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Kreistag setzt auf Windenergie

Eine knappe Mehrheit billigt im Forchheimer Kreistag die Vorranggebiete für die Errichtung von Windenergie-Anlagen, auch im Bereich des Naturparks Fränkische Schweiz.
Die Allianz aus Freien Wählern, SPD und Grünen hatte im Kreistag Forchheim die größere Puste. Mit b29: 26 Stimmen votierten sie für die Realisierung von Windparks im Landkreis Forchheim.   Foto:  JH
 

Die Windräder schieden auch im Forchheimer Kreistag die Geister. Während Freie Wähler, SPD, und die Räte der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen der Energie-Sicherung Priorität einräumten, führten die Vertreter von CSU und Jungen Bürgern (JB) auch ästhetische Gesichtspunkte ins Feld. Windkraftanlagen auf dem Gebiet des Naturparks Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst seien unvereinbar mit dem Tourismus. Die geplanten Vorranggebiete Kasberg-Nord (85,8 Hektar) und Rüsselbach-Ost (14,8 Hektar) sollten daher gestrichen werden.
Der fraktionslose Peter Kaiser mochte keinem einzigen Windrad zustimmen. "Wir haben hier allenfalls die Wahl zwischen Pest und Cholera", polterte er. "Nur weil die Bundesregierung eine Energiewende beschließt, sollen wir das ausbaden." Windräder seien eine Umweltverschandelung, die Pläne der Bayerischen Staatsregierung, die 1500 Windkraftanlagen fordere, nannte Kaiser ein "Horror-Szenario."
Dem hielt Landrat Reinhardt Glauber (FW) entgegen, dass Windkraftanlagen laut Bundesbauuordnung als privilegierte Bauwerke eingestuft seien, die überall errichtet werden dürften. Vorranggebiete hätten den Vorteil, dass "dort keine Windräder gebaut werden, wo wir sie nicht wollen.

Ästhetik oder Energiesicherung?


Jürgen Kränzlein (SPD) wollte geklärt wissen: "Reden wir über Umweltverschandelung oder darüber, wie die Energie für die nächsten Jahrzehnte gesichert werden soll?" Windräder seien zwar nicht Architekturpreis-verdächtig, schafften aber mehr Unabhängigkeit von Energie-Importen, senkten die Klimatischen Emissionen und könnten zur Stärkung der heimischen Wirtschaft beitragen. "Windräder sind etwas, mit dem wir uns anfreunden wollen verdeutlichte Kränzlein die Position der SPD. Der vorliegende Regionalplan Entwurf räume die Bedenken hinsichtlich schädlicher Auswirkungen auf den Tourismus weitgehend aus.
Karl Waldmann (Die Grünen) plädierte sogar dafür, die Windkraftanlagen in Oberngrub auszubauen, auch wenn sie innerhalb des Naturparks lägen. Kollege Peter Morys ergänzte, die Bürger müssten sich von den Sehgewohnheiten lösen. Hochspannungsleitungen seien auch nicht sonderlich ästhetisch.

Ohne Naturpark-Flächen


Peter Eismann (CSU) mahnte zu mehr Einsparung und Effizienz auf dem Energiesektor. Die energiepolitischen Ziele seien auch ohne die Vorrangflächen auf dem Gebiet des Naturparks Fränkische Schweiz zu erreichen. Deshalb forderte Eismann: Die 85,5 Hektar Kasberg Nord und das Gebiet Oberrüsselbach müssen gestrichen werden.
Michael Hofmann (JB) stellte in Abrede, dass mit Energie aus Windkraft die Grundlast gesichert werden könne. Bemerkenswert fand Hofmann, dass eine Erlaubnis notwendig sei, wenn im Naturpark ein Schild aufgestellt oder ein Schrifttafel angebracht werden soll, auf der anderen Seite aber ohne weiteres Windräder errichtet werden könnten.
De Frage müsse lauten, Woher bekommen wir die Energie, die wir brauchen, fragte Franz Schmidtlein (FW). Dieser Dialog, sei in die Welt gesetzt und er müsse jetzt diskutiert werden. Wichtig dabei, der Kriterienkatalog. Es geht um die Frage: was muss ein Regionalplan beinhalten?.
Willi Müller (CSU) sah einen großen Konsens für die Windkraft. Allerdings schränkte er ein: Der Naturpark muss geschützt werden. Windräder sollen nicht rings um Kasberg oder in Leutenbach, sondern an der Autobahn A 9 errichtet werden.
Albert Dorn (SPD) hielt diese Argumentation der Konservativen für schizophren. Einerseits kritisierten sie die Verschandelung des Landschaftsbildes, andererseits seien die Kollegen der CSU bereit, in Streitberg eine Teilfläche aus dem Naturpark herauszunehmen, und mit Häusern bebauen zu lassen. Wenn es um das Versilbern geht, ist der Naturschutz ratz fatz vergessen, hielt Dorn den Kollegen vor.
MdL Eduard Nöth (CSU) bemühte sich, die vorgebrachten Änderungen in das Verfahren einzubringen. "Wir wollen damit deutlich machen, dass man über die beiden Gebiete im Naturpark reden muss", mahnte Nöth.
Vergeblich. Bei der Anstimmung setzte sich die Mehrheit aus Freien Wählern, SPD und Grünen mit 26:23 Stimmen durch. Die Fortschreibung des Regionalplanes ist somit gegen die Stimmen der CSU gebilligt.

Kommentare

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  • community  unbekannt Diesen Post kommentierenkommentieren

    Märchenerzähler@johannah:

    Mit Ihrem Wissen, gehören sie in ein Expertenteam das nachhaltig alles regelt. Solche Fachleute braucht die BRD. Ihre Aussage steht temporär im Kontex mit den Bescheidwissern dieser Republik.

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  • community  Daene Diesen Post kommentierenkommentieren

    Was für ein Genuß ?Wie sehen die Windkraftbefürworter-Kreisräte eigentlich die Profitchancen bei den Windrädern in der "Fränkischen Schweiz" ?

    Wer zum Beispiel beim dem Windparkbetreiber, der einen den Briefkasten immer vollmüllt, Genußscheine erwirbt kommt nur selten in den Genuß der verprochenen acht Prozent Rendite. Macht der Laden Verluste, dann hängt der Genießer voll mit drin. Bei einer Insolvenz kann man seine Einlage abschreiben.

    Mal abwarten was die Windaparkgenossenschaften von Pinzberg und Kasberg für verlockende Offerten den einheimischen Gutbürger hinlegen. Fette Renditeversprechnungen, veredelt mit Grün-ökoloschisch nachhaltigen Gesinnungszinober, werden sicher helfen die Windkraft-Finanzblase aufzupusten!

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  • community  unbekannt Diesen Post kommentierenkommentieren

    Nur wenn der Wind weht.Nur bei einer bewegten Luft erzeugen die hig tech Windräder Strom. Teueren Strom!

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  • community  Daene Diesen Post kommentierenkommentieren

    Der nationale deutsche KonsensDie "Reichskrafttürme"

    sollten im Herzen der Großstädte stehen und mehrere Windräder mit je 60 Meter Durchmesser auf einem 250 Meter hohen Turm vereinigen. Damit könne die "natioale Großversorgung" mit Strom gesichert werden. Das Projek des Erfinders Hermann Honnef begeisterte die Nationalsozialisten.

    Der Plan, die deutsche Stromversorgung auf Windkraft umzustellen, ist also nicht neu. Im Februar 1932 berichtete der "Völkische Beobachter" über diese Vision. "Die Verwirklichung würde einen völlige Umwälzung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse herbeiführen" . So konnte man es damals lesen.

    Nun entstehen die Windparks nicht im Zentrum der Städte sondern in in den Naturparks Bayerns. So hat es nun auch die Kreispolitik im Landkreis Forchheim beschlossen.

    Der Kreistag lenkt und der Verbraucher zahlt! Für Haushalte mit niedrigen Einkommen liegt die Belastung aus der Energiewende jetzt schon bei ca. zehn Prozent ihres Budgets, für hohe Einkommen bei nur ein Prozent.

    Man beklagt den Hunger auf der Welt und macht aber gleichzeitig mit dem Bio-Sprit aus Autos Vegetarier. Man will weg vom Ölverbrauch und bezahlt fette Subventionen für Dämmmittel aus Erdöl. Was wir an Sprit sparen, kleben wir an die Häuser. Wohnungen werden durch den Irrsinn zu Schimmelpilzzuchtanstalten.

    Die vom Kreistag nun abgesegnete Energieplanwirtschaft bringt überhöhte Preise für den Verbraucher weil sich die Subventionsjäger durch diese Energie-Politik die Taschen vollstopfen können.

    Man darf gespannt sein, wie viele Wähler bei den kommenden Wahlen diesen Energiepolitikern die Stimme verweigern.

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  • community  johannah Diesen Post kommentierenkommentieren

    Wieso buddeln sie so olle Kamellen aus?Wir wissen doch alle, daß die Windräder high tech Produkte sind und jedem Großkraftwerk in der Effizienz der Stromerzeugung überlegen sind.

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