Oesdorf
Zwischenfall

Schon wieder ein Jogger im Schussfeld bei Nikolausjagd in Oesdorf

Mit 160 Teilnehmern waren in diesem Jahr so viele Beteiligte in Oesdorf bei der Nikolausjagd wie noch nie. Allerdings geriet auch ein Jogger ins Schussfeld.
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Nach Jagdende wurden die Tiere genau begutachtet und untersucht.  Fotos: Alexander Hitschfel
Nach Jagdende wurden die Tiere genau begutachtet und untersucht. Fotos: Alexander Hitschfel
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"So etwas ist mir auch noch nicht untergekommen", ärgert sich Erich Daum, Revierförster der Unteren Mark und gleichzeitig Organisator der inzwischen schon traditionellen Nikolausjagd. 160 Teilnehmer, teilweise angereist aus den unterschiedlichsten bayerischen Regierungsbezirken, beteiligten sich an der diesjährigen Nikolausjagd zu der das Bayerische Staatsforsten nach Wimmelbach eingeladen hatte.

Doch was war der Grund für Daums Verärgerung? Wieder einmal war ein Jogger in das Jagdtreiben geraten. Als der hinzugerufene Daum den Jogger aufforderte wieder umzukehren dann die Überraschung: "Können sie sich überhaupt ausweisen?", frage der Jogger den Revierförster. Wer Förster Erich Daum kennt, der weiß, dass ihn so leicht nichts aus der Bahn wirft und sprachlos macht, aber bei dieser Frage fehlten sogar ihm die Worte. "Da wird um einen Mann ringsherum geschossen und die Kugel fliegen ihm um die Ohren und dann will man ihn retten und wird nach seinem Dienstausweis gefragt?"

Glimpfliches Ende

"Natürlich hatte ich meinen Ausweis nicht dabei, konnte den Mann nach kurzer Debatte aber dazu bewegen sich in Sicherheit zu bringen", erzählt Daum. Eigentlich sollten alle Zugänge zum Wald gesperrt und mit Hinweis-Schildern versehen werden. Doch am Weingartsteig - dort war auch der Jogger in den Wald gelaufen - fehlte eben eine solche Absperrung und auch ein entsprechendes Hinweisschild. Daher war der Jogger unbewusst ins Schussfeld geraten.

Weil es so viele Teilnehmer wie nie gab, konnten in diesem Jahr manche Gebiete auch zweimal bejagt werden. Daum zeigte sich froh, dass eine solche Großveranstaltung - bis auf den Zwischenfall mit dem Jogger - fast reibungslos verlaufen war: Ein Jagdhund wurde von einem Wildschwein angegriffen und verletzt.
"Dem Hund geht es nach einer OP in der Tierklinik auch wieder gut", sagt Daum. Ein weiterer Hund wurde verletzt als er von einem anderen Jagdhund angegriffen wurde. "Bei einer Jagd wird eben der Jagd- und Beutetrieb der Hunde geweckt und sie verteidigen ihre Beute, wenn es sein muss auch gegen andere Jagdhunde", erläutert Daum.

Kontrolle der Tiere

Nachdem die Wildschweine und Rehe im Wald geschossen wurden, ging es dann zurück zum Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Wimmelbach, wo bereits der Veterinär des Landratsamtes Forchheim wartete um Blutproben von den erlegten Wildschweinen zu nehmen. Dies dient der Überprüfung ob nicht Fälle von Schweinepest vorliegen.

Am Abend wurde dann "Strecke gelegt". Dies bedeutet im Jäger-Jargon, dass die Ausbeute nach dem Auslüften der gesamten Jägerschaft präsentiert wird. Die Bilanz diesmal: 53 Wildschweine und 32 Reihe. Mit der Ausbeute ist Organisator Erich Daum zufrieden.

"Schön war auch, dass diesmal viele Besucher an den Platz an dem wir die Wildschweine und Rehe ausgenommen haben gekommen waren und den Amtsveterinär Wolfgang Söllner (Landratsamt Forchheim) und dem Metzger bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut haben. "Wir konnten so Aufklärungsarbeit leisten, dass es sich bei den Jägern nicht um "schießwütige Personen" handelt, sondern um Dienstleister, die ihren Anteil dazu beitragen, dass Wald und Waldtiere im ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen", so der Förster.
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