Pretzfeld
Tourismus

Ein bisschen Hanami auf Fränkisch

Besucher aus Japan hielten sich während des Pretzfelder Kirschenfests in der Fränkischen Schweiz auf.
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Kirschenkönigin Sandra Grau begrüßte die japanischen Gäste auf deren Tour durch die Fränkische Schweiz. Die Kinder hatten auch viel Spaß am Pflücken. Foto: Carmen Schwind
Kirschenkönigin Sandra Grau begrüßte die japanischen Gäste auf deren Tour durch die Fränkische Schweiz. Die Kinder hatten auch viel Spaß am Pflücken. Foto: Carmen Schwind
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"Ich werde wiederkommen", meinte der Japaner Keizo Suzuki am Samstag vor seiner Rückfahrt nach München. Und er will ganz viel Werbung machen "für die wundervolle Fränkische Schweiz". Suzuki und seine vier japanischen Kollegen arbeiten bei Firmen in München und waren mit ihren Familien einer Einladung von Ebermannstadts Bürgermeisterin Christian Meyer und Gößweinsteins Bürgermeister Hanngörg Zimmermann gefolgt, die Fränkische Schweiz zu besuchen.

Die beiden Bürgermeister wollen im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungsnetzwerks "Fränkische Schweiz Aktiv" den Tourismus für Japaner fördern. Zimmermann weiß von den japanischen Gästen, dass sie einige Jahre in Deutschland leben und arbeiten und in dieser Zeit viel von Europa sehen möchten. An den Wochenenden machen sie deshalb viele Ausflüge. Allerdings ist die Fränkische Schweiz in der japanischen Community wenig bekannt.

Deshalb gab es bereits eine Präsentation in München und jetzt den Besuch vor Ort. Gemeinsam mit regionalen Unternehmern wurde ein Programm aufgestellt, das die japanischen Gäste beeindruckte. "Ich finde es toll, dass die Unternehmer gleich bereit waren, zu investieren, und zwar in unsere Region. Denn nur gemeinsam können wir etwas schaffen", meinte Zimmermann, der die Gäste während ihres Aufenthalts begleitete.



Impressionen

Doch was hatte die japanischen Familien am meisten beeindruckt? "Das Orgelspiel von Regionalkantor Georg Schäffner", antwortete Keizo Suzuki auf Englisch. Bei ihrem Besuch in Gößweinstein wurden die Gäste durch die Basilika geführt und durften an der Orgel Schäffner bei einem kleinen Konzert beobachten. Die Kinder waren begeistert von dessen "Fußarbeit". Die meisten der japanischen Gäste hatten noch nie eine Orgel gesehen. Die kleine Yurina Suzuki nimmt in Deutschland Klavierunterricht und durfte neben Georg Schäffner zeigen, was sie gelernt hat.

Reiner Polster hatte die Gäste kostenlos mit seinem Bus durch das Wiesenttal gefahren. "Gemeinsam erreicht man mehr. Und es ist wichtig, dass wir die vielen Aktionsmöglichkeiten der Fränkischen Schweiz bei Asiaten bewerben", meinte Polster.

Riesige Freude, Jubel und Winken gab es auch auf dem Feuerstein, denn Michael Zistler von der "Fränkischen Fliegerschule Feuerstein" hatte Rundflüge spendiert. So hatten Erwachsene und Kinder die Möglichkeit, mit dem Piloten Alexander Nüsslein die Fränkische Schweiz von oben zu sehen.

Ebenso spannend war für die Kleinen der Besuch auf der Kirschenplantage der Familie Grau in Lützelsdorf. Kirschenkönigin Sandra Grau erwartete die Gäste, die auch selbst pflücken durften. "Da kommen die Kinder aus den Ballungsräumen heraus und sehen wie schön es hier ist."

Danach durften die Gäste sehen, was Franken aus Kirschen machen können. Beim Besuch in der Edelbrennerei Haas waren besonders die Erwachsenen sehr angetan.

Johannes Haas erklärte das Brennen. Danach durften die Besucher verschiedene Brände und Liköre testen. Keizo Suzuki war besonders vom Kirschwasser angetan. "Für mich war es höchst interessant, japanische Gäste begrüßen zu dürfen", meinte Haas. Er findet es gut, die Fränkische Schweiz und ihre Produkte fremden Kulturen nahezubringen.


Fleisch statt Fisch

Viel Spaß hatten die japanischen Gäste auch beim Pretzfelder Kirschenfest. Hier genossen die Erwachsenen Bier, Wein, Haxe und Makrele. Naoto Shinoda verriet, dass Japaner in Deutschland mehr Fleisch essen als in Japan, besonders die Kinder.
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