Versorgung

Trinkwasser hat in Wiesenttal Priorität

Die Marktgemeinde Wiesenttal ist sich in Sachen Wasser ihrer Verantwortung gegenüber den Einwohnern bewusst. Ein älterer Brunnen bereitet aber große Sorgen.
 
von PAULINE LINDNER
Das Trinkwasser steht über allem. Darüber ist sich der Wiesenttaler Marktgemeinderat einig. Man hat dafür in den vergangenen Jahren schon viel getan und will auch in Zukunft investieren. "Wir sind es den Bürgern schuldig, dass wir Qualität und Sicherheit haben. Zudem werden wir von den Behörden kontrolliert", gab Bürgermeister Helmut Taut (FWW) den Ton vor, ehe Harald Herbach von den Stadtwerken Ebermannstadt dem Gremium einen Sachstandsbericht gab.

In Sachen Wasser kooperiert Wiesenttal seit längerem mit der größeren Nachbargemeinde.
Die Wasserversorgung ist nicht zuletzt wegen der großen Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Ortsteilen komplex. Seit rund 100 Jahren werden die Höhenorte durch Leitungen erschlossen. "Die von Oberfellendorf nach Störnhof ist genau 104 Jahre alt", wusste Konrad Rosenzweig (CSU).

Gewonnen wird das Wasser im Wiesenttal. Der jüngere Brunnen wurde 2007 in Betrieb genommen. Er schüttet ohne Probleme Wasser aus dem zweiten Grundwasserstockwerk. Anders der ältere Brunnen aus dem Jahr 1962. Auch in ihn wurde investiert, um dem "Verockern" vorzugbeugen. Der Fachbegriff bezeichnet das Ausfällen von Eisen und Mangan, wodurch die Brunnenzuflüsse verstopfen. Selbst ein genehmigungspflichtiges Reinigen mit Zitronensäure brachte kaum Besserung. Ursache, so Herbach, ist das starke Absinken des Wasserspiegels beim Pumpbeginn. Hier gelangt Sauerstoff ins Wasser.


In einem Topzustand

Von den Brunnen wird das Wasser über eine Aufbereitungsanlage zu fünf Hochbehältern gepumpt. Diese Verteilung ist ebenfalls dem Geländerelief geschuldet. Jüngstes Bauwerk ist der Hochbehälter Hohes Kreuz. Der 500 Kubikmeter fassende Speicher wurde 2008 neu gebaut und versorgt die Ortsteile Muggendorf, Wöhr und die Höhenorte Richtung Engelhardsberg. Beim Hochpumpen muss ein Höhenunterschied von rund 200 Metern überwunden werden.

Er ist in Topzustand. Auch die anderen drei beanstandete der Fachmann nicht. Dafür gibt er dem ältesten existierenden Hochbehälter bei Trainmeusel keine Chance mehr. "Auf den wartet schon das Deutsche Museum", umschrieb er es dezent. "Das ist einer unserer nächsten Schritte", stimmte Taut zu. Eine technische Möglichkeit ist das Zusammenlegen mit dem nahen Hochbehälter bei Birkenreuth.

Allerdings würde sich bedingt durch den Höhenunterschied der Druck in der Wasserleitung zum angeschlossenen Weiler Wartleiten um etwa 1,5 bar erhöhen. Ob das die alte Stahlleitung verkraftet, bezweifelte man. Eine Leitungserneuerung hielt die Ratsrunde für sinnvoll.
Auf anderen Strecken hat sich das schon rentiert. Die Zahl der Rohrbrüche sind nach der Sanierung am Streitberger Berg und in Neudorf, Albertshof und Engelhardsberg zurückgegangen. "Das war viel Geld, aber wir haben dort seither keine Rohrbrüche mehr", fasste Taut zusammen.
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