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Kultur

Letzter Vorhang für Theatergruppe Chamäleons

Am Wochenende steht die Theatergruppe "Die Chamäleons" zum letzten Mal auf der Bühne. Leiterin Marianne Höller erklärt die Gründe für die Auflösung.
Als "Die Chaoten" wollen die Schauspieler der Jugend- und Theatergruppe "Die Chamäleons" ihre Zuschauer hinter die Kulissen des Theaters blicken lassen.  Foto: privat
 
von MAXIMILIAN GLAS
An ihrem Esstisch blättert sich Marianne Höller durch sieben Jahre voller Erinnerungen: Plakate, Fotos, Zeitungsartikel, alles fein säuberlich Jahr für Jahr geordnet. "Ich denke mit Begeisterung an all das zurück, was stattgefunden hat. Jeder hat jedem geholfen, es war eine wunderbare Zeit", sagt sie. 45 Kinder und Jugendliche hat Marianne Höller in Kersbach und Umgebung in den vergangenen sieben Jahren zum Theater gebracht. Am kommenden Wochenende fällt für die Theatergruppe "Die Chamäleons" der DJK Kersbach allerdings vorerst der letzte Vorhang.

Marianne Höller zieht sich als Leiterin der Gruppe zurück, einen Nachfolger konnte sie trotz intensiver zweijähriger Suche nicht finden. "Ich fühle mich einfach sehr belastet, so anstrengend habe ich das früher nicht empfunden", sagt die 64-Jährige, "ich habe mittlerweile ein schlechtes Gehör, das ist keine gute Basis für Theater."
Zuletzt bekam Höller bei den Vorbereitungen auf die Theaterstücke Unterstützung von Sandra Bernad, Mutter von zwei Jung-Schauspielern - ansonsten war sie all die Jahre als Einzelkämpferin unterwegs. "Die Eltern haben mich schon immer gefragt, wie ich das alleine mit 20 Kindern überhaupt hinkriege", sagt sie. Diese 20 Kinder überhaupt erst einmal an einem gemeinsamen Termin zu versammeln, sei durch andere Verpflichtungen wie Schule oder Vereine eine wahre Herausforderung gewesen, erklärt Höller.

Ihren letzten Pflichttermin haben die jungen Schauspieler am Wochenende in Kersbach, wo sie am Samstag und Sonntag vorerst zum letzten Mal auf der Bühne der DJK-Mehrzweckhalle stehen. Unter dem passenden Titel "Der letzte Vorhang" schlüpfen elf Kinder und Jugendliche in insgesamt 50 unterschiedliche Rollen.

In vier Aufzügen wird ein Potpourri aus verschiedenen Theaterformen aufgeführt: vom Stegreif-Theater bis zum klassischen Stück "Dinner for One". "Dieses Stück ist schon etwas Besonderes. Die Kinder waren ja noch nie betrunken, da ist es einfach schön zu sehen, wie sie versuchen, das nachzuspielen", meint Höller. Der Organisationsaufwand für den Klassiker aus dem Jahr 1963 war immens. "Das Stück ist geschützt, wir mussten extra in England anfragen und einen Vertrag unterzeichnen", erläutert die 64-Jährige. Nach dem Original folgt als Abschluss mit der "90. Geburtstag - Die Fälschung" das passende Pendant in einer fränkischen Gastwirtschaft.


Theater mit Hintergrund

Kreative Eigenproduktionen waren über die Jahre ein Steckenpferd der Chamäleons. "Die Kinder haben die Ideen und Texte selbst entwickelt, ich habe die Ideen dann zu einem gesamten Theaterstück geformt", berichtet Höller. Im Vergleich zu anderen Theatergruppen, die oft auf reine Schenkelklopfer setzen würden, war es Höller immer ein Anliegen, eine hintergründige Botschaft in jedes Theaterstück zu integrieren.

Besonders stolz ist sie dabei auf die Aufführung von "Die kleine grüne Giraffe" aus dem Jahr 2011, bei dem es um Tiere geht, die durch unterschiedliche Makel "anders" sind. "Das war ein Theaterstück über Toleranz, das inhaltlich sehr wertvoll war. Unser bestes Stück und mein Highlight in den letzten sieben Jahren", resümiert Marianne Höller.


Der letzte Vorhang

Aufführung Mit "Der letzte Vorhang" zeigen "Die Chamäleons" Theater in allen Variationen. Die Aufführungen finden am Samstag, 22. Oktober, und am Sonntag, 23. Oktober, um 16 Uhr in der Mehrzweckhalle der DJK Kersbach, Waldstraße 23, statt. Einlass ist um 15.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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