Forchheim
Manegenzauber

Menschen,Tiere, Sensationen in Forchheim

Noch bis 23. Juli präsentiert der Circus Carl Althoff sein Programm auf dem Festplatz an der Äußeren Nürnberger Straße im Forchheimer Süden.
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Dompteur Stefan Frank beeindruckt mit seiner Kamel-Show.   Fotos: Hitschfel
Dompteur Stefan Frank beeindruckt mit seiner Kamel-Show. Fotos: Hitschfel
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Den Traditionsnamen Carl Althoff, der in der Zirkusszene kein unbeschriebenes Blatt ist, hat sich das junge Zirkusunternehmen mit Direktorin Joana Weisheit auf die Fahnen geschrieben. Sie leitet nicht nur das kleine Privatunternehmen mit 15 Mitarbeitern, gemeinsam mit ihrem Partner Marcel Frank und dessen Vater, sondern zeigt in der rund zweistündigen Show auch ihre Künste als biegsame Schlangen- und Meerjungfrau Arielle. Joana´s Partner Marcel ist ein begnadeter Artist - und er versteht sich auch auf die Tierdressur mit seiner lustigen Hunde-Rasselbande in der Manege. Bis zu 800 Personen passen in das Zelt mit 26 Metern Durchmesser, wenn das komplette Rund mit Bänken bestückt ist. In Forchheim sind nur zirka Dreiviertel der gesamten Sitzbänke aufgebaut.


Die Löwennummer ist der Brüller

Das Programm, das der Zirkus Althoff präsentiert, kann sich sehen lassen. Man merkt schnell, dass das Zirkusunternehmen nicht zu den Kleinen zählt, denn spätestens bei den Tierdressuren trennt sich in einem Zirkus die sprichwörtliche Spreu vom Weizen. Das Highlight ist die Dressurvorführung mit den fünf Löwen, die anmutig und mit dem einen oder anderen Brüller und Faucher manchmal etwas widerwillig den Anweisungen des italienischen Domteurs Francisco Hernandez folgen. Dabei lässt Hernandez aber beim Umgang keinen Zweifel daran, wer der Herr im Käfig ist und wird in Sprache und Gestik deutlich, wenn einer seiner fünf Löwen meint aus der Reihe tanzen zu können.
Der Löwendompteur hat seine Jungs im Griff und wenn sie brav ihre Kunststücke gemacht haben, dann bekommen sie auch ihre wohlverdienten Streicheleinheiten und kuscheln und schmusen mit Hernandez.
Bei einem der letzten Auftritte in Kulmbach sahen sich die Zirkusleute mit Demonstranten der Tierschutzorganisation Peta konfrontiert, hier in Forchheim blieb alles ruhig. Man merkt schnell, die Tiere gehören quasi zur Familie dazu und fühlen sich wohl. Allen Kritikern hält das Unternehmen entgegen, dass Tiere unter ständiger Beobachtung stehen. An jedem Gastspielort nimmt das jeweilige Veterinäramt strenge Kontrollen nach festen Gesetzes- und Tierschutzvorgaben vor. Da gibt es veterinäre Merkblätter und Checklisten der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT). Die amtliche Erlaubnis wird erst erteilt, wenn alle unangekündigten Zufallskontrollen des Tierarztes in Bezug auf Unterbringung, Pflege- und Allgemeinzustand aller Tiere sowie der Umgang mit den Tieren sich als fehlerlos herausstellen.
Neben der Löwen-Dressur wartet der Zirkus aber noch mit anderen Attraktionen auf. So sind beispielsweise die große Pferdedressur mit Stefan Frank, die Trapezkünstlerin Ellis Togni oder der Clown Giuseppe Zarlotti Bestandteile des diesjährigen Zirkusprogrammes. Zu den rund 40 Tieren gehören Pferde, Ziegen, Miniponys, Kamele, Lamas, Hunde und natürlich die fünf Löwen, die quasi ebenfalls zur Familie dazugehören. Den Zirkusbesuchern ein solches Tierprogramm zu präsentieren ist nicht ganz billig und kann sich auch nicht jeder Zirkus leisten, denn alleine das Futter der Löwen beläuft sich auf 25 Kilogramm Fleisch pro Tag. Fast wie ein Roter Faden zieht sich das Thema Disney durch das ganze Zirkusprogramm und so ist es auch nicht verwunderlich, dass immer wieder Szenen aus berühmten Disney-Klassikern, wie beispielsweise "Tarzan und Jane", mit eingebaut werden. Der Tarzan hat es einem jungen Teenager besonders angetan. "Schau mal der hat sogar einen glitzernden Schlüpfer an", stellt das Mädchen so laut fest, dass es sogar der Tarzan-Darsteller hört, sich kurz zum Mädchen umwendet und lächelt. Zirkus zieht seit eh und je die Menschen fast magisch an. Sie begeistern Jung und Alt und entführen die Besucher für ein paar Stunden aus der Tristesse des Alltags. Im Jahr 2013 gab es noch 360 Zirkusunternehmen in Deutschland, 90 Prozent davon waren Kleinzirkusunternehmen, doch das Zirkussterben greift um sich. Nur wenn der wirtschaftliche Erfolg passt, dann wird auch der Zirkus weiterleben. Wer also den Zirkus Carl Althoff unterstützen möchte, der kann dies mit seinem Besuch tun. Aufführungen sind Montag, Donnerstag und Freitag um 17 Uhr; am Samstag um 15 und 19 Uhr und am Sonntag, 23. Juli, um 15 Uhr. Danach baut das Unternehmen wieder seine Zelte ab. An zwei Tagen in der Woche gibt es verbilligte Eintrittspreise an den Familientagen.
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