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Region  // Forchheim

Prozess

Zigarette ins Gesicht gedrückt

Volltrunken attackierte ein Forchheimer einen Annafestbesucher. Dafür erhielt er nun eine Bewährungsstrafe.
Tatwaffe glühende Zigarette Foto: dpa/Archiv
 
von ALEXANDER HITSCHFEL
Der übermäßige Konsum von Alkohol am diesjährigen Annafest hatte für einen 23-jährigen Forchheimer nun ein Nachspiel. Er musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Forchheimer Amtsgericht verantworten. Im volltrunkenen Zustand hatte der junge Mann eine brennende Zigarette im Gesicht eines anderen Annafestbesuchers ausgedrückt. Das Urteil: eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung. Außerdem wurde er zur Zahlung von 500 Euro Schmerzensgeld und 800 Euro Zahlung an eine gemeinnützige Institution verurteilt.

"So richtig kann ich mich an den Abend gar nicht mehr erinnern", gab der Forchheimer bei der Befragung durch Strafrichterin Silke Schneider kleinlaut zu. Es war der 24. Juli, als der Angeklagte gegen 22 Uhr auf dem Nederkeller einen 17-Jährigen mit einer brennenden Zigarette Brandverletzungen zugefügt haben soll.

Vorausgegangen sei eine Meinungsverschiedenheit zwischen einem Freund des Geschädigten und dem Bruder des Angeklagten, in die sich der 23-Jährige dann eingemischt hatte. "Suchst du Stress?", soll der 23-Jährige im alkoholisierten Zustand sein späteres Opfer gefragt und gleich danach seine brennende Zigarette im Gesicht des 17-Jährigen gleich unterhalb des Auges ausgedrückt haben. In der Akte befindliche Lichtbilder der Verletzung zeigten zwei Brandblasen, die der Minderjährige von dem überraschenden Angriff davontrug. Auch heute, rund drei Monate nach der Tat, zeugen Narben vom damaligen Angriff des 23-Jährigen, der bisher nicht vorbestraft war.

"Wie lange hat es wehgetan?", wollte Strafrichterin Silke Schneider vom 17-Jährigen wissen. Rund zwei Wochen habe er wegen der Attacke Schmerzen gehabt, war auch einmal deswegen beim Arzt gewesen. Die Brandblasen selbst hätten geeitert und seien aufgeplatzt, erzählte er. Der Angeklagte entschuldigte sich noch im Gerichtssaal für seine Tat, für die es keine Rechtfertigung gebe.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft nannte als Mindestmaß bei einer gefährlichen Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Nachdem der Angeklagte bisher nicht vorbestraft gewesen sei und er geständig gewesen sei, könne sich die Strafe auch am unteren Ende des Strafrahmens bewegen, so der Vertreter der Anklage. Er forderte daher eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten - nachdem der Angeklagte bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war - ausgesetzt zur Bewährung. Außerdem beantragte der Staatsanwalt als weitere Auflage an den Geschädigten 500 Euro Schmerzensgeld und 1000 Euro für gemeinnützige Zwecke zu zahlen.


1300 Euro Bußgeld

"Es tut mir leid, ich bereue es", waren die letzten Worte des Angeklagten, bevor Strafrichterin Silke Schneider zur Tat Schritt. Sie verhängte eine Freiheitsstrafe von neun Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, sowie 500 Euro Schmerzensgeld und eine weitere Geldstrafe über 800 Euro, zu zahlen an das Brückla e.V. "Das hätte auch leicht ins Auge gehen können", so Schneider in ihrer Urteilsbegründung und versuchte damit dem Angeklagten klar zu machen, dass man sich dann über eine weitaus höhere Strafe unterhalten hätte müssen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.


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