Forchheim
Nominierung

Hümmer will es nochmals wissen

Zweimal hat der Freie Wähler bereits empfindliche Niederlagen einstecken müssen. Dennoch zieht Manfred Hümmer jetzt mit viel Zuversicht in seine dritte Kandidatur um das Forchheimer OB-Amt.
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Einstimmung machen die Freien Wähler Manfred Hümmer (r.) zu ihrem Kandidaten.  Foto: Alexander Hitschfel
Einstimmung machen die Freien Wähler Manfred Hümmer (r.) zu ihrem Kandidaten. Foto: Alexander Hitschfel
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Manfred Hümmer will Oberbürgermeister weden, und kann sich dabei auf die Unterstützung seiner Parteifreunde verlassen. 32 Mitglieder der Freien Wähler (FW) haben Hümmer jetzt einstimmig zu ihrem Kandidaten für die Forchheimer OB-Wahl am 6. März gemacht. Die Wahl wird nötig, weil Amtsinhaber Franz Stumpf (CSU/WUO) sein Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben wird.

In seiner Bewerbungsrede nannte Hümmer, der in Forchheim zur Welt gekommen ist, als "eine echte Berufung. Es ist eine Herzensangelegenheit für mich." Deswegen werfe er jetzt ein drittes Mal seinen Hut in den Ring, sagte der 54-Jährige. Hümmer war schon 2008 und 2014 ins Rennen um den OB-Sessel gegangen. Er unterlag zweimal Franz Stumpf: "An ihm haben sich aber auch alle anderen Bewerber die Zähne ausgebissen", sagte Stumpf. Hümmer warb für sich mit dem Hinweis, dass er als Fraktionsführer im Forchheimer Stadtrat viel gelernt, wichtige Kontakte aufgebaut und viele Erfahrung gesammelt habe. Dies alles wolle er in die Waagschale werfenn - zunächst als Wahlkämpfer, anschließend als Forchheimer OB. Er habe seine Stimme auch nach und zwischen den Wahlen deutlich erhoben und sich von seinen Wahlniederlagen nicht entmutigen lassen. "Wie oft waren denn die Stimmen der politischen Mitbewerber im Stadtrat zu vernehmen?", fragte Hümmer in die Runde.


Klarheit und Verlässlichkeit

Hümmer nimmt für sich in Anspruch, "ehrliche Politik" zu betreiben. Dies funktioniere nur auf der Basis von Klarheit und Verlässlichkeit. "Kommunikationskatastrophen" wie bei den Friedhofsgebühren, bei der Umlage von Erschließungsbeiträgen oder auch beim Katharinenspital werde es bei ihm nicht geben. Er wolle ein Rathaus, in dem es weder Barrieren "noch Politik hinter verschlossenen Türen" gebe. Hümmer möchte eine Informationsfreiheitssatzung, die den unmittelbar Betroffenen, aber auch in der Sache unbeteiligten Bürgern mehr Rechte als bisher einräumt.

Bei größeren Vorhaben will Hümmer Bürger in die Diskussionen mit einbeziehen. In Anbetracht vieler Projekte wie den "Hochwasserschutz, die Rathaussanierung, den Schulneubau oder die Hallensanierung in Kersbach müsse man genau hinschauen, für was und wie viel Geld man ausgebe. Es gehe darum, Projekte zu priorisieseren.


Neuer Wohnraum

Außerdem will Hümmer einen Plan erarbeiten, der eine Entschuldung der Stadt in den kommenden Jahren ermöglichen soll. Den Wirtschaftsstandort Forchheim will Hümmer auch weiterentwickeln. Wichtig sei aber auch die Schaffung von Wohnraum, besonders für Geringerverdienende. Forchheim will Hümmer zur "familienfreundlichen Stadt" in der Region machen.

Das Vereinsleben, die Kunst und Kultur hält der 54-Jährige für weitere wichtige Standortfaktoren. Deswegen sei es auch wichtig, die Kulturschaffenden durch ein eigenes Kulturamt "unter die Arme zu greifen". Die Integration von Menschen in die Gesellschaft - ob sich dies nun auf Flüchtlinge oder Menschen mit geistigem oder körperlichem Handicap bezieht, liegt Hümmer ebenfalls. Für die Flüchtlinge will Hümmer deshalb auch einen hauptamtlichen Integrationskoordinator bei der der Stadt implementieren.

In einer anderen Sache macht sich der 54-Jährige für eine Fusion der beiden Krankenhäuser Forchheim und Ebermannstadt stark. Auf Dauer könnten weder die Häuser in Forchheim noch in Ebermannstadt eigenständig überleben.

Die Innenstadtentwicklung will Hümmer ebenfalls nach vorn bringen, allerdings brauche es hier eine gesamtheitliche konzeptionielle Sichtweise. Während andere Bewerber mit dem Argument "jugendlich" für sich Stimmung machen würden, sehe er sich mit 54 Jahren im besten Politikeralter. Hümmer verwies in diesem Zusammenhang auf den Nürnberger OB und dessen Bamberger Kollegen Starke. Klar positioniert sich Hümmer auch zum Thema "Ostspange". "Ich bin für die Realisierung der Ostspange", sagte er. Das ändere gleichwohl nichts daran, dass man über die genaue Trassenführung und den Ausbau noch diskutieren könne.


Einfacher Slogan

Den uneingeschränkten Rückhalt der Freien Wählern hat Hümmer immerhin schon einmal. Jetzt geht es für den 54-Jährigen, der in zahlreichen Forchheimer Vereinen und Verbänden vernetzt ist, darum, auch die Forchheimer von seinen Qualitäten zu überzeugen. Keine leichte Aufgabe, nachdem er bereits zweimal Anlauf auf das Amt des OBs genommen hat und daran gescheitert war. "Die Wahlniederlagen waren für mich, aber auch für meine Familie nicht immer eine einfache Sache, sagte Hümmer wohl auch mit Blick auf die hohen finanziellen Kosten eines Wahlkampfs.
Trotzdem ist der 54-Jährige guter Dinge und nimmt voller Selbstbewusstsein den dritten Anlauf. "Wir haben nicht nur einen Kandidaten der will, sondern auch einen Kandidaten der es kann", sagte FW-Stadtrat Ludwig Preusch. "Hümmer kanns", so lautet auch der Slogan, mit dem Hümmer in den anstehenden Wahlkampf zieht.



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