Forchheim
Wirtschaftsleben

Vögele bleibt mit einem "Flügel" in Forchheim

Die Vögele-Filiale in der Hans-Böckler-Straße in Forchheim sei von der Schließung in der Hauptstraße nicht betroffen, betont eine Firmensprecherin.
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Die Filiale in der Forchheimer Hans-Böckler-Straße werde "von den Vorgängen in der Hauptstraße nicht tangiert", beteuert Vögele-Pressesprecherin Nicole Borel. Foto: Ekkehard Roepert
Die Filiale in der Forchheimer Hans-Böckler-Straße werde "von den Vorgängen in der Hauptstraße nicht tangiert", beteuert Vögele-Pressesprecherin Nicole Borel. Foto: Ekkehard Roepert
Der mögliche Verkauf der Schweizer Modekette Vögele habe nichts mit der Schließung der Vögele-Filiale in der Forchheimer Hauptstraße zu tun. Das betonte gestern Nicole Borel, die Pressesprecherin des Schweizer Mode-Unternehmens.

Die Schließung des Ladens in der Hauptstraße (im Juni kommenden Jahres) sei schon beschlossen worden, bevor eine Investorengruppe ein Kaufangebot für Vögele auf den Tisch gelegt habe.

Warum also verlässt Vögele nach acht Jahren das Gebäude des früheren Modehauses Heilmann? "Der Standort konnte unsere Umsatzerwartungen leider nicht erfüllen", begründet Nicole Borel die Schließung, "aus diesem Grund haben wir uns entschieden, den Vertrag frühzeitig aufzulösen."

Dass diese Entscheidung "nichts mit dem Kaufangebot für die Charles-Vögele-Gruppe zu tun" habe, unterstreicht die Pressesprecherin mit Hinweis auf die Filiale in der Hans-Böckler-Straße: "Sie wird von den Vorgängen in der Hauptstraße nicht tangiert und bleibt bestehen."

Wie berichtet, hatte Vögele in der Hauptstraße einen Mietvertrag bis 2019. Hauseigentümer Karl Heilmann sieht den Auflösungsvertrag im Zusammenhang mit der möglichen Übernahme der kriselnden Schweizer Modekette durch den italienischen Kleiderhändler OVS.

Die Firma Vögele selbst nennt als Grund nun den mangelnden Umsatz. Der Forchheimer Wirtschaftsförderer Viktor Naumann wiederum meint: "Die Textil-Modebranche an sich ist in einem Umbruchprozess. Es muss sich zeigen, ob das aktuelle Geschäftsmodell noch zukunftsfähig ist." Mit anderen Worten: Der Internet-Handel werde zur Herausforderung.

Natürlich wäre es auch ihm lieber gewesen, wenn sich in der Hauptstraße wieder ein Modehändler angesiedelt hätte, sagt Viktor Naumann. Dass es dort nun zu einer "Umnutzung in Wohnungen" kommt, liege aber wiederum im Trend. Dieses sogenannte "Downsizing" (englisch für Verkleinerung) sei ein von Forchheim völlig unabhängiges Phänomen. "Gleichzeitig müssen wir sehen, dass sich die ganze Stadt handelstechnisch positiv entwickelt", sagt Naumann.

Für Udo Schönfelder, Chef der CSU-Fraktion im Stadtrat, dagegen ist der Abzug von Vögele ein "alarmierendes Signal". Wenn die zweitgrößte Firma der Innenstadt nun fehle, habe dies entsprechende Auswirkungen auf die Frequenz. Die Umwandlung eines Geschäftshauses in Wohnungen mag oft "ein guter Plan B" sein - in diesem Falle gelte das aber nicht, warnt Udo Schönfelder.

Und er verschärft seine jüngst im Stadtrat geäußerte Forderung, das Thema Leerstand sofort anzugehen: "Wenn man jetzt, nach dem Abzug von Vögele, nicht kapiert, dass wir eine Leerstands-Analyse brauchen, dann ist das unterlassene Hilfeleistung."








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