Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) informierte den Marktgemeinderat Heiligenstadt über den aktuellen Stand der Breitbandversorgung in der Marktgemeinde. Die Verwaltung habe in den letzten Monaten viele Gespräche mit Rechtsanwaltskanzleien über die EU-weite Ausschreibung für die Realisierung des beschlossenen Betreibermodells geführt.

Da es sich um ein komplexes Verfahren handelt, sei der Auftrag für die rechtliche Beratung an die Kanzlei Ruhrmann aus Neuötting vergeben worden. "EU-weite Ausschreibungen sind nicht ohne. Wir suchen gleich einen Betreiber, jemanden für die Ingenieur- und Bauleistungen und jemanden für die Feinplanungen", sagte Krämer. Diese Kanzlei arbeite bereits mit dem Bayerischen Gemeindetag zusammen: "Bei so einem Projekt muss auch die Chemie stimmen. Und das müsste in dem Fall passen."

Für Krämer und die Marktgemeinderäte ist eine gute Breitbandversorgung in Heiligenstadt sehr wichtig. Deshalb entschlossen sie sich für ein Betreibermodell, bei dem 1327 Haushalte und 150 Unternehmen zuverlässig mit Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s versorgt werden. "Wer mehr braucht, kann mehr bekommen", so Krämer.

Allerdings dauert die Umsetzung voraussichtlich bis Ende 2019. "Ich hoffe, dass dann die Anschlussquote von Anfang an höher ist", meint der Bürgermeister. Denn man wolle vorgehen wie 1995 bei der Erdgasleitung. Auch dabei habe man über die Einkünfte aus der Verpachtung den Zins und die Tilgung der Kosten finanzieren können. "Je mehr Anschlüsse, umso höher die Pacht", erklärte Krämer. So wolle man auch das Breitbandmodell finanzieren. "Beim Erdgas hatten wir sogar noch eine Kleinigkeit verdient", meinte der Bürgermeister.

Die geplanten Investitionskosten für das eigene Netz werden etwa 8,5 Millionen Euro betragen. Einen Förderbescheid über 4,9 Millionen Euro hat die Marktgemeinde bereits aus den Händen von Bundesminister Alexander Dobrindt erhalten. Dazu kommen 900 000 Euro aus Landesmitteln. "Wenn wir aber merken, dass wir es damit nicht schaffen, ziehen wir die Reißleine und verlegen uns auf das bayerische Programm", erklärte Krämer.

Mit dem schnellen Internet soll der Tourismus gefördert werden, aber auch kleine und mittlere Unternehmen und Selbständige. Die Bauarbeiten sollen 2018 wie geplant begonnen werden.