Neunkirchen am Brand
Mobilität

Elektroauto in Neunkirchen wird angenommen

Seit April 2017 kann jeder in Neunkirchen am Brand ein Elektrofahrzeug ausleihen und nutzen. Der Service wird gut angenommen.
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Carsharing in Neunkirchen Foto: Eugen Rittmeyer
Carsharing in Neunkirchen Foto: Eugen Rittmeyer
Der Renault Zoe der Genossenschaft BfB-Energie bietet Platz für fünf Personen und hat eine Reichweite, die jeden Ausflug in die Fränkische Schweiz, nach Erlangen, Nürnberg oder Bamberg problemlos möglich macht. Getankt wird am Fahrzeugstandort Strom auf Kosten der BfB-Energie.

Im Winter beträgt die Reichweite bis zum nächsten Aufladen circa 250 Kilometer - wegen der für die Heizung benötigten Energie sind das circa 50 Kilometer weniger als in den wärmeren Jahreszeiten, wie die BfB mitteilt.

"Wir möchten mit unserem Angebot den einen oder anderen Zweitwagen in Neunkirchen überflüssig machen", sagt Eugen Rittmeyer, Vorsitzender der BfB-Energie und Hauptorganisator des Gemeinschaftsauto--Angebots. "Meist steht doch ein Zweitwagen den ganzen Tag nur rum, kostet Geld in der Anschaffung und im Betrieb und ist eigentlich gar nicht notwendig", meint er.

"Bei unserem Zoe handelt es sich nicht um ein übliches Carsharing-Modell - jeder kann das Fahrzeug nutzen, niemand muss Mitglied unserer Genossenschaft werden oder zuerst hohe Einlagen einzahlen", erklärt Co-Vorsitzende Barbara Cunningham. Damit solle die Hürde für die Nutzung verringert werden.


Vor der ersten Fahrt erfolgt eine Einweisung, damit sich jeder in der Bedienung sicher fühlt. "Ich konnte mich mit dem Mietauto probeweise vom Fahren eines Elektroautos überzeugen lassen. Für uns ist der Wagen eigentlich eher schon zu groß, jedenfalls größer als notwendig", sagt Annette Hüttmann, eine regelmäßige Nutzerin der ersten Stunde, "Carsharing ist für mich in erster Linie eine Alternative zum Zweitwagen. Es gibt ein, zwei berufliche Termine für meinen Mann und mich in der Woche, die sich überschneiden. Dafür ist das Konzept ausgezeichnet." Um mit dem Busse zu fahren, müsste sie viel mehr Zeitpuffer einbauen. Ein weiterer Punkt sei der Preis: "Ich zahle für den Bus hin und zurück 6,90 Euro; für zwei Stunden Carsharing bezahle ich sechs Euro."

Die bisherigen Nutzer betonen auch den günstigen Standort am alten Bahnhof, der optimal zu erreichen ist. Sogar wenn der Bus am Busbahnhof längere Verspätung hatte, kann man den Zoe kurzfristig buchen. Man braucht dann nur über die Straße zu gehen.

Das Neunkirchener Angebot ist das zweite dieser Art im Landkreis Forchheim. Vorreiter war das "Bio-Energie-Dorf" Willersdorf mit einem Peugeot Ion. Gemeinsam arbeiten die beiden Genossenschaften an dem Ausbau des E-Mobil-Angebots im Landkreis und an der Perfektionierung der Verleih-Plattform. "Wir haben noch nicht alle Eventualitäten abgedeckt, aber mit jedem neuen Nutzer und jedem Hinweis lernen wir mehr und können so das Angebot verbessern und die Nutzung weiter erleichtern", sagt Eugen Rittmeyer.
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