Gemeinderat

Kehrt der Jugendtreff zurück zu den Heuwiesen?

Der Jugendtreff in Neunkirchen am Brand leidet unter Besucherschwund. Als Grund dafür sehen die Verantwortlichen den Standort im Haus der Generationen.
Jugendbeauftragte Stefanie Geist (links) mit Besuchern des Jugendtreffs Appendix im Haus der Generationen. Foto: Petra Malbrich/Archiv
 
von PETRA MALBRICH
Viel Zeit und Mühe haben die Verantwortlichen der Jugendarbeit investiert, um dem Gemeinderat einen vielseitigen Sachstandsbericht vorzulegen. Hintergrund: Der Mietvertrag für den Jugendtreff im Zentrum von Neunkirchen läuft aus, zugleich ist die Zahl der Jugendlichen, die die Angebote im Haus der Generationen nutzen, rückläufig. Deshalb wurden verschiedene Optionen für einen künftigen Treff durchgedacht.

In einer Zusammenfassung zeigte Michael Mosch von der Verwaltung die Vor- und Nachteile der Jugendarbeit im Haus der Generationen gegenüber einer Containernutzung auf. Davon abgesehen, dass Jugendliche lernen, auf andere Gäste Rücksicht zu nehmen, waren es vor allem räumliche Vorteile, die für das Haus der Generationen sprechen. Neben großen hellen Räumen gibt es ausreichend viele Toiletten und ein Büro.

Die Vorteile für eine Containernutzung sind eher praktischer Natur: Da es nur einen Raum gebe, hätte man die Jugendlichen besser im Blick, auch die am Multifunktionsplatz, der nebenan ist. Diese Jugendlichen wurden im Haus der Generationen nicht mehr erreicht. Die Jugendlichen könnten "laut" sein, Musik hören und im Sommer wieder ungestört lachen und lustig sein. Vor allem würde man dort wieder ältere Jugendliche erreichen und die Jugendlichen zur Selbstverantwortung anhalten, indem sie beispielsweise helfen, die Container zu renovieren. Selbst der Automobilclub fragte die Jugendbeauftragte Stefanie Geist, ob sie sich vorstellen könnte, mit dem ACN die Container "Zu den Heuwiesen" gemeinsam zu beleben.


Container-Umbau favorisiert

Was dann mit dem Haus der Generationen wird? Bürgermeister Heinz Richter erwähnte das große Interesse der Tagespflege, das Haus der Generationen zu mieten. Um wieder mehr Jugendliche in den Treff zu holen, gibt es laut Bürgermeister Heinz Richter drei Möglichkeiten. Eine Variante wäre ein Neubau, die erste Option jedoch ein Umbau der Container, um den Brandschutz zu gewährleisten.

Den Container für eine Versammlungsstätte zu renovieren, wird nicht gelingen, so Architektin Pia Mayer. Doch könne man mit organisatorischen Maßnahmen und einer Rettungstüre als Fluchtweg den Brandschutz sicherstellen. Eine reine Diskothekennutzung wäre das nicht, doch die Faschingsfeste oder Veranstaltungen unter 100 Personen könnten gehalten werden. Man brauche dort aber dann immer eine Aufsicht. Vorne könnte zusätzlich ein WC angebaut werden und eine neue Küche. An den Außenanlagen würde sich wenig ändern, obwohl viel herzurichten wäre.

Die Varianten 1a und 1b beziehen sich auf die Renovierung der Container. Bei der ersten Möglichkeit würde in die alte Anlage investiert werden, die Kosten dafür liegen bei etwa 70 000 Euro. Option 1b sehe das auch vor, jedoch sollte der Metallcontainer abgerissen und Fertiggaragen für die Schrauberwerkstatt auf der vorhandenen Bodenplatte bereit gestellt werden. Alles in allem betrage die Sanierung hier schon zwischen 106 000 und 111 000 Euro.


Schnell umsetzbare Lösung

Die zweite Option wäre, den VHS-Container als kleinen Jugendtreff zu nutzen, die restliche Containeranlage unberührt zu lassen. "Damit könnten wir sehen, ob wirklich der Standort die Jugendlichen abgehalten hat oder ob sie einfach gesättigt sind", sagt Pia Mayer. Diese zweite Variante wäre schnell umsetzbar und wurde mit 10 000 Euro Kosten beziffert.

Als dritte und letzte Möglichkeit bliebe der Totalabriss der Containeranlage und ein Neubau in zwei Bauabschnitten. Zum einen für einen Jugendtreff und als multifunktionale Nutzflächen. Was damals, bei Anmietung im Haus der Generationen für eine freie Jugendarbeit angenommen wurde, sei nicht eingetroffen.


"Ein Schildbürgerstreich"

"Auch wenn es in Richtung eines Schildbürgerstreichs geht, wenn die Lösung wieder Richtung Heuwiesen geht, sollten wir diesen Weg gehen", sagte Martin Mehl. Ebenfalls für die Lösung 1b, in die alten Container zu investieren und anzubauen, plädierte die SPD. Damit erhalte man eine gewisse Größe, die auch nutzbar sei und wieder zehn Jahre halte. "Die Jugendlichen werden sich engagieren. Sie können sich etwas schaffen, das sich später weiter entwickeln kann", findet Andreas Pfister.

Bettina Wittmann (Grüne) jedoch hält es für einen Schildbürgerstreich, die jetzigen Räume aufzugeben. Ohne neues Konzept habe man in fünf Jahren dasselbe Problem. "Wir sollten verlängern, bis wir eine vernünftige Lösung zu den Heuwiesen haben, auch unter Berücksichtigung der Umfahrung, die dort kommt und nicht mit Zeitdruck raus", sagte Wittmann, die vorschlug, eventuell neue Container hinzustellen. Dem setzte Bürgermeister Richter den Finanzdruck entgegen. Auch die FWG plädierte für die 1b-Lösung, wenn der Brandschutz sicher gestellt sei, wie Karl Germeroth betonte. "Wenn die Jugendlichen mitmachen, betrachten sie es als ihr Projekt."
Auch Gemeinderat Martin Mehl sieht mit dieser Lösung eine Möglichkeit für die Jugendlichen mit überschaubarem finanziellen Aufwand für die Gemeinde. Trotzdem sollten parallel dazu Planungen für die Zukunft laufen.


Die St.-Joseph-Stiftung will in Neunkirchen am Brand 27 Wohnungen bauen

Die Kirchenstiftung wollte die Flurnummern 31 (Richtung Seekuh) und 34 (Richtung Altenheim) bebauen. Den vordere Bereich sollte für die VR-Bank genutzt werden und in der von Von-Pechmann-Straße Gebäude mit Wohnungen und gewerblicher Nutzung entstehen. Dies gelingt in der ursprünglichen Planung nicht mehr. Probleme in der Finanzierung bewirkten einen Rückzug der Stiftung aus diesem Vorhaben.

Aber nun plant die St.-Joseph-Stiftung auf dem Grundstück Flurnummer 31 die Bebauung zu übernehmen, wie Andreas Tolle, Verwaltungsleiter der katholischen Kirche, mitteilte. Bei der Flurnummer handelt es sich um den östlichen, an das Alten- und Pflegeheim angrenzenden Teil. Das Baukonzept wurde von Reinhard Zingler, Architekt und Vorstand der Joseph-Stiftung in der Neunkirchner Marktgemeinderatssitzung vorgestellt. Das Vorgängerprojekt wird in Teilen aufgegriffen. Drei der vier Baukörper sollen mit dem Giebel senkrecht zur Von-Pechmann-Straße stehen. Realisiert werden soll nun nur noch Wohnungsbau. 27 Wohnungen würden in den vier Gebäuden entstehen sowie eine Tiefgarage mit 40 Stellplätzen. "Das tut weh", sagte Zingler zu den Kosten, denn ein Stellplatz kostet zwischen 23 000 und 25 000 Euro. Hier wünsche er sich eine geringere Vorgabe, denn diese Plätze zu finanzieren, sei ein Problem.

In den drei dreigeschossigen Wohngebäuden zur Von-Pechmann-Straße würden neun Wohnungen untergebracht. Wobei Zingler den Kniestock gerne von den vorgeschriebenen 50 Zentimetern auf einen Meter erhöhen würde, um ein Vollgeschoss zu erhalten.

Ob für die Umsetzung der geplanten Bebauung des Grundstücks die St.-Joseph-Stiftung überhaupt zum Zuge kommt, war offen, denn seit zwei Tagen gibt es einen Konkurrenten, einen anderen Bauträger, der das alte Konzept mit gewerblicher Nutzung in den Gebäuden umsetzen würde. Diese gewerbliche Nutzung jedoch sieht Zingler als wenig erfolgversprechend. Außerdem sei Gewerbe im Markt vorhanden.


Keine Sozialwohnugnen

Zingler bat daher den Gemeinderat, auch um Zustimmung zur Änderung der Höhe des Kniestocks oder hinsichtlich der Stellplätze. Der SPD war bei dem vorgestellten Konzept vor allem wichtig, die soziale Komponente zu berücksichtigen. "Sind auch Wohnungen für größere Familien dabei?", wollte Anton Spatz (SPD) wissen. In welchem Verhältnis die geplanten Zwei-. Drei- und Vier-Zimmer Wohnungen angeboten würden, konnte Zingler noch nicht beantworten. In den Sozialwohnungsbau könne man aber nicht gehen. Doch die Wohnungen seien alle barrierefrei und mit Aufzug. Auch könne man sich vorstellen, einige Wohnungen zu verkaufen.

Während die CSU, wie Zweiter Bürgermeister Martin Mehl ausführte, an den fränkischen Baustil angelehnte Proportionen wie einen kleinen Dachüberstand für das zentrumsnahe Vorhaben vermisste, sieht die SPD darin kein Problem. Die Gegend vertrage moderne Baukörper, fand Dritter Bürgermeister Andreas Pfister. Dass solche Mietwohnungen beliebt und für alle Geldbeutel geeignet seien, fügte Bürgermeister Heinz Richter an. Schließlich bat Verwaltungsleiter Tolle zu berücksichtigen, dass das Erzbistum auch eine Erbpachtlösung forciere. Grundsätzliche Bereitschaft signalisierten alle am runden Tisch.


Gewerbegebäude wird keine Asylunterkunft

Um temporär Asylbewerber unterbringen zu können, stellte ein Grundstücksbesitzer einen Antrag zur Änderung des Bebauungsplans. Das Grundstück befindet sich im Gewerbegebiet. Das Gebäude des Antragsstellers wurde für eine gewerbliche Nutzung mit Betriebswohnung genehmigt. Da eine Asylbewerberunterkunft eine Anlage für soziale Zwecke ist, hätte eine Nutzungsänderung genehmigt werden müssen. Der Gemeinderat lehnte den Antrag ab. Bürgermeister Heinz Richter informierte, dass keine Asylbewerber kommen, wie das Landratsamt mitteilte, und deshalb bereits die halbe Weingasse leer stehe. Dort waren die Flüchtlinge in einem Gebäude untergebracht.
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