Buckenreuth
Bürgerversammlung

Buckenreuther diskutieren über Kanal-Pläne

Der neue Abwasserkanal, schnelles Internet und ein Rattenproblem - die Bürgermeisterin von Ebermannstadt stand den Buckenreuthern Rede und Antwort.
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Die neu gebaute Kläranlage in Buckenreuth. Ab Frühjahr nächsten Jahres sollen die Abwasserkanäle im Ort saniert werden, parallel sollen Glasfaserkabel verlegt werden. Josef Hofbauer
Die neu gebaute Kläranlage in Buckenreuth. Ab Frühjahr nächsten Jahres sollen die Abwasserkanäle im Ort saniert werden, parallel sollen Glasfaserkabel verlegt werden. Josef Hofbauer
Der Ortskanal von Buckenreuth soll nächstes Jahres saniert werden. Bürgermeisterin Christiane Meyer (Neue Liste Ebermannstadt) informierte über die Kanalsanierung im Ort. Das Buckenreuther Gemeindehaus war zur Bürgerversammlung gut besucht. "Wir wollen schon Frühjahr 2018 beginnen", erklärte Meyer.

Auch der Kanal in Wohlmutshüll und der Flutgraben in der Altstadt Ebermannstadt werden verbessert. Die Druckleitung von Buckenreuth-Wohlmuthshüll wurde bereits neu gebaut. Wichtig: Die Kosten für die Maßnahmen zahlen alle Hauseigentümer von Ebermannstadt. "Anteilsmäßig zahlt der Eschlipper genauso viel wie der Buckenreuther", verdeutlichte die Bürgermeisterin. Grundsätzlich müssten Entwässerungseinrichtungen kostendeckend arbeiten. Das bedeutet, es fließen keine Steuergelder oder andere Mittel mit ein.

Die Beiträge werden über eine "Globalrechnung" ermittelt. Dafür werden alle Kanal- und Kläranlagen-Maßnahmen der letzten fünf Jahre und der in den folgenden fünf Jahren geplanten Arbeiten zusammen gerechnet. Zudem werden die Grundstücks- und Geschossflächen jedes Eigentümers ermittelt. Die Kosten werden dann anteilsmäßig umgelegt.


Mitarbeiter sind im Stadtgebiet unterwegs

Mitarbeiter des Kommunalberatungsbüros Dr. Schulte sind deshalb bereits im Stadtgebiet unterwegs, angefangen haben sie in Gasseldorf. Sie schauen, ob ihre Daten von 2003 noch schlüssig sind. "Sie werden auch bei ihnen vor jedem Haus stehen", erklärte Meyer. Unter Umständen würden sie auch an der Tür klingeln, falls ihnen Ungereimtheiten auffallen. Die Mitarbeiter haben einen Ausweis der Stadt Ebermannstadt dabei. Jeder Eigentümer soll Ende des Jahres sein ermitteltes "Aufmaßblatt" zugeschickt bekommen. Zudem sind dazu drei Informationsabende geplant: Einer im Ebermannstadter Oberland, einer im Mühlbachtal und einer in Ebermannstadt.

Die Rechnungen sollen im April 2018 versendet werden. Wie teuer die Maßnahmen für die Bürger werden, könne Bürgermeisterin Meyer aktuell noch nicht sagen. Einige Buckenreuther bemängelten, dass es doch bereits "Aufmaßpläne" geben müsse. Meyer versicherte nachzuforschen.


Schnelles Internet kommt zeitgleich

Das zweite große Thema in der Bürgerversammlung war der Breitbandausbau. "Es wäre sehr kontraproduktiv, wenn wir die Straße und den Kanal zu einem anderen Zeitpunkt machen wie den Internetausbau", sagte Meyer. Deshalb sollen die geplanten Glasfaserkabel in Buckenreuth parallel zum Abwasserkanal verlegt werden. Die Stadt hat entschlossen für den Ausbau des schnellen Internets aus einem "komplizierten" bundesweiten Förderprogramm auszusteigen. Stattdessen strebt die Verwaltung eine bayerische Förderung durch das "Höfe-Programm" an, weil "es schlicht und einfach schneller geht".

Der Anbieter, der das Breitband verlegt, werde zudem einen Teil der Kosten für die Straße übernehmen - und falls gewünscht den Anschluss bis in die Wohnungen verlegen. Die Verlegung ins Haus koste die Hauseigentümer zudem nichts, fügte Andreas Kirchner von der Stadt Ebermannstadt hinzu.


Massives Rattenproblem in Buckenreuth

Bei der Fragerunde, brachte ein Buckenreuther ein ganz anderes Anliegen vor: "Seitdem die Klärgruben 2016 neu gemacht worden sind, haben wir im Ort ein massives Rattenproblem." Viele Anwohner stimmten ihm zu, die Ratten seien in die Häuser und Scheunen "umgezogen". Die Stadt solle verstärkt Köder aushängen. "Ja, da muss sich jemand drum kümmern", befand die Bürgermeisterin.

Andere Anwohner beschwerten sich über die Schwierigkeit vom Ramstertal auf die B470 aufzufahren. An der Ampel auf Höhe des Rewe in Ebermannstadt müsste man manchmal 20 bis 30 Minuten warten. "Es würde mich überraschen, wenn es dort Probleme gibt. Denn dies widerspricht allem, was das Straßenbauamt untersucht hat", meinte Meyer. Die Behörde sei für die Bundestraße zuständig und habe dort eigene Messungen gemacht. Ergebnis: Der Verkehrsknotenpunkt Ramstertal wurde als gut eingestuft. Meyer machte den Buckenreuthern keine Hoffnung, das Straßenbauamt werde hier kein Geld investieren.


Projekte und Finanzsituation

Die Bürgermeisterin stellte außerdem Projekte vor, die die Stadt in Zukunft noch beschäftigen werden: Das größte Projekt ist das "Kultur- und Familienzentrum am Hasenberg". Der Kindergarten St. Marien wird für 380 000 Euro (275 000 Euro Förderung) weiter saniert, im Juni wurde bereits der neue Spielplatz eingeweiht. Die ehemalige Schreinerei soll 2018 revitalisiert werden. Die erwarteten Kosten liegen hier bei 970 000 Euro.

Andere geplante Maßnahmen sind unter anderem die Erneuerung der Kalkgasse in Niedermirsberg und der Hirtengasse in Rüssenbach. Meyer stellte auch das Integrierte Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) vor, deren Projektbüro in der Hauptstraße 21 in Ebermannstadt heuer eröffnete. Das Zentrenmanagement von ISEK pflegt Kontakte zu Gewerbetreibenden und berät zum Thema "Fördermittel". Die Bürgermeisterin rief zudem dazu auf, sich in einem Projekt zur interkommunalen Zusammenarbeit zu engagieren: Im Januar haben sich zwölf Gemeinden zum Verein "Fränkische Schweiz AKTIV" zusammengeschlossen.

Meyer informierte auch über die Finanzsituation der Stadt Ebermannstadt. Die pro Kopf-Verschuldung sei von 2 633 Euro (2016) auf heuer 2 444 Euro zurückgegangen. Dabei sind Stadt, Schulverband und die Eigenbetriebe mit eingerechnet. Von 29 Gemeinden im Landkreis hat die Stadt Ebermannstadt aber noch immer die zweithöchste Verschuldung. Auch in diesem Jahr habe die Stadt wieder Stabilisierungshilfen beantragt, die Entscheidung fällt circa im November.

Über die Straßenausbaubeitragssatzung wurden bislang 1,2 Millionen Euro eingenommen. Noch anzurechnen seien Ausbauarbeiten in Eschlipp, Windischgaillenreuth, Moggast und Rüssenbach. Für externe Ingenieurbüros bezahlte die Stadt bisher 127 599 Euro.
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