Endspurt in Sachen Literaturfest in Waischenfeld zum 50. Jubiläum der Treffen der "Gruppe 47" in der Pulvermühle. Das Programm steht nun komplett und es verspricht zwei Tage lang hochkarätige Literatur im Schatten der Frankfurter Buchmesse.

Eröffnet wird das Jubiläumswochenende auf der Burg Waischenfeld um 11 Uhr. Daran anschließend geht es bereits in die Vollen mit Lesungen und einer Podiumsdiskussion der beiden Jungstars Nora Bossong und Simon Strauß. Letzterer hat bereits in einem Interview angekündigt, dass es schon eine "Nachfolgeorganisation" zur "Gruppe 47" gebe. Im Fraunhofer-Institut werden gleichzeitig Erinnerungen an die "Gruppe 47" und ihre letzte reguläre Tagung in der Pulvermühle aufgefrischt und am Nachmittag mit viel politischer Prominenz die Ausstellung eröffnet.

In der Pulvermühle, dem dritten Schwerpunktort des Wochenends, wird neben einer Ausstellung von Günther-Grass-Karikaturen zu seinem Buch Hundejahreein Film gezeigt: "Poeten in der Pulvermühle". Der einzige Film, der während einer "Gruppe 47"-Tagung überhaupt gedreht wurde. Der quasi Nachfolgefilm dazu: Andy Ammers Film, *"Gruppe 47" * Geheimbund deutschen Geistes* (2007) wird am Samstag auf der Burg und am Sonntag im Fraunhofer-Institut gezeigt. Dort wird zudem ein Sonntags-Podium eröffnet, auf dem Zeitzeugen jener Tage im Oktober 1967 berichten.

Darunter Jürgen Becker, der damals in der Pulvermühle den Preis der "Gruppe 47" für seine Prosa "Ränder" bekam. Im Fraunhofer-Institut wird es am Sonntag ebenfalls eine Podiumsdiskussion geben unter dem Titel "Literatur und Demokratie". Dabei werden F.C. Delius, Rolf Schneider, Uwe Brandner und Ingrid Bacher der Frage nachgehen, wie sich die Literatur entwickelt hat, seit der Nachkriegs-Schriftstellergeneration und warum heute wieder annähernd die gleichen Themen aktuell sind, die damals schon in der Pulvermühle kontrovers diskutiert wurden: Atomkraft, Medienkonzentration, Kriege.

Neben den 30 Vorlesungen, Podien und Filmbeiträgen gibt es einen Büchertisch mit aktuellen Werken der teilnehmenden Autoren und weitere Orte, an denen Lesungen durchgeführt werden. Es ist ein anspruchsvolle Programm, das "über eine normale Veranstaltung weit hinausreicht", meinte Bürgermeister Edmund Pirkelmann als Veranstalter des Literaturwochenends.

Die Veranstalter wünschen sich die Anreise der Gäste über die Burg Waischenfeld, wo ein Großparkplatz eingerichtet ist. Von dort aus gibt es einen kostenlosen Shuttle-Bus, der alle literarischen Schauplätze an beiden Tagen anfährt. Die Veranstaltungsorte können auch zu Fuß (rund vier Kilometer) erlaufen werden. Das komplette Programm gibt es auf der Homepage unter www.gruppe47.de/orte .