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Abwasserpolitik

Angst vor Sumpf und Ungeziefer

Bürgerinitiative zur Erhaltung des Mühlbachs in Oberleinleiter befürchten, dass der Bach bald nicht mehr plätschert.
Die Schönheit des  Mühlbachs  ist in Gefahr.Carmen Schwind
 
von CARMEN SCHWIND
Noch plätschert das Wasser im Oberleinleiter Mühlbach fröhlich vor sich hin. Doch das könnte bald anders werden. "Es geht nicht, das gibt es in der heutigen Zeit doch fast nicht", ärgert sich Friederike Dippold, nach dem Besuch der Sitzung des Marktgemeinderates in Heiligenstadt. Sie ist eine Anliegerin am Mühlbach und wundert sich, dass die Planer keine Möglichkeit für dessen Erhalt gefunden haben. Im Rahmen der Abwasserbeseitigung soll der Retschgraben neu verrohrt werden. Doch dann würde von ihm aus kein Wasser mehr in den Mühlgraben fließen. "Wir haben Sorge, dass der Mühlbach versumpft, zuwächst und verwuchert", erklärt Anlieger Bernd Hofmann sachlich und sagt, dass die Bürger aus Oberleinleiter keinen Ärger machen wollen, dass ihnen der Mühlbach aber am Herzen liege.

Außerdem würden die Anlieger mehrfach bestraft, denn einerseits würde der Mühlbach nicht mehr fließen, andererseits müssten sie dann den versumpften Graben regelmäßig sauber machen. "So wie das jetzt aussieht, ist das keine Verbesserung für die Anlieger, denn sie müssen zahlen wie alle anderen", erklärt Marktgemeinderat und Ortssprecher Heiko Ott (BN), denn für den restlichen Ort sei ein Zwei-Kanalsystem für das Abwasser vorgesehen. "Nur nicht bei uns. Da soll Dach- und Regenwasser in den Mühlbach eingeleitet werden. Aber das reicht nicht aus, damit er ein fließendes Gewässer bleibt", ergänzt Bernd Hofmann. Keiner der Anlieger kann sich erinnern, dass der Mühlbach jemals über das Ufer getreten ist. "Egal, wie viel Schnee geschmolzen ist oder wie viel es geregnet hat", bestätigt auch Anlieger Rudi Hofmann.

Um den Mühlbach als fließendes Gewässer zu erhalten, haben die Anlieger eine Unterschriftenliste ausgelegt. Über 200 Menschen aus Oberleinleiter, Heiligenstadt oder anderen Ortsteilen haben unterschrieben. "Die Leute haben gesehen, was für ein schönes Bächlein das ist. Und sie haben sich gewundert, dass das einem wasserrechtlichen Verfahren zum Opfer fallen soll", sagt Bernd Hofmann und erzählt von Wanderern und Radfahrern, die sich am Mühlbach erfreuen oder auch einfach einmal anhalten und genießen. "Besonders am Garten von Heidrun Gütlein halten die Radfahrer an und bewundern den Bach und den angrenzenden, schönen Garten", berichtet Bernd Hofmann und Heidrun Gütlein wird ein wenig rot, denn Gärtnern ist ihr großes Hobby. "Der Mühlbach gibt dem Dorf Charakter und gehört zum Erscheinungsbild", sagt Rudi Hofmann.

Friederike Dippold hat auch Sorge, dass ein Mühlbach ohne fließendes Wasser Fliegen und Ungeziefer anziehen könne. Ihr Esszimmerfenster geht Richtung Mühlbach. "Und auf Terrasse oder Balkon kann man sich dann auch nicht mehr aufhalten", sagt Bernd Hofmann. Deshalb haben die Anlieger Einspruch gegen die geplante Verrohrung beim Landratsamt erhoben und die Unterschriftenliste in der Gemeinde eingereicht. Erster Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) hatte diese ebenfalls an das Landratsamt weitergeleitet. Und die Räte hatten sich in der vergangenen Sitzung ausgesprochen, dass sie auf Aussagen oder eine Lösung der dortigen Fachbehörden warten. "Wir hatten einen Besuchstermin beim Bürgermeister und haben unsere Anliegen vorgebracht", erzählt Bernd Hofmann. Doch seien die Anlieger enttäuscht, dass man nicht vorher mit ihnen gesprochen habe.
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