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Wohnraum

Diskussion in Forchheim: Ein Asylheim auf der Reuther Hut?

Weil es zu wenig Wohnraum für anerkannte Asylbewerber gibt, muss die Stadt Forchheim etwas tun. Der Standort für ein geplantes Haus wird nun diskutiert.
Neben dem Sportgelände des Spvgg Reuth soll ein Heim für anerkannte Asylbewerber errichtet werden. Der Bauausschuss der Stadt Forchheim berät am Montag darüber.  Foto: Barbara Herbst
 
von JENNIFER HAUSER
Noch nicht allzu lange steht die Tagesordnung für den nächsten Bauausschuss online und schon werden in Reuth dazu Flyer verteilt. Der Grund: Auf der Tagesordnung steht "Errichtung einer Asylbewerberunterkunft in der Hutstraße". Die Hutstraße? Das ist doch die Reuther Hut, zu der es bereits einen Bürgerentscheid gab. Doch dieser befasste sich mit einem anderen Teil des Forchheimer Stadtteils. Trotzdem: In Reuth brodelt es bereits.


Zwei Flugblätter unterwegs

Seit Mittwochfrüh macht nun ein Flyer ohne Absender die Runde, in dem die Anwohner mobilisiert werden sollen. "Aufruf zur Teilnahme" steht als Überschrift über dem Einladungstext. "Um sich zu informieren, Bedenken zu äußern oder Fragen zu stellen, sollten wir gemeinsam an der Bauausschusssitzung sowie der Vorortbegehung teilnehmen und mögliche Alternativen diskutieren. Das Thema geht uns alle an - bitte um Teilnahme!"
Ein weiterer Handzettel weist die Reuther auf einen angeblichen "Preisverfall unseres Wohneigentums" hin.

Darin wird auch der Standort weiter thematisiert, nämlich direkt angrenzend an das Sportgelände der Sportvereinigung Reuth. Weiter steht in dem Flugblatt "Der an dem Wald angrenzende Vita-Parcours wird zukünftig gemieden."

Ob beide Flugblätter von den gleichen (anonymen) Absendern stammen ist unklar.


Statement des OB

Der Forchheimer Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) geht mit diesem Flugblatt offensiv um und gibt Mittwochmittag ein Statement dazu bei Facebook ab. "Ich weiß, es kursiert ein anonymes Flugblatt in Reuth. Leider ist durch ein Versehen der Titel eines Themas gründlich missglückt. In Reuth geht es nicht um eine Asylbewerberunterkunft (das wäre auch nicht Aufgabe der Stadt Forchheim), sondern um die Bewerbung im Förderprogramm "Wohnungspakt Bayern - Säule 1" des Freistaates Bayern. In diesem Programm errichtet der Freistaat auf eigene Kosten ein Gebäude auf einem städtischen Grundstück. Dieses Gebäude dient zur Unterbringung von anerkannten Asylberechtigten (Pflichtaufgabe der Stadt Forchheim). Der Freistaat unterstützt die Kommunen bei der Bewältigung dieser Pflichtaufgabe. Für dieses Programm möchte ich im Namen der Stadt Forchheim eine Bewerbung abgeben dürfen. Sie sind herzlich eingeladen zur Sitzung des Bauausschusses am 17. Juli um 16.30 Uhr im Sitzungszimmer, Schulstr. 1 (das ist die einzig korrekte Information auf diesem anonymen Flugblatt)."


CSU spricht sich gegen den Standort aus


Udo Schönfelder, Fraktionsvorsitzender der CSU im Forchheimer Stadtrat betont, dass sich die CSU explizit gegen diesen Standort ausspricht. Drei Gründe sprechen seiner Meinung nach gegen diesen Standort. Zum einen sei die Bevölkerung besorgt, zum anderen sei die Lage auch nicht ideal für die anerkannten Asylbewerber. "Sie haben doch kein Auto und sind meistens mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Oder stellen Sie sich mal vor, wie eine Mutter den Kinderwagen dort den Berg hochschieben muss", sagt Schönfelder, "aus diesem Aspekt betrachtet ist der Standort eine Zumutung."

Außerdem spricht sich die CSU für eine dezentrale Unterbringung aus. "Für die Integration ist es besser, wenn es nicht ein ganzes Haus für die Anerkannten gibt, sondern sie verteilt werden", ist sich Schönfelder sicher. Zudem fürchtet er, dass es zu Neidproblemen kommen könnte, wenn für die Asylbewerber ein neues Haus mit acht bis zehn Wohnungen gebaut wird, während andere Forchheimer seit Jahren auf eine Wohnung warten.
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