Ebermannstadt
Windenergie

Leserbrief: Für den Bau des Windparks bei Heiligenstadt

"Der Wind weht zwar nicht immer, doch Atommüll, der strahlt immer!" Nach diesem Leitsatz wundert sich unser Leser Christian Kiehr, warum der Bau des Windparks bei Brunn nun doch verhindert werden soll.
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Symbolfoto: Jens Büttner/dpa
Symbolfoto: Jens Büttner/dpa
Ein Bürgerbegehren soll den vom Markt Heiligenstadt geplanten Windpark bei Brunn verhindern. Diese Möglichkeit der direkten Demokratie ist sehr wichtig und steht nicht zur Debatte. Der Gemeinderat trifft sich am Montag, um über die Zulässigkeit zu entscheiden. Betrachtet man die Hintergründe, muss man sich als außenstehender Betrachter verwundert die Augen reiben. In einer von der Gemeinde im Juli 2011 angeregten Abstimmung hatten die Bürger die Möglichkeit, sich zur Windkraft in ihrer Heimat zu äußern. Es stimmten 37% für den Ausbau, 43% hegten keine Vorbehalte gegen neue Anlagen und 20% votierten dagegen. Die Gemeinde nutzte alle Möglichkeiten des offenen Dialoges mit den Bürgern. So fanden in allen Ortschaften Bürgerversammlungen statt.

Hohenpölz sprach sich gegen die Errichtung im nahen Umfeld aus. Dem Wunsch entsprechend fiel die Wahl auf Brunn, in dem es keine Vorbehalte gegen Windkraftanlagen gab, die jährlich 15.000 Haushalte mit Strom versorgen könnten. Ein innovativer Gemeinderat hat erkannt, wie man Wirtschaft, neue Arbeitsplätze und Energiegewinnung in unserer Region verknüpfen kann. Nun taucht die Gruppe um den Hohenpölzer Ortssprecher Rudolf Herbst auf, um Stimmung und Angst zu verbreiten. Die Bevölkerung wird in Anlehnung an die Märchen der Gebrüder Grimm mit Windparks verängstigt, die nur Schatten ("Rotorkäppchen und der böse Schattenwolf") und Lärm ("Rumpelstielchen") erzeugen oder massenhaft Vögel zerhäckseln ("Der zerfetzte Zaunkönig").

Den Moment hat man geschickt gewählt. Neu in den Gemeinderat gewählte Mitglieder werden verunsichert und man scheut sich nicht, die Gemeinde finanziell ins offene Messer laufen zu lassen. Der Gemeinderat hat vorbildlich gezeigt, wie dieser Bürgerwindpark in unserer Region realisiert werden könnte. Es wäre bedauerlich, wenn die Bürger diese Chance vergeben würden. Mit Sorge sieht man, dass von den Gegnern keine Alternativen aufgezeigt werden. Vielleicht hilft es, wenn man sich dann wenigstens mit diesem Gedanken auseinander setzt: "Der Wind weht zwar nicht immer, doch Atommüll, der strahlt immer!"

Christian Kiehr, 1. Vorsitzender der Bund Naturschutz Ortsgruppe Ebermannstadt-Wiesenttal
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