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Jubiläum

Kersbacher Festzug gegen das Vergessen

Der Soldaten- und Veteranenverein Kersbach feiert in diesem Jahr seinen 125. Geburtstag.
Die Mitglieder des Soldaten- und Veteranenvereins Kersbach ziehen durch die Straßen des Forchheimer Ortsteils. Foto: Alexander Hitschfel
 
von ALEXANDER HITSCHFEL
Der Soldaten- und Veteranenverein Kersbach konnte am vergangenen Wochenende sein 125. Jubiläum feiern. Während am Samstagabend bei einem Festkommers nicht nur die Chronik verlesen, sondern langjährige Mitglieder auch für ihre Vereinstreue geehrt wurden, stand am Sonntag ein Festgottesdienst mit Fahnenweihe und anschließendem Festumzug durch die Straßen des Forchheimer Stadtteils auf dem Festprogramm.

Am 15. August 1892 wurde der Veteranen-, Krieger und Kampfgenossenvereins ins Leben gerufen. Bei der Gründung zählte der Verein 23 Mitglieder. Zum Gründungsvorsitzenden wurde Georg Eismann gewählt. Bis 1903 stieg die Mitgliederanzahl auf 40 an. Zum Vorsitzenden wurde in diesem Jahr Pfarrer Georg Güttler gewählt.

Im Jahre 1935 wurde der Verein laut Verfügung des Bezirksverbandes Bayreuth vom 15. April 1935 in "Krieger- und Militär- Kameradschaft Kersbach" umbenannt. Zwischen den Jahren 1939 und 1957 ruhte aufgrund der Kriegs- und Nachkriegswirren das Vereinsleben. Am 12. Oktober 1957 versammelten sich die Teilnehmer der beiden Weltkriege und beschlossen, das Vereinsleben wieder aufzunehmen. Aus der sich anschließenden Wahl ging Hans Voit als Vorsitzender hervor.


Über 70 Jahre Frieden

An Pfingsten des Jahres 1968 feierte der Verein sein 75. Vereinsjubiläum. 1969 wurde eine neue Vereinsfahne angeschafft, die im August 1970 feierlich eingeweiht wurde. 1996 wurde eine Reservistenkameradschaft unter der Leitung von Schriftführer Rainer May gegründet. Seit Mai 1997 führt nun Otmar Maldet den Verein. Im Rahmen des Festgottesdienstes mit Fahnenweihe und anschließender Kranzniederlegung am Ehrenmal sagte Vorstand Otmar Maldet im Beisein vieler befreundeter Vereine sowie vieler Ehrengäste, dass man sich immer vor Augen halten müsse, wie wichtig es sei, inzwischen schon über 70 Jahr in Frieden leben zu können.

Aktueller denn je sei das Bekenntnis zur Geschichte ein Wert. "Mit dem ehrenden Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege und die Opfer aus den aktuellen Bundeswehraufgaben treten die Soldatenkameradschaften für die Versöhnung der Nationen ein. Sie stellen eine Brücke zwischen den Generationen dar", so Maldet. Soldatenkameradschaften seien es auch, die immer wieder an die Werte des Friedens und der Freiheit erinnerten. Die Kriege und kriegerischen Auseinandersetzungen, so Maldet, die wir nur am Fernseher erlebten, und bei Nichtgefallen ausschalten konnten, rückten näher an uns heran, und machten vor unserer heilen Welt keinen Halt. "Wir müssen erkennen, dass es mit der Sicherheit, in der wir uns wiegten, und von der wir glaubten, dass diese nicht zu erschüttern ist, vorbei ist", mahnte Maldet.

Und aus diesem Grund sei es auch eine wichtige Aufgabe der Soldaten- und Veteranenvereine, dieser Kultur des Vergessens entgegenzuwirken.
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