Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Geschichte

Archivschätze aus Hundshaupten

Heinrich Freiherr von Pölnitz gibt die Bestände aus dem Schloss an das Staatsarchiv Bamberg ab.
Das Dokument zum Duell von 1664 Fotos: privat
 
Die Archivbestände im Schloss Hundshaupten werden in Kürze in das Staatsarchiv Bamberg gebracht, damit sie optimal gelagert und der der Öffentlichkeit zugänglich sind.
Im Schloss Hundshaupten gibt es ein seit 1661 bestehendes Rittergutsarchiv, dazu ein in das 16. Jahrhundert zurückreichende Familienarchiv derer v. Pölnitz. Deren Eigentümer ist Heinrich Freiherr von Pölnitz. "Besonders interessant ist das Archiv, weil es umfänglich wie selten Dokumente birgt", teilt Freiherr von Pölnitz mit.


Das Duell endet tödlich

Interessante Akten finden sich im Hundshauptener Schlossarchiv, so wie folgende: Warum der kurbrandenburgische Oberstallmeister Gerhard Bernhard von Pölnitz mit Gebhard Truchsess von Waldburg aneinandergeraten war, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen. In jedem Fall aber endeten die Streitigkeiten im Oktober 1664 tödlich. Beide hatten sich zu einem Pistolenduell in der Nähe von Wien verabredet, in dessen Verlauf Baron von Waldburg so schwer getroffen wurde, dass er die Kontrolle über sein Pferd verlor, eine noch geladene Pistole fallen ließ und schließlich selbst zu Boden sank.

Die Duellanten versöhnten sich zwar in dieser dramatischen Situation miteinander, wenig später jedoch verschied Waldburg. Gerhard Bernhard von Pölnitz war in den letzten Augenblicken neben dem Sterbenden niedergekniet und hatte ihm "aus Gottes Wort zugesprochen".


Vierseitiger Zeugenbericht

All dies geht aus einem vierseitigen Zeugenbericht hervor, der sich im Familienarchiv der Familie von Pölnitz auf Schloss Hundshaupten befindet. Einen Einblick in dieses und viele weitere Schriftstücke erhielt eine Gruppe von Bayreuther und Bamberger Studierenden im Rahmen einer vom Institut für Fränkische Landesgeschichte mit Sitz im Schloss Thurnau, durchgeführten Übung zur Archivlandschaft in Franken.


Aufgaben moderner Archive

Zu Semesterbeginn hatten sich die Teilnehmer zunächst ausführlich mit den vielseitigen Aufgaben moderner Archive beschäftigt und einiges über die Ausbildung zum Archivar erfahren. Diesem theoretischen Einstieg folgten die Besuche ausgewählter Archive, darunter das Staatsarchiv Bamberg und das Bundesarchiv Lastenausgleichsarchiv in Bayreuth. Den Abschluss der Archivexkursionen bildete der Besuch in Hundshaupten.

Neben den Studierenden machten sich der Veranstalter der Archivübung, Marcus Mühlnikel, sowie der Leiter des Instituts für Fränkische Landesgeschichte, Martin Ott, auf den Weg nach Hundshaupten. Heinrich Freiherr von Pölnitz öffnete bereitwillig die Schlosspforten und gab einen Überblick über die Geschichte des Anwesens und der Familie von Pölnitz, dessen fränkischer Zweig im 17. Jahrhundert mit der Ansiedlung in Aschbach (1601) und Hundshaupten (1661) begründet wurde. Der mit dem Schlossarchiv betraute Historiker Werner Herdegen führte die Studierenden in das gut geordnete und über ein sorgfältig angelegtes Repertorium (Findbuch) erschlossene Ritterguts- und Adelsarchiv ein. Danach durfte sich die Gruppe selbst auf die Suche nach interessanten Akten begeben.


Die letzten Besucher

Die Studierenden aus Bayreuth und Bamberg waren somit die letzten Besucher der Archivräume im Schloss. Noch in diesem Sommer werden die Bestände von Hundshaupten an das Staatsarchiv Bamberg als Deposit abgegeben, wo sie sicher untergebracht und für die Forschung leichter zugänglich sein werden.

"Die Gefahr, dass die Archivalien durch nicht optimale Lagerung und unvorhergesehene Ereignisse beschädigt oder gar vernichtet werden, ist einfach zu hoch", meint von Pölnitz. Er kann sich zwar nur schwer vom bis ins 16. Jahrhundert zurückreichende Familienarchiv und Rittergutsarchiv trennen, möchte die Bestände jedoch in sicheren Händen wissen. Den Zeugenbericht über das Pistolenduell des Jahres 1664 wird man also künftig im Staatsarchiv Bamberg lesen können.
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.