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Bundesverkehrsminister Dobrindt in Forchheim: Gespräche zum Bahn-Ausbau

Wie die Lage beim ICE-Ausbau in Forchheim aussieht, begutachtete Alexander Dobrindt am Donnerstag vor Ort. Die Bürgermeister brachten einige Anliegen mit.
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Bereits beim Empfang in Forchheim in der Bäckerei am Bahnhof wurden dem Verkehrsminister (links) viele Pläne gezeigt.  Fotos: Barbara Herbst
Bereits beim Empfang in Forchheim in der Bäckerei am Bahnhof wurden dem Verkehrsminister (links) viele Pläne gezeigt. Fotos: Barbara Herbst
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Irgendwie wirken alle leicht aufgekratzt, die am Donnerstagmorgen in der Forchheimer Bahnhofsbäckerei warten. Sie warten auf Alexander Dobrindt (CSU), Bundesverkehrsminister, der mit den Bürgermeistern der Region über den ICE-Ausbau sprechen will. Selbst die Bäckereifachverkäuferin zückt aufgeregt ihr Smartphone, als der CSU-Minister die Bäckerei betritt.

Nach einem kurzen Plausch und warmen Begrüßungsworten geht es aber schon ans Eingemachte: Die Vertreter der ICE-Anrainer-Kommunen haben viele Themen, die sie mit Dobrindt besprechen wollen. "Der Treffpunkt hier in Forchheim ist eine spannende Stelle", sagt Dobrindt, "ich finde es wichtig zu sehen, dass es hier zügig zugeht."


Land muss Halt in Auftrag geben

Den Auftakt macht Franz Streit (CSU) für die Stadt Forchheim. Ganz oben auf seiner Liste steht das Thema "S-Bahn-Haltepunkt Forchheim-Nord". Er wisse zwar, dass der Haltepunkt Nord von der Landesregierung in Auftrag gegeben werde, trotzdem bitte er seinen Parteikollegen, seine Kontakte spielen zu lassen. "Wir gehen mal auf die Bayern zu", verspricht Dobrindt und Streit erwidert: "Sagen Sie einen schönen Gruß aus Forchheim, jetzt brässierds."
Zu der Frage, welche der zwei vorliegenden Varianten des Haltepunkts Nord favorisiert werden, verweist Franz Streit darauf, dass es einen gültigen Stadtratsbeschluss gibt. "Wir wollen jetzt nicht noch mehr Forderungen stellen, Hauptsache der Freistaat bestellt jetzt den Haltepunkt bei der Bahn. Über die Ausführung können wir dann sprechen." Mindestens 3,1 Millionen Euro müssen für den Haltepunkt von Stadt Forchheim und Landkreis selbst getragen werden. Eine Variante, bei der der Fußweg zu den Schulen im Norden kürzer wäre, würde weitere zwei Millionen kosten. "Ich glaube nicht, dass der Stadtrat sich dafür aussprechen würde, noch mal zwei Millionen mehr in die Hand zu nehmen, denn wir haben viele andere Projekte und der Geldbeutel der Stadt ist ohnehin nicht so gut gefüllt."


Passiver Lärmschutz

Zudem spricht Bürgermeister Streit den passiven Lärmschutz an. Er hoffe, dass der Druck vom Bund groß genug sei, dass auch der passive Lärmschutz den Forchheimer Bürgern genehmigt werde.

Der Lärmschutz ist auch ein Thema, das der stellvertretende Bürgermeister von Eggolsheim, Georg Eismann (CSU), anspricht. "Der Lärmschutz muss zeitnah umgesetzt werden", erklärt dieser im Namen seiner Bürger. "Der ist doch schon geplant und genehmigt", stellt Dobrindt irritiert fest. "Versprochen ist er schon, aber es wäre schön, wenn er auch kommen würde", so Eismann. Auch die Taktung der S-Bahnen spricht der Eggolsheimer an. Er erhoffe sich eine höhere Frequenz, doch Dobrindt muss gestehen, dass der Bund darauf keinen Einfluss hat.

Während der Zugfahrt in Richtung Bamberg schneidet Eismann dann noch ein weiteres Thema an, das die Eggolsheimer umtreibt: die geplante Autobahnraststätte, die 13 Hektar Land fressen wird. Denn auch für die Autobahnen ist Dobrindt zuständig. Eismann verweist darauf, dass es sich dabei um "sehr gute landwirtschaftliche Flächen handle". Aufgrund der Errichtung des Überholbahnhofs seien ohnehin schon gute landwirtschaftliche Flächen von Bauarbeiten gefressen worden. Dobrindt versichert, dass er die Pläne nochmal prüfen lasse.


Speed-Dating im Zug

Ein bisschen ist es in den 20 Minuten im Regionalexpress wie beim Speed-Dating. Die Vertreter der Kommunen haben nur kurz Zeit, Verkehrsminister Dobrindt ihre Anliegen vorzutragen. Während die Bahn an dem jeweiligen Gemeindegebiet vorbeifährt, können die Bürgermeister ihre Lage schildern. Neben Streit und Eismann aus dem Landkreis Forchheim ergriffen auch die CSU-Bürgermeister Karl-Heinz Wagner (Altendorf), Klaus Homann (Hirschaid) und Wolfgang Desel (Strullendorf) ihre Chance. Während die Barrierefreiheit die Strullendorfer umtreibt, benötigen die Hirschaider dringend Alternativ-Parkplätze und die Altendorfer wollen eine sichere Anbindung an die Fränkische Schweiz (mit Hilfe eines Kreisverkehrs auf der Staatsstraße 2244) durchsetzen.
Einen vollen Notizblock mit Anregungen rund um die ICE-Ausbaustrecke nimmt der Verkehrsminister in Bamberg mit aus dem Regionalexpress. Dort warten schon weitere Kommunalpolitiker auf den Besuch. Auch sie haben einige Anliegen im Gepäck.
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