht auf den Wiesen mussten die Helfer mehrmals anzünden. So wie Lukas und Julia Haberberger.

Sie kommen jedes Jahr aus Kerbeldorf bei Pegnitz (Kreis Bayreuth), um mitzuhelfen. Aber sie gaben nicht auf und hatten letztlich Erfolg.


Kein Massenansturm

Es war nicht der Massenansturm des letzten Jahres, aber auch bei diesen Umständen hatten erstaunlich viele Menschen aus nah und fern den Weg hierher gefunden. Sie bestaunten die friedlichen, in tausende Lichter getauchten Hänge, darin eingebettet malerisch Obertrubach. Zusätzlich schmückten christliche Symbole wie Kreuz und Kelch die Berge und Häuser. Die Dunkelheit hatte sich über das Land gesenkt und die Autos waren von den Ortsstraßen verbannt, als sich die Kirchentür öffnete und die Gläubigen sich zur Lichterprozession durch den Ort formierten. Pfarrer Werner Wolf trug das Allerheiligste.

"Ich wünschte, wir hätten nur ein Prozent dieser Besucher", flüsterte staunend eine Besucherin, als die Menschenmenge nicht enden wollte. Der Ort erstrahlte im Licht, die Anwohner hatten keine Mühen gescheut, brachten sich ein. Pfarrer Wolf freute sich nachher auch über die vielen Kerzen und Lichter, die die Prozession begleiteten und ihrem Namen alle Ehre machten. Mit dem feierlichen Te Deum im Gotteshaus endete der erste große Höhepunkt der Gemeinde Obertrubach in diesem Jahr.

Dazu kam nachher der Zug zum Rathaus mit der abschließenden Fahnenparade der Vereine. Abschließend lud die Gemeinde die Ehrengäste und die ehrenamtlichen Helfer zum gemütlichen Beisammensein und Gedankenaustausch.
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