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Protest

Die Windkraft spaltet Pinzberg

Die Gegner einer örtlichen Anlage machen mit Plakaten und einem Lautsprecher ihren Standpunkt unmissverständlich deutlich. Zeitgleich kommen Hersteller und interessierte Grundstücksbesitzer zusammen.
On Pinzberg zeigten die Gegner der Windkraft Flagge.
 
von FRANZ GALSTER
Auch der anfangs starke Regen hat an die hundertPinzberger nicht davon abhalten können, vor dem Sportheim in Pinzberg gegen Windkraftanlagen zu demonstrieren. Innen im Sportheim tauschten sich zur selben Zeit Hersteller, Grundstückseigentümer und Gemeindevertreter über das vorgesehene Vorranggebiet bei Pinzberg aus.
Während manche Teilnehmer den Hintereingang vorzogen und andere sich mühsam mit ihren Autos durch das Spalier der Demonstranten quälten, stellte sich Landrat Reinhardt Glauber (FW) den Fragen der Protestierenden. Die große Zahl der Gegner kommt aus dem Gebiet am Lohranger, das den geplanten Windrädern am nächsten liegt. Sie fürchten Lärm, Windschatten und damit Schaden für ihre Gesundheit. Ferner drehen sich ihre Sorgen um minderwertigere Wohnlagen und Grundstücke.

Und dann bedrückt manche noch eine drohende Verschandelung der Naturlandschaften. Letzteres thematisierten vor allem die Demonstranten, die aus Erlangen, Herzogenaurach und dem Forchheimer Raum nach Pinzberg gekommen waren.

Glauber stellt sich

"Das ist hier so eine schöne Gegend für Spaziergänge und Naturfreunde. Man hat einen tollen Rundblick bis zur Vexierkapelle. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Windräder, aber der Standort muss stimmen", sagte beispielsweise Walter Lotze aus Erlangen. Klaus Hack wäre als direkter Anwohner von einer Windkraftanlage in Pinzberg unmittelbar betroffen.
Auch deshalb ist er Sprecher der Gegner. "Ich fürchte um meine Gesundheit. Die Räder würden genau südlich von uns stehen. Es reicht. Wir sind in Pinzberg umzingelt von Biogasanlage und Mülldeponie. Es muss nicht alles nach Pinzberg. Windparks sind Anlagen für Leute, die zu viel Geld haben und etwas brauchen, um anständig abschreiben zu können", beklagt er sich. Über Lautsprecher forderte Hack die Demonstranten zur Wachsamkeit auf. Heimlich, still und leise würden hier Tatsachen geschaffen. Landrat Glauber sei Vorsitzender der Elektragesellschaft Pinzberg, daraus solle sich jeder selbst seinen Reim machen.
Glauber selbst ist dann auch der Einzige, der sich beim Weg zum Sportheim den Demonstranten zur Diskussion stellt und viel Zeit einräumt. "Vorranggebiet ist es erst dann, wenn es als solches ausgewiesen ist, im Moment ist es im Anhörungsverfahren", erläutert er.

Die Demonstranten kann das freilich nicht beschwichtigen: "Keine Windräder in der Fränkischen Schweiz, wir sind Naherholungsgebiet. Wir lieben unsere Heimat", ruft eine Teilnehmerin dazwischen, Trillerpfeifen kommen hinzu. Glauber bleibt ruhig und versucht es weiter mit Argumenten. Der Unterschied sei, dass Pinzberg nicht im Landschaftschutzgebiet liege. Was er erntet, ist Widerspruch. "Ihr sollt das Volk vertreten und nicht die Windindustrie", tönt es dazwischen.

"Heimat statt Windpark"

Glauber weist auf gesetzliche Zwänge hin, die Notwenigkeit, die Entwicklung möglichst zu steuern. Gerade auch, um eine sogenannte Verspargelung zu verhindern.
"Unterschreibt keine Knebelverträge, euer Vieh kann keinen Wind fressen", ruft Hack den Grundstücksbesitzern immer wieder ins Gewissen. Die Diskussion wird langsam hitzig. Glauber erklärt derweil immer wieder, dass Gesetze einfach eingehalten werden müssen. Da ginge es nicht um Wollen oder Nichtwollen.
"Ich bin in Pinzberg geboren und wohne in Forchheim. Hier bin ich, weil Pinzberg meine Heimat ist. Der Köchelberg ist schon verschandelt, die Windräder wären die Steigerung", meint Wilhelmine Büttner. Kilian Schechtel hält ein Schild hoch: "Heimat statt Windpark" steht darauf geschrieben. "Das meine ich auch so", bekräftigt Schechtel.


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