Forchheim
Fasching

Faschingsumzüge im Kreis Forchheim: Erlaubt ist, was gefällt

Ab Samstag ziehen wieder Faschingsumzüge durch mehrere Gemeinden im Kreis Forchheim. Die Narren investieren in ihre Wägen viel Zeit, Arbeit und Geld.
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Die  Heroldsbacher Narren schmücken ihren Umzugswagen. "Wir bauen wahrscheinlich am Aschermittwoch oder am darauffolgenden Samstag wieder ab. Schließlich wird der Wagen wieder bei der Arbeit auf dem Hof benötigt", verrät Anita Hofmann, Präsidentin des Fosanochtsvereins. Foto: Maximilian Ott
Die Heroldsbacher Narren schmücken ihren Umzugswagen. "Wir bauen wahrscheinlich am Aschermittwoch oder am darauffolgenden Samstag wieder ab. Schließlich wird der Wagen wieder bei der Arbeit auf dem Hof benötigt", verrät Anita Hofmann, Präsidentin des Fosanochtsvereins. Foto: Maximilian Ott
Den Anfang machen die Heroldsbacher Narren am Samstag. Am Wochenende beginnen wieder die zahlreichen Faschingsumzüge im Kreis Forchheim (siehe unten). Um bei den Umzügen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, renovieren und gestalten die verschiedenen Gruppen ihre Umzugswagen mit viel Fantasie. Dabei haben die Wagen nicht wie in der Karnevalshochburg Köln immer einen politischen Hintergrund. Egal ob jamaikanischer Inselflair, futuristische Raumfahrt oder frühlingshafte Blumenwiese, in Franken ist erlaubt was gefällt.


Nicht gerade billig

Bei Faschingsumzügen gebührend aufzufallen ist nicht gerade billig. Die dekorierten Wagen verschlingen meist große Summen. "Für die Gestaltung unseres Wagens haben wir 1500 Euro zugesagt bekommen. Die waren jedoch nach drei Monaten Bauzeit verbraucht und wir benötigten in den folgenden zwei Monaten zusätzliche 500 Euro um den Wagen fertigzustellen", gibt der Vizepräsident des Neunkirchner Carnevals Vereins, Clemens Vykydal, zu.

Wann die Vorbereitungen bei den Faschingsvereinen beginnen, ist sehr unterschiedlich. Während die meisten ihre bewährten Wagen eine Woche vor dem ersten Faschingsumzug in Stand setzen und aktualisieren, können andere erst wenige Stunden vor dem Umzüge tätig werden. Der blaue Pickup mit der begehbaren blumengeschmückten Krone des Prinzenpaares des Narrenkübel Schwarz-Weiß Gößweinstein ist ein solcher Fall. Welke und vertrocknete Blüten wären schließlich nicht die schönste Verzierung. Hier ist kurzfristiger Einsatz der Narren gefragt. So verbringen bis zu vier Personen den Vortag der Veranstaltung mit wenig anderem, als die Krone in stundenlanger Kleinarbeit mit unzähligen Blüten zu dekorieren.


Viel ehrenamtliche Arbeit

Für die Instandsetzung benötigen die Faschingsvereine im Schnitt 50 Arbeitsstunden. Besonders aufwändige Wagen können aber auch leicht ein Vielfaches an Arbeitskraft benötigen. In solchen Fällen werden die Fahrzeuge meist nicht jedes Jahr, sondern erst nach einigen Faschingssaisons umfassend überholt. Dann bleibt den Narren ein paar Wochenenden nicht allzu viel Zeit für Privates. "Wir haben dieses Jahr drei Wochen jeden Freitag und Samstag mit sechs bis acht Freiwilligen bis zu sechs Stunden an unseren neuen Aufbau gearbeitet", bestätigt der Hofmarschall des Fosanachtsvereins Heroldsbacher Narren, Jürgen Schleicher, den Aufwand einer Renovierung.

Manchmal dauern die Renovierungen so lange, dass sich selbst Faschingsenthusiasten nur noch dunkel an den letzten Umzug der Wagen erinnern können. So wird die Dampflock mit dazugehörigen Eisenbahnwagen des Neunkirchners Carnevals Vereins seit drei Jahren neu aufgebaut und wird wohl auch heuer nicht rechtzeitig zum Umzug am Dienstag fertig werden. Für das 50. Jubiläum in 2019 soll die Lok wieder in neuem Glanz erstrahlen. Zwar hätte sie wahrscheinlich noch ein paar Jahre gehalten, wäre aber spätestens nach dieser Saison renovierungsbedürftig gewesen. Das hätte jedoch einen ziemlich vollen Terminplan für die Neunkirchener Narren bedeutet. So soll doch für nächstes Jahr ein ganz besonderer Jubiläumswagen zusätzlich gestaltet werden.


Wägen halten bis zu zehn Jahre

Am Ende dieser Bauzeit steht dann in Fällen wie bei den Neunkirchenern ein Wagen, der bei pfleglicher Behandlung bis zu zehn Jahre halten kann. Dies gilt jedoch nur, wenn er nur ein paar Mal pro Jahr eingesetzt wird. Da die kunstvoll dekorierten Fahrzeuge vom TÜV geprüft sind und in der Regel eine ganzjährige Straßenzulassung haben, könnten die Narren sie viel häufiger fahren. Trotzdem behalten die Fahrzeuge nur selten das ganze Jahr ihren festlichen Glanz. "Wir bauen wahrscheinlich am Aschermittwoch oder am darauf folgenden Samstag wieder ab. Schließlich wird der Wagen wieder bei der Arbeit auf dem Hof benötigt", sagt Anita Hofmann, Präsidentin des Fosanochtsvereins Heroldsbacher Narren.


Alle Faschingsumzüge in der Region auf einen Blick:

Samstag, 10. Februarr:
- Heroldsbach, Beginn 13 Uhr
Sonntag, 11. Februar:
- Forchheim, 13.30
- Ebermannstadt, 14 Uhr
- Gößweinstein, 14 Uhr
- Hirschaid, 14 Uhr
Rosenmontag, 12. Februar:
- Neuses (Eggolsheim), 14 Uhr
- Waischenfeld, 14 Uhr
Faschingsdienstag, 13. Februar
- Neunkirchen am Brand, 14 Uhr
- Dobenreuth, 14.30 Uhr
- Hiltpoltstein, 14 Uhr
- Plech, 13.30 Uhr
- Pottenstein, 14 Uhr
- Hollfeld, 14 Uhr
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