Wiesenttal
Marktgemeinderat

Sanierung wegen veralteter Technik und zu vieler Schäden unumgänglich

Auf der Tagesordnung des Marktgemeinderates standen mögliche Varianten, den über 90-jährigen Hochbehälter bei Trainmeusel zu ersetzen.
Artikel einbetten
Im Marktgemeinderat ging es auch um den Hochbehälter bei Trainmeusel. Foto: Pauline Lindner
Im Marktgemeinderat ging es auch um den Hochbehälter bei Trainmeusel. Foto: Pauline Lindner
Auf der Tagesordnung des Marktgemeinderates standen mögliche Varianten, den über 90-jährigen Hochbehälter bei Trainmeusel zu ersetzen, sowie die "Variante 2b" eines Gesamtkonzepts für die Sanierung des Familienbads Streitberg.
Die südlichen Ortsteile werden bislang von zwei Hochbehältern mit Trinkwasser versorgt. Der jüngere und größere (150 Kubikmeter Fassungsvermögen) liegt auf 515 Metern Höhe bei Birkenreuth. Seine Technik ist veraltet - das Bauwerk wurde bereits 1969 errichtet. So sind der freizugängliche Wasserspiegel und die Belüftung heute nicht mehr zulässig.
Auch fehlt ein Stromanschluss für Meß- und Regeltechnik. "Es muss einiges gemacht werden für die nächsten 50 Jahre", beschrieb Diplomingenieur Alexander Dürrschmidt den Bauzustand. 20 Meter niedriger liegt der Hochbehälter Trainmeusel, der 80 Kubikmeter fasst und die Ortschaften Trainmeusel und Wartleiten versorgt.


Musealer Wert des Hochbehälters

Einen "musealen Wert" bescheinigte ihm der Fachmann. Der Eingang ist nur 1,2 Meter hoch und die Decke ist schadhaft, mit Korrosionsspuren und Rissen. In eine Sanierung zu investieren habe nach Dürrschmidt wenig Sinn. Sein Rat: Die zwei Ortsteile über einen sanierten Hochbehälter Birkenreuth versorgen. Dazu muss ein Druckminderschacht gebaut werden, um die 2,3 Bar mehr durch den Höhenunterschied auszugleichen. Ein solches Bauwerk kostet rund 40 000 Euro.
Für die Ertüchtigung des Birkenreuther Hochbehälters stellte der Fachmann sechs Varianten vor. Der Preisunterschied leite sich vom Fassungsvermögen ab. Denn: Mit Löschwasserspeicherkapazität braucht es 240 Kubikmeter Fassungsvermögen, nicht nur 150. Just so viel, wie der Behälter heute schon fasst. Dadurch könnte sich die Kommune einen Neubau, ob in Stahlbeton oder aus Edelstahl über der Erde, ersparen.
Liegen bei den großen Modellen die Kosten - jeweils mit maximalen Nebenkosten wie Straßenzufahrt und Einfriedung - bei etwa 800 000 Euro und ein kleiner Neubau bei etwa 700 000 Euro, kommt eine Komplettsanierung auf weniger als 500 000 Euro. Hiervon mache allein die Technikerneuerung knapp 100 000 Euro aus. Wenn der Preis stimme, favorisieren mehrere Ratsmitglieder eine Sanierung mit einem Edelstahlinnentank. "Wie sonst auch im Lebensmittelbereich", so Konrad Rosenzweig (CSU). Er machte auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung auf.


Wasser für eine Million Euro

Demnach verkauft Wiesenttal in 30 Jahren bei gleichbleibendem Wasserpreis für eine Million Euro Wasser in den südlichen Gemeindeteilen. Die Summe gibt für Rosenzweig den Handlungsspielraum vor.
Als weiteres Zukunftsprogramm für die Wasserversorgung südlich der Wiesent wären noch die beiden alten Stahlzuleitungen für Trainmeusel und Wartleiten auszuwechseln. Die Kosten dafür liegen bei 160 000 beziehungsweise 220 000 Euro. Ein Problem ist der hohe Wasserverlust in diesem Teil des Wiesenttaler Trinkwassernetzes. Er liegt, so Dürrschmidt, bei 54 Prozent. Normal sind Werte bis zehn Prozent. Stellvertretende Bürgermeisterin Susanne Braun-Hofmann (CSU) vermutet: Auf einem Acker bei Birkenreuth bilde sich, so Einheimische, ein Sumpf, auch wenn es nicht geregnet hat.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren