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Jahrestag

Pottenstein gedenkt Nazi-Opfer

In Pottenstein hatten die Nationalsozialisten ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg errichtet. Sieben Jahrzehnte nach Auflösung des Lagers bekennt sich Bürgermeister Frühbeißer zur Pflicht der Erinnerung.
Die Pottensteiner gedachten der Gefangenen der KZ-Außenstelle Flossenbürg.  Foto: Weichert
 
von THOMAS WEICHERT
Gut besucht war der Gedenkgottesdienst in der Kunigundenkirche zur Befreiung der Häftlinge des einstigen KZ-Außenlagers Pottenstein des Konzentrationslagers Flossenbürg vor genau 70 Jahre. Anschließend wurde zum Gedenken der Opfer des Nazi-Regimes am Ehrenmal auf dem Pottensteiner Friedhof ein Kranz niedergelegt.
Alle Pottensteiner Vereine mit ihren Fahnenabordnungen waren ebenso anwesend wie fast alle Stadträte. Wie Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU) bei diesem Anlass sagte, gedenke man in Pottenstein mit der Befreiung der Häftlinge des KZ-Außenlagers stellvertretend allen Opfern der Nazi-Gewaltherrschaft.

Stadtpfarrer Thomas Thielscher erinnerte vor der Rede des Bürgermeisters daran, das im KZ-Außenlager Pottenstein von Dezember 1942 bis März 1945 insgesamt 700 Häftlinge untergebracht waren. Die meisten von ihnen stammten aus Polen oder waren sowjetische Gefangene. Auch Deutsche waren unter den Gefangenen. Jüdischen Glaubens waren allerdings nur wenige von ihnen. Die Häftlinge mussten hauptsächlich Bauarbeiten für die SS-Karstwehr leisten, wozu neben Straßenbauarbeiten auch die Anlegung des heutigen Schöngrundsees oder die weitere Erschließung der Teufelshöhle zählten.

Neun Todesfälle

In Pottenstein selbst starben dabei neun Häftlinge, weitere 37 Gefangene, die nach Flossenbürg zurück überstellt wurden, sterben dort innerhalb eines Monats. Wie Frühbeißer betonte, sei der Weg zum würdigen Gedenken an die Opfer als Weg zur Versöhnung ein langer Weg, wie man auch an der aktuellen Sonderausstellung in der Gedenkstätte Flossenbürg unter dem Titel "Was bleibt" sehen könne.

Kein Gras über die Sache

In vielen Orten ehemaliger KZ-Außenlager, rund 100 Außenlager gab es allein vom Konzentrationslager Flossenbürg, sei heute kaum mehr etwas zu sehen. Gras sei vielfach über die Sache gewachsen, viele seien dabei, die Gräuel zu vergessen. Ihm, Frühbeißer, sei es daher auch ein persönliches Anliegen, in der Magerscheune in Zusammenarbeit mit Historikern der "Stiftung Gedenkstätten" eine zeitgeschichtliche Dokumentation des ehemaligen KZ-Außenlagers einzurichten.

Frühbeißer begreift es als eine Verpflichtung aller Zeitgenossen, auch den nächsten Generationen die Geschichte greifbar und begreifbar darzulegen, um sie auf diese Weise für eine gute, tolerante und engagierte Gesellschaft zu begeistern.
Die Hilfsbereitschaft vieler Pottensteiner gegenüber den Häftlingen der KZ-Außenstelle entschuldige zwar das Nazi-Unrecht nicht, sei aber immerhin ein Vorbild.


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