Gräfenberg
Zugstrecke

Landtagsabgeordnete fordern vehement die Modernisierung der Gräfenbergbahn

Zu den Störungen auf der Gräfenbergbahn nehmen aktuell die beiden Landtagsabgeordneten Thorsten Glauber (FW) und Alexandra Hiersemann (SPD) Stellung.
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Am Bahnübergang zwischen Käswasser und Röckenhof laufen derzeit die Bauarbeiten, um den Bahndamm zu befestigen. Foto: Martin Rehm
Am Bahnübergang zwischen Käswasser und Röckenhof laufen derzeit die Bauarbeiten, um den Bahndamm zu befestigen. Foto: Martin Rehm
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Die Gräfenbergbahn sei elementar für viele Schüler und Pendler aus den Landkreisen Forchheim und Erlangen-Höchstadt, schreibt der Forchheimer Landtagsabgeordnete Thorsten Glauber in einer Pressemitteilung. Eine von ihm initiierte Anfrage zum Plenum habe nun zu Tage gefördert, wie strapazierfähig die Pendler in der Region sein müssten.

Die Bahn ist demnach auf der Strecke allein von Januar 2016 bis Oktober 2017 an 51 Tagen mit bis zu 13 Zügen am Tag ausgefallen. Viele Ausfälle sind zwar häufig durch einen Busnotverkehr abgemildert worden, doch nicht immer kommt es beim Ausfall der Bahn zu einem ausreichenden Ersatzverkehr auf der Strecke zwischen Nürnberg-Nordostbahnhof und Gräfenberg im Kreis Forchheim. Das liegt häufig auch an der Kurzfristigkeit des Ausfalls.

"Die Anfälligkeit der Strecke bedarf einer gewissen grundsätzlichen Sensibilität und eventueller Notfallpläne auch für kurzfristige Ausfälle", gibt Glauber zu bedenken. Der November 2017 sei der bislang größte "Pannenmonat" der letzten beiden Jahre: An acht Tagen ist in diesem Monat die Bahn mehrfach ausgefallen.

Eine aktuelle Streckensperrung zwischen Kalchreuth (Kreis Erlangen-Höchstadt) und Gräfenberg wegen eines unterspülten Bahndammes legt seit dem 21. November das Teilstück lahm. Das ist der 60. dokumentierte Ausfall in den vergangenen beiden Jahren. Die Ursachen sind hierbei vielfältig und seien vornehmlich auch auf den maroden Zustand der Strecke zurückzuführen, meint der Forchheimer FW-Abgeordnete. Stein des Anstoßes für Glauber waren die vermehrten Klagen aus der Bevölkerung, dass der momentane Schienenersatzverkehr (SEV) miserabel organisiert ist.

"Die Bahn ist trotz der Häufigkeit der Ausfälle nicht gut vorbereitet und nicht in der Lage, einen vernünftigen SEV zu organisieren. So lässt sie viele ihrer Kunden in der Kälte stehen", ärgert sich der verkehrspolitische Sprecher der FW-Landtagsfraktion. "Im bayerischen Landtag wurde von uns unlängst ein Berichtsantrag an die Staatsregierung gestellt und mit der vorliegenden Anfrage zum Plenum konnten wir weitere wichtige Informationen einholen", schreibt Glauber weiter. Als Mitglied des Verkehrsausschusses erwarte er von der Bahn, dass mindestens der SEV und die Kommunikation der Bahn funktioniere.

"Ich erwarte außerdem von der Bahn, dass die Strecke zeitnah und umfassend modernisiert wird, damit zukünftig ein reibungsloser Schienenverkehr gewährleistet werden kann", resümiert Glauber. Bei etwaigen Störungen müsse ein verlässliches Konzept für den Schienenersatzverkehr stehen und eingesetzt werden. Abschließend müsse die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) die Bahn bei weiteren Pannen sowie dem Nichteinhalten der vertraglich festgelegten Leistungen mit empfindlichen Strafen sanktionieren.

Die Erlangen-Höchstadter Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann wendet sich in einem Schreiben an Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zum problematischen Betrieb der Gräfenbergbahn. Sie schreibt: "Die andauernden Probleme im Betriebsablauf der Gräfenbergbahn erregen die Gemüter zahlreicher Bürger meines Stimmkreises Erlangen-Höchstadt. Verspätungen, Ausfälle und Streckensperrungen mit Schienenersatzverkehr auf dieser Linie sind ein scheinbar nicht enden wollendes Ärgernis."

Die laufenden Bauarbeiten am Bahndamm zwischen Kalchreuth und Eschenau seien, wenngleich wichtig für den Erhalt der Strecke, der vorläufige Höhepunkt in einer langen Reihe von Beeinträchtigungen bei der Fahrgastbeförderung. Dies sei besonders ärgerlich für Pendler und Schulkinder, die auf den reibungslosen Ablauf dieser Verbindung dringend angewiesen seien, meint Hiersemann, die stellvertretende Vorsitzende des Landtags-Ausschusses für Eingaben und Beschwerden ist.

Zum Glück scheine der SEV mit Bussen für die Überbrückung der derzeitigen Sperrung ausgeweitet worden zu sein, so dass zumindest sichergestellt werden kann, dass die Fahrgäste die Möglichkeit haben, rechtzeitig an ihr Ziel zu kommen. Trotzdem appelliert sie an Herrmann, "alles in Ihrer Funktion als Staatsminister für Verkehr Mögliche zu tun, dass die Zustände im Betrieb der Gräfenbergbahn wieder eine Form annehmen, die die reibungslose Beförderung der Fahrgäste sicherstellt".

Wie der Erlangen-Höchstadter Landrat Alexander Tritthart (CSU) bereits in seinem Schreiben vom 30. November an Herrmann dargestellt habe, wäre eine "optimierte Informationspolitik" von hoher Wichtigkeit, damit die Passagiere zumindest über den genauen Ablauf der Bauarbeiten und die damit zusammenhängenden Verspätungen und Ausfälle rechtzeitig informiert werden und dementsprechend ihre Fahrt vorausschauend planen können.
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