Kultur

Lang lebe Erich Arneth

Der Heimatdichter Erich Arneth ist bereits 1984 verstorben. Edgar Albrecht geht täglich an seinem Grab vorbei und macht sich Sorgen, dass der "Pionier der Dialekt-Poesie" vergessen wird.
Edgar Albrecht will, dass man Erich Arneth  nicht vergisst.  Foto: Nikolas Pelke
 
Seit zwei Jahren geht Edgar Albrecht beinahe täglich auf den neuen Friedhof an der Heimgartenstraße in Forchheim. "Meine Frau ist leider gestorben", erzählt Albrecht. "Aweng zu Herzen" geht dem 70-jährigen Heimatfreund im Augenblick aber eine andere Geschichte: Die Erinnerung an den 1984 verstorbenen Heimatdichter Erich Arneth scheint zu verblassen.

"Das Grab wurde lange Zeit gepflegt, jetzt wächst es seit einem Jahr langsam zu", berichtet der Pensionär aus Heiligenstadt, der inzwischen in Forchheim zu Hause ist. Behutsam nähert er sich der letzten Ruhestätte des berühmten Mundartdichters. Vorsichtig nehmen seine Hände die Pflanzen zur Seite, die die Sicht auf die schlichte Inschrift auf dem Grabstein verdecken.

"In der Fränkischen Schweiz ist Erich Arneth unvergleichbar", schwärmt Albrecht, der gleich alle Bücher des fränkischen Originals im Fahrradkorb zum Grab mitgebracht hat.

"Am Rande des Paradieses - Geschichten aus der Fränkischen Schweiz" sei damals sein Durchbruch als Autor gewesen, erzählt Albrecht. Mit glänzenden Augen schlägt der 70-Jährige am Grab das kleine Büchlein auf und liest vor: "Mein schönster Traum währte zwanzig Jahre. Ich war Landlehrer auf einem Dorf." In seinem Erstlingswerk hatte Arneth die Geschichte seiner Kindheit in Bärnfels mit seinen ersten Erlebnissen als Landlehrer verquickt. Auch an die Zeit im "warmen Tal von Niedermirsberg" nach dem Krieg erinnert sich Arneth in seinen "Geschichten" zurück:

"Die amerikanischen Panzer waren noch nicht im Dorf, flatterten schon aus jedem Taubenschlag die weißen Bettlaken. [...] Mir war es gelungen, im letzten Augenblick den Trainingsanzug über die Offiziersuniform zu stülpen."

Nach diesem ersten Erfolg machte sich Arneth später als Mundartdichter einen großen Namen. "Durch seine Mundartlesungen im Bayerischen Rundfunk ist er unbestritten einer der ´Pioniere des ostfränkischen Dialekt-Poesie`", sagt auch Kulturamtschef Dieter George. Drei Jahre vor seinem plötzlichen Tod erhielt er sogar den "Kulturpreis der oberfränkischen Wirtschaft" für Zeilen wie diese: "Der is si gut wie gstorm / morng zällt der arm Hund / die Radiesla vo unt / Herr gib ihm die Ruh / und a Moß dazu."






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