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Literatur

Lesen hilft, Nöte zu lindern

Der Büchertrödel der Awo Forchheim und die Aktion "Buch rettet leben" zeigen, wie von solchen Projekten viele Seiten profitieren können.
Vanessa Listemann liest gerne und findet das offene Bücherregal im Dm-Markt in Neunkirchen am Brand klasse. Foto: Petra Malbrich
 
von PETRA MALBRICH
Aktuelle Beststeller, ausgezeichnete Bildbände, Krimis, Liebesromane, historische Romane oder Kochbücher - mehrere Tausend Exemplare dieses bunten Blumenstraußes an Lektüre werden nicht nur von Profis auf der Frankfurter Buchmesse vom 19. bis 23. Oktober präsentiert. Auch Ehrenamtliche in Forchheim haben sich der Literatur verschrieben. Sie blättern Bücher durch und sortieren sie in die vorgesehenen Regale ein. Diese Arbeiten verrichten sie jeden zweiten Samstag im Monat beim Büchertrödel: Inge Haller, Karola Weiß, Margarete Grohganz, Katharin Pfister und Mike Wuttke.

Waren die Lektüren früher auf der Fläche ausgelegt, stehen sie nun Rücken an Rücken im Regal - seit der Büchermarkt der Awo die neuen Räume in der Bamberger Straße bezogen hat. Einige sind noch im Katharinenspital. Die früheren Räume im Altenheim waren einfach größer. "Viele ältere Leute sind hergekommen", sagt Anita Kern, die Vorsitzende des Awo-Ortsvereins. Nun muss aufgrund der räumlichen Einschränkung vorerst auch eine Einschränkung bei der Auswahl der Bücher getroffen werden.

"Keine Bücher, die vor 2000 als Erscheinungsdatum haben", informiert Jutta Mansinger, die hauptamtliche Ansprechpartnerin bei Awo, bei der die vielen Schmöker abgegeben werden. Ein Anruf vorab wäre deshalb wünschenswert.

Die Bücher sind ausgezeichnet. Zwei Euro ist der übliche Preis, manche kosten etwas mehr, andere dagegen sind auch für weniger erhältlich. Nach vier Jahren wird meist aussortiert. Was bis dahin noch keinen neuen Besitzer gefunden hat, kommt weg. "Es wird sehr gut angenommen", sind sich Mansinger und Kern einig. Das Projekt, damals von Amnesty International ins Leben gerufen, wird längst durch die Awo weitergeführt. Das gilt auch für den Zweck des Projekts, mit dem eingenommenen Geld schnell und spontan helfen zu können.

Dem Familienfonds kommt das Büchergeld zugute. "Wir haben viele Anfragen", sagt Kern. Anfragen, von Familien, die in finanzielle Not geraten sind. Ob dann Geld für eine Waschmaschine benötigt oder eine Brille gekauft werden muss - eine schnelle unkomplizierte finanzielle Unterstützung ist notwendig, und für diese in Not geratenen Familien wird das Geld verwendet.

So ist jedem geholfen: den Menschen, die günstig gut erhaltene Bücher kaufen möchten, Leuten, die ihre Bücherregale aussortieren und die Lektüren nicht in die Papiertonne werfen, sondern anderen Lesefreunden eine Freude bereiten möchten und nicht zuletzt den Familien, die einen finanziellen Engpass überbrücken können.
Mit Büchern kann man helfen. "Buch rettet Leben" heißt deshalb ein anderes Projekt, das von Marc Kreidl aus dem mittelfränkischen Spalt ins Leben gerufen worden ist. Gesunde Kinder sind keine Selbstverständlichkeit.

Sein Gedanke war, dass auch Kinder mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen Möglichkeiten haben sollten, um das Maximale aus ihrem Leben machen zu können. Einfach Geld an entsprechende Einrichtungen zu spenden, sah er als wenig sinnvoll an, denn es gebe auch Familien, die gerne helfen würden, aber die finanzielle Möglichkeiten nicht haben. Auch hier waren Bücher die Lösung.


Ein Euro in die Spendenbüchse

Die Drogeriekette Dm macht bei diesem Projekt mit und bietet dem offenen Bücherregal einen Platz. "Die Kunden stellen ihre Bücher ins Regal. Wer ein Buch kaufen möchte, wirft mindestens einen Euro in die Spendenbüchse", erklärt Sophia Obenauf vom Dm-Markt in der Bamberger Straße in Forchheim. Kinderbücher und historische Romane liest Nicole Seitz vom Dm-Markt in der Kraftwerkstraße in Forchheim. Beide Verkäuferinnen wissen, wie gut das offene Bücherregal angenommen wird. "Es wird einiges gebracht", sagt Obenauf.

Die beiden Verkäuferinnen haben selbst auch schon Bücher gefunden und mitgenommen: Kochbücher, Kinderbücher, historische Romane oder die Bücher von Nicolas Sparks beispielsweise. Aber es wird auch Altes gebracht, was man nicht mehr weitergeben sollte. Diese Bücher werden aussortiert.

Im Dm-Markt in Neunkirchen schaut sich Vanessa Listemann gerade die Bücher an. "Ich finde das Bücherregal sehr sinnvoll, da wenig Geld für Bücher ausgegeben werden muss und gelesene Bücher zu Hause im Regal nicht verstauben", sagt die junge Frau aus Neunkirchen am Brand. Sie selbst liest sehr gerne "E-Books". Die liegen nicht schwer in der Hand und der Reader kann überallhin mitgenommen werden", sagt Listemann. Den Blick ins Regal lässt sie sich trotzdem nicht nehmen.
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