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Region  // Forchheim

Ausstellung

Zeugnisse von Abschied und Neubeginn

Anlässlich des Internationalen Museumstags zeigt das Braunauer Heimatmuseum am Sonntag die Geschichte der Vertreibung aus dem Sudetenland.
Uta Heumann, Tochter des Künstlers Fritz Stonner aus dem Sudetenland, platziert Bilder über die Arbeiten ihres Vaters im Heimatmuseum. Stonner hat unter anderem das Denkmal der Heimat (1976) entworfen, das am Nürnberger Tor in Forchheim zu sehen ist. Foto: Roberta Schorr
 
Am Sonntag, 21. Mai, ist der 40. Internationale Museumstag, ein seit 1978 jährlich stattfindendes Ereignis, das auf die Bedeutung und die Vielfalt der Museen aufmerksam machen möchte. In Deutschland öffnen dazu mehr als 6000 Museen ganztägig ihre Türen für Jung und Alt. Das Motto lautet diesmal "Spurensuche. Mut zur Verantwortung!" Auch das Braunauer Heimatmuseum bietet ein darauf abgestimmtes Angebot, die Sonderausstellung "Gemeinsam mit unserem Paten Forchheim wurden wir Partner unserer Heimatstadt Braunau / Broumov" beginnt am Sonntag.

Besuchern wird die Geschichte der Braunauer in Forchheim in den vergangenen 70 Jahren anhand von Bildern, Schriften, Kunst, Gemeindechroniken, Trachten und Dokumentationen zur Vertreibung veranschaulicht. Als nach dem Zweiten Weltkrieg viele Flüchtlingsfamilien aus Braunau (Sudetenland) mit Eisenbahnwagen nach Bayern und in die neuen Bundesländer emigrierten, leistete die Stadt Forchheim große Unterstützungsarbeit. Die Familien, die hier erschöpft, hungrig und mit wenig Hab und Gut ankamen, wurden von Nürnberg über Erlangen bis hin zu Forchheim verteilt und fanden zuerst in Lagern, später in deutschen Familien, Unterkunft.
Der erste Kontakt zwischen Braunau und Forchheim wurde über einen Rundbrief des ehemaligen Abts des Braunauer Klosters, Dominik Prokop, hergestellt. Dieser enthielt Suchlisten, um den Kontakt zu vermissten Familienangehörigen wieder herzustellen.

Vertriebene Braunauer gründeten in den folgenden Jahren Heimatgemeinschaften in Forchheim. Daraus entstand 1952 der Heimatkreis Braunau, der Grundstein für die weitere Entwicklung war. In einem Brief aus dem Juli 1955 baten sowohl der Vertreter des Heimatkreises, als auch sudetendeutsche Bürger die Stadt Forchheim, Braunau als Patenstadt anzunehmen; daraufhin beschloss die Stadt Forchheim dies. Die Patenschaft wurde am 14. August 1955 in einem Festakt offiziell verkündet.


Mehr als eine Übergangslösung

Die kommende Sonderausstellung ermöglicht es den Besuchern, einen ganzheitlichen Eindruck von der Vertreibung der Braunauer Familien zu gewinnen. Der Fokus jedoch liegt auf dem Neubeginn dieser Menschen in der "neuen Heimat" Forchheim. Anhand von Plakaten und Bildern werden Geschichten und Erinnerungen, zum Beispiel der "Apfel als Willkommensgruß", von Zeitzeugen geschildert. Dies macht die Sonderausstellung für den Besucher lebendig und greifbar.

Christina Meinusch, die die Ausstellung im Auftrag des Heimatkreises Braunau/Sudetenland vorbereitet und sich mit Zeitzeugen unterhalten hat, berichtet: "Für ältere Flüchtlinge war es am Anfang schwieriger, sich an die neue Situation zu gewöhnen, obwohl sie auch Deutsch sprachen. Viele dachten, dass es nur eine Übergangslösung sei. Die Kinder aber fanden schnell Anschluss, was die Integration erleichterte."
Was aus Solidarität in den Nachkriegsjahren entstand, wurde zu einer andauernden Partnerschaft zwischen Forchheim und Braunau. Beide Städte verbindet heute noch eine enge Freundschaft und ein regelmäßiger Austausch. "Letztendlich ist etwas Schönes daraus entstanden, ähnlich einem Happy-End", wie Meinusch zusammenfasst.

Das Braunauer Heimatmuseum am Paradeplatz 2 in Forchheim ist am Sonntag von 9 bis 16 Uhr geöffnet.
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