Kunst kann viele Formen annehmen. Zwei davon - die Betonung des Körperhaften mit Licht und Schatten sowie das Aufbrechen der Formen - spiegeln sich in Wolfgang Mages Werken wider. Für seine Werke hat Mages, der sein Atelier in Gräfenberg hat, nun den Kunstpreis der VR Bank Erlangen bekommen. Das große prägende Thema seiner Arbeit sind Landschaften. "Über die Landschaft habe ich überhaupt erst Zugang zur Malerei bekommen", sagt Mages.

Die Kunst spielte in seinem Leben beileibe nicht immer die größte Rolle. Richtig entdeckt hat der 40-Jährige die Kunst für sich erst an der Uni in Regensburg, wo er Lehramt für Realschulen mit den Fächern Englisch und Kunst studierte. Fiel es ihm anfangs noch schwer, ohne Anleitung vorzugehen, brachten viele "Aha-Erlebnisse" die entscheidende Wende. In künstlerischer aber auch in beruflicher Hinsicht.

Als Lehrer an der Realschule hätte er das rein Künstlerische in der Kunsterziehung wohl eher stiefmütterlich behandeln müssen. Aus diesen Grund entschied sich Mages, sich an der Kunstakademie in Nürnberg zu bewerben. Heute ist er freischaffender Künstler mit Lehramtsstudium.

Ausflüge für die Inspiration


Nach dem Referendariat in Bamberg arbeitete er in Burkunstadt und unterrichtet seit dem Jahr 2008 am Fridericianum in Erlangen. Mages ist es wichtig, seine beiden beruflichen Seiten auch geografisch voneinander zu trennen.

Gerade deshalb hat er sein Atelier eben nicht in Erlangen, wo er unterrichtet, oder in Nürnberg, wo er wohnt, sondern in Gräfenberg eröffnet. Gräfenberg ist für Mages auch deshalb ideal, weil er von dort zu Wanderungen und Fahrten ins Grüne aufbrechen kann. Das ist ihm wichtig, denn auf seinen Ausflügen findet Mages seine Inspiration und die Ideen für seine Landschaftsbilder.

Führt man sich seine Bilder genau vor Augen, lässt sich eine künstlerische Entwicklung erkennen: Seine Landschaftsbilder werden immer abstrakter, verlieren an realistischen Merkmalen. Ortskundige Betrachter konnten auf den älteren Bildern rehgelmäßig bestimmte Orte und Gegenden erkennen. Dies fällt nun ungleich schwieriger.

Auf einer Holzplatte oder auf Leinwand malt Mages grobe Kompositionslinien. "Dann steigere ich den Farbaufbau langsam", erläutert Mages. Die gemalten Landschaften lösen sich so peu a peu in Farbflächen und Formen auf.

Das oft starke Relief in seinen Bildern bewahrt Mages durch eine "dicke" Farbe mit Schlieren. Dem gegenüber trägt er bei anderen Bildern die Farbe eher dünn auf. So bleibt das, was Landschaft ist, nur noch anhand von Farben und Formen erkennbar. Das ist also im Grunde die künstlerische Methode von Wolfgang Mages: Die Elemente herauszufiltern, ohne aber dabei bestimmte Gegenstände wie beispielsweise Fachwerkhäuser zu deutlich erkennbar zu lassen.