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Kultur

Junges Theater Forchheim präsentiert: Wenn jede jede verdächtigt

Mit dem Krimi-Musical "Acht Frauen" wagte sich die "blumengroup" an eine Komödie, die weltweit zu den meist gespielten Stücken zählt.
 
von ALEXANDER HITSCHFEL
Eigentlich sollte das Weihnachtsfest für eine wohlhabende französische Familie die schönste Zeit im Jahr werden, doch dann kam alles anders. Die Großfamilie trifft sich in der abgelegenen Villa der Familie. Die Feiertage werden aber alles andere als fröhlich, denn der Hausherr und einzige Mann wird mit einem Messer im Rücken tot aufgefunden.

Die Polizei kann nicht gerufen werden, da plötzlich auch die Telefonleitung gekappt ist, Autos versperrt und die Außentore verschlossen wurden, so dass man quasi gefangen in der herrschaftlichen Villa ist. Zudem behindern starke Schneefälle eine Kontaktaufnahme zur Außenwelt. Im Haus anwesend sind acht Frauen, die plötzlich alle verdächtigt werden. Es kommt, wie es kommen muss. Jeder verdächtigt jeden.

Wer hat welche Motive, den Hausherren umzubringen? Ist vielleicht Gaby, die gepflegte und elegante Gattin des Hausherrn (gespielt von Ramona Kraus) die Mörderin, da sie - wie sich herausstellte - ihren Mann sowieso verlassen wollte? Im Laufe des Stückes gerät auch Suzon, die ältere Tochter des Ehepaares (Anna Katharina Nützel) in Verdacht, als sie durchblicken lässt, dass ihre gemachten Angaben über den Zeitpunkt der Ankunft am herrschaftlichen Anwesen nicht stimmen und sie auch noch eine Schwangerschaft beichtet.
Oder hat vielleicht Catherine, die übermütige 17-jährige Tochter (gespielt von Anna-Maria Böhm) etwas mit dem hinterhältigen Mord zu tun? Schnell geraten aber auch die anderen Familienmitglieder wie beispielsweise Mamy, die Mutter von Gaby und Augustine (Nicole Grüner) und Gabys Schwester - mit einem etwas ungepflegtem Äußeren und mit undefinierbarem Alter (Christine Sauerborn) in den Verdacht mit dem Mord etwas zu tun zu haben.

Augustine gesteht, verliebt in den Ermordeten gewesen zu sein. Also vielleicht doch ein Eifersuchtsmord? Doch damit nicht genug, denn auch Pierrette (Aygün Salik), die Schwester des Hausherrn, ein vermeintlich männerfressender Vamp, die sich später als lesbisch outet, hat sich plötzlich und unerwartet in der Villa eingefunden und gerät in Verdacht.


Viele Frauen, keine Alibis

Noch verworrener wird die Kriminalkomödie, als herauskommt, dass Madame Chanel (Andrea Lüdke) ein Verhältnis mit Pierette, der Schwester des Toten hat. Selbst das schüchterne Zimmermädchen Louise (Rebecca Müller) stellt sich im Laufe des Stückes als durchtriebenes Luder heraus, die eine Affäre mit dem Toten beichtet. Keine der acht Frauen hat also ein Alibi, alle haben aber ein Motiv.

Jede für sich hat ein Geheimnis und jede verstrickt sich im Laufe der aberwitzigen Geschichte mehr und mehr in einem Netz aus Lügen. Achtmal treffen Frustration, Mutmaßung und Verletzung aufeinander. Masken fallen, Fassaden bröckeln und Abgründe tun sich im Laufe des Stückes immer mehr auf. Am Ende kommt heraus - wie im Original -, dass Tochter Catherine mit ihrem Vater den Mord inszenierte, um ihm vorzuführen wie egoistisch und habgierig "seine Frauen" hinter ihren Fassaden sind. Der Hausherr wurde gar nicht ermordet, sondern konnte aus seinem Zimmer heraus alles miterleben.

Als Catherine schließlich alles auflösen wollte und das Zimmer aufschloss, wurden die Frauen Zeugen, wie sich der Hausherr eine Pistole an den Kopf hält und abdrückt.

Gelungen sind die Lieder zwischen den Szenen. Regisseurin Janes Siering hat alles richtig gemacht. Alle Schauspielerinnen sind voll und ganz in ihren Rollen aufgegangen. Hervorzuheben aus einer gelungenen Performance sind Christine Sauerborn in der Rolle der Augustine, Pierrette (Aygün) und Rebecca Müller als ziemlich verdorbenes Zimmermädchen Louise. Der Bewertung einer Theaterbesucherin am Ende der Aufführung "Das war toll, das Musical würde ich mir sofort noch einmal anschauen", ist nichts mehr hinzuzufügen.
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