Kersbach
Hausbesuch (4)

Stratege, Planer und Grillmeister

Im Alltag ist Oberbürgermeister-Kandidat Manfred Hümmer (FW) durchorganisiert und sehr aktiv. Im Urlaub jedoch ist er ein "Vagabund".
Artikel einbetten
In seinem Haus in Kersbach findet Manfred Hümmer auch inmitten des Wahlkampfs zur Ruhe.  Fotos: Ronald Rinklef
In seinem Haus in Kersbach findet Manfred Hümmer auch inmitten des Wahlkampfs zur Ruhe. Fotos: Ronald Rinklef
+1 Bild
Das Haus der Hümmers steht in Kersbach. Hier ist die Familie seit 1992 "angekommen", wie Manfred Hümmer, OB-Kandidat der Freien Wähler, erklärt. "Ich bin gebürtig aus Forchheim-Nord, meine Frau kommt aus Dormitz", sagt er, "wir haben hier etwas gefunden, das zwischen unseren Eltern liegt und wo wir uns wirklich wohl fühlen."
Das Wohn- und Esszimmer ist gemütlich und in mediterranen Farben gehalten. Viele Fotos hängen an der Wand. Ein ruhiges Eigenheim, so scheint es. Aber zur Zeit geht es bei den Hümmers drunter und drüber. Es ist schließlich Wahlkampf.
Für Manfred Hümmer ist es bereits der dritte, "man weiß schon, was auf einen zukommt, aber es ist immer wieder anders", sagt er. Mittlerweile sei der Sohn auch schon 18 und komme gut zurecht, auch wenn die Eltern abends zur Zeit kaum zu Hause sind. "Ich glaube, er genießt es auch manchmal, dass wir nicht da sind", sagt Hümmer schmunzelnd. Bis letzte Woche hat Manfred Hümmer noch voll gearbeitet. "Ich bin ein Mensch, der mit wenig Schlaf auskommt", erklärt er, "zur Zeit sind das meist nicht mehr als fünf Stunden." Ein Problem sei es aber, dass er in der Wahlkampfzeit kaum durchschlafen kann. "Ich wache oft nachts um drei auf, weil mir irgendetwas einfällt."


Seine Frau ist seine Stütze

Während des Gesprächs ist Manfred Hümmers Frau Lisa dabei. Sie kocht Kaffee, geht ans Telefon, wenn es klingelt, und kümmert sich zwischendurch um den Familienhund. "Meine Frau ist eine Perle", betont Hümmer, "ohne sie würde es gar nicht gehen."
Trotz des vielen Stresses sehen sich die beiden viel. "Sie geht oft mit zu Veranstaltungen und wir sind auch gemeinsam in einigen Vereinen."
Manfred Hümmer ist in knapp 30 Vereinen. "Oft bin ich auch nur passives Mitglied", räumt er ein, "aber ich finde es klasse, dass sich Leute ehrenamtlich engagieren. Das will ich unterstützen." Dies geschehe bei einigen Vereinen finanziell, manchmal seien es aber auch einfach Ratschläge, die er geben kann. "Von einem Stadtrat wird auch erwartet, dass er sich engagiert", erklärt Hümmer, "es kommen oft Vereine auf einen zu, wünschen sich ein Pokal-Sponsering oder einen Kontakt." In einigen Vereinen übernimmt er aber auch den Vorsitz oder andere Führungstätigkeiten. "Ich geb's zu, ich bin ein Alpha-Tierchen", sagt der 54-Jährige, "aber dabei bin ich ein Teamplayer."
Wer in 30 Vereinen ist, muss gut organisiert sein. "Zeitmanagement ist das A und O", erklärt Hümmer und zeigt seinen Terminplan, "ich habe ihn auch digital, aber bei dem handschriftlichen kritzel' ich oft auch Anmerkungen rein." In dem Terminkalender ist kaum eine freie Spalte zu finden. "Mir reicht es, wenn ich einen freien Tag habe, um meine Akkus aufzuladen", sagt er. Manchmal seien es auch die kleinen Dinge, die ihn entspannen. "Ein Glas Rotwein mit den Nachbarn oder ein Grillabend auf der Terrasse", erklärt er.


Einen Grill für jede Gelegenheit

Apropos Grillen: Hümmer ist passionierter Koch und Grillmeister. Fünf Grills nennt er sein eigen. Kleine, die er in den Urlaub mitnimmt, einen Elektrogrill für die Terrasse, aber eben auch einen großen Gasgrill. "Man sieht es mir vielleicht auch an, dass ich gerne koche und esse", sagt er lachend und schwärmt von verschiedenen Rezepten. Zum Beispiel mache er gerne Dorade - aber nur für seine Frau und den 18-jährigen Sohn, denn er selbst mag weder Fisch noch Meeresfrüchte.
Wenn er mit seiner Frau mit dem Wohnmobil im Urlaub ist, dann genießt er es, frisch einzukaufen und dann das Essen zuzubereiten. "Sie muss dann aber abspülen", räumt Hümmer ein. Seine Frau ergänzt lachend: "Das mache ich aber ohnehin das ganze Jahr."
Das erste Wohnmobil haben die Hümmers 1987 gekauft. Seither verbringen sie so ihre Urlaube. "Hotelurlaub ist nicht mein Ding", erklärt der Kersbacher OB-Kandidat, "im Urlaub sind wir Vagabunden und bleiben so lange an einem Ort, wie es uns gefällt. Alles ohne Terminplan." Ihre Lieblingsreiseländer sind Frankreich und die grüne Insel. "In Irland waren wir schon auf Hochzeitsreise", erklärt Manfred Hümmer, "in diesem Jahr war auch eine vierwöchige Reise dorthin geplant, denn wir feiern nun Silberhochzeit. Die OB-Wahl hat den Plan aber jetzt geändert."
Als zu Schulzeiten ein Beamter den Beruf des Polizisten vorstellte, war Manfred Hümmer klar, dass das genau das richtige für ihn ist. "Damals war ich noch wilder und eher der Action-Typ", erinnert sich der Kreis- und Stadtrat der Freien Wähler, "und die Aussicht auf ein kostenfreies Studium war auch interessant für mich."
Er begann ganz normal als Streifenpolizist, studierte und ging schließlich zur Kriminalpolizei. "Dort habe ich Vieles gelernt, das auch als Politiker wichtig ist", sagt Hümmer, "genaue Analysen und das Aufstellen von Strategien zum Beispiel." Seine politischen Themen kommen aus der Praxis, betont Hümmer, da er durch seine Vereinsarbeit mit vielen Menschen in Kontakt komme. "Politik und soziales Engagement geht für mich Hand in Hand."
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren