Ebermannstadt
Franken helfen Franken

Lenas Gehirnblutung stürzt Familie in Not

Das Leben mit dem behinderten Kind Lena überfordert die Familie C. in Ebermannstadt. Es fehlt am Nötigsten.
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Zwei Wochen nach ihrer frühen Geburt im März 2016 erlitt Lena eine   Gehirnblutung. Seitdem ist das Mädchen behindert und  das Leben  der Familie   C. in Ebermannstadt auf den Kopf gestellt.p
Zwei Wochen nach ihrer frühen Geburt im März 2016 erlitt Lena eine Gehirnblutung. Seitdem ist das Mädchen behindert und das Leben der Familie C. in Ebermannstadt auf den Kopf gestellt.p
"Sie war eine Hand voll", sagt Jasmin C. über ihre Tochter Lena (Namen von der Redaktion geändert). Sie kam im März letzten Jahres als Frühgeburt auf die Welt, 38 Zentimeter klein, 1000 Gramm leicht. Zwei Wochen später ereilte die Familie C. in Ebermannstadt ein Schicksalsschlag, von dem sie sich bis heute nicht so recht erholt hat: Das Frühchen Lena erlitt eine Gehirnblutung. "Manche überstehen das ohne Behinderung, Lena hat es nicht geschafft", sagt ihre Mutter.
Die Familie versucht zusammenhalten, doch es fehlt am Nötigsten. Denn nach der Gehirnblutung ihrer Tochter verbrachte Jasmin C. drei Monate mit Lena in der Klinik. Ehemann Benjamin C. blieb zu Hause, um sich um die beiden Töchter (sieben und fünf Jahre alt) zu kümmern. Sein Job wurde ihm gekündigt. "Seitdem ging es den Berg runter", berichtet Jasmin C.: "Keine Arbeit, kein Geld."


Hilfreiche Schwestern

Ein Glücksfall sind immerhin Lenas beide Schwestern. Sie haben sich viele Handgriffe von Lenas Therapeutin abgeguckt. "Zwei ganz liebe Mädels, die mich stärken", sagt die Mutter. Sie kümmern sich rührend um Lena - und die älteste Schwester sagt: "Wenn Lena später nicht laufen kann, trage ich sie auf dem Rücken."
Die psychische Belastung in der Familie hat dazu geführt, dass sich die Eltern von Lena getrennt haben, auch wenn der Vater sich weiter um seine Töchter kümmert. Die Pflege von Lena und ein Bandscheibenleiden machen es Jasmin C. unmöglich, einer Arbeit nachzugehen. Für sie sei das besonders bitter, sagt die 43-Jährige, weil sie zeitlebens daran gewöhnt war "es selbst zu schaffen und mein eigenes Geld zu verdienen".
Zudem wirkt es wie eine Ironie des Schicksals, dass Jasmin C. früher behinderte Kinder betreute und nun selbst das Schicksal einer Mutter mit einem behinderten Kind durchleben muss. "Es tut jeden Tag weh", sagt die 43-Jährige: "Ich bin froh, dass Lena zwei Schwestern hat, die sich eines Tages um sie kümmern können, wenn ich nicht mehr leben werde."
Isabel Reckmann von der Familienhilfe der Caritas Forchheim kennt Jasmin C. seit eineinhalb Jahren. "Ich bin beeindruckt, wie sie sich einsetzt", sagt Reckmann: "Es ist eine Familie, die sich tapfer durchwurstelt. Das Problem ist, dass immer wieder was nachkommt."
Jasmin C. kann die finanzielle Last nicht schultern. Die Therapiekosten und Hilfsmittel für Lena werden nur teilweise von der Krankenkasse bezahlt. Zudem fallen sehr hohe Heizkosten an, weil die Wohnung 30 Grad warm sein muss, damit Lena Gelenke nicht versteifen. Die Familie C. ist bereits mit einer Monatsmiete im Rückstand. Auch die Nebenkosten und das Holz für den Winter müssten noch bezahlt werden.
Drei Mal pro Woche bringt die Mutter ihre 20 Monate alte Tochter zur Therapie, zwei Mal zum Schwimmen. "Um die Muskulatur zu lockern." Kürzlich wurde Jasmin C. von der Polizei angehalten, als sie mit ihren drei Töchtern auf dem Weg zum Schwimmen war. Die Beamten reklamierten, dass für Lena ein "spezieller Kindersitz" benötigt werde. Dieser Sitz jedoch ist so groß, dass Jasmin C. künftig nicht mehr alle drei Kinder im Auto unterbringen kann. Eigentlich bräuchte sie einen neuen Wagen. Doch vorerst wäre der Familie C. schon viel geholfen, wenn über die Aktion Franken helfen Franken genügend Geld zusammenkäme, um die Mietrückstände zu begleichen und Holz für den Winter zu kaufen.
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