Forchheim
Konzert

Alles hört in Forchheim auf den Dirigenten

In Dingen der Rechtschreibung nur unzureichend bewandert, musikalisch umso überzeugender: "cOHRmusik" in Forchheim.
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Dirigent Gerhard Moller leitet die Harfenistin Stefanie Barthelmann und die Forchheimer Sängerinnen an. Fotos: Weiler
Dirigent Gerhard Moller leitet die Harfenistin Stefanie Barthelmann und die Forchheimer Sängerinnen an. Fotos: Weiler
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Mit einem gewagten Buchstabendreher als Überschrift hat die Schola Cantorum der Forchheimer Musikstätte "git.art.M" auf das menschliche Hörorgan abgezielt: "cOHRmusik". Mit lupenreiner Intonation und fein nuancierter Stimmung verwandelte der Chor den Legasthenie-Streich vor einem hellhörig disziplinierten Publikum zu einem Geniestreich. Dirigiert von Gerhard Moller legte der Chor seinen Schwerpunkt auf sakrale Musik vom Mittelalter bis in die Neuzeit.

Nur bei drei Stücken von sparsamem Klavier- und Harfeneinsatz untermalt, stellten die rund 20 Sänger unter Beweis, dass auch mit minimalsten Mitteln ein Publikum restlos zu begeistern ist. Von Henry Purcell und John Dowland über Gounod und Maierhofer bis hin zu den Beatles brachten sie eine durchgehend bravouröse Leistung.

Starke Stimmpräsenz, gesangliche Sicherheit, interessante Stilmittel und eine ausgewogene Dynamik ließen nicht zuletzt auf die Kompetenz des Dirigenten schließen. Nicht nur mit "Yellow Submarine", "Hit the road Jack" und "Only you", sondern auch mit durchgeistigten Psalmen und leidenschaftlichen Spirituals verstanden sie es, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen.

Einige Notendreher

Spielerische Leichtigkeit, lautmalerische Summ-Passagen und Echoeffekte wechselten dabei mit tiefgründigem Ernst und spiritueller Klarheit ab. Gotteslob und Schöpfungswunder hatten thematisch ebenso Platz wie Liebeslust und leichte Muse.

Notendreher gab es allerdings nicht zu knapp beim Gitarrenduett Michael Mauser und Herbert Graf, das zwischen je vier Chorsätzen für Auflockerung sorgte. Auf Michael Mauser, Leiter des Musikinstituts, der als vorbildlicher Lehrer für einen durchgehend zuverlässigen warmtönenden Klangboden sorgte, konnte sich sein melodieführender Schüler, der erst mit 59 Jahren mit dem Studium der klassischen Gitarre begann, aber jederzeit stützen.

Fast volkstümlich kamen die zwölf Romanzen "Ferdinando Carullis" daher, bekamen allerdings manchmal durch unfreiwillig disharmonisches Spiel eine mitunter apart schräg e Fremdartigkeit. Mit weit aufgesperrten Ohren ließ sich das Publikum dankbar durch ein wohl abgestimmtes Menü aus musikalischen Genüssen tragen. Mit starkem Beifall forderte es am Ende noch eine Zugabe. "There's a wideness in God's mercy" sang schließlich noch der Chor.
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