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Region  // Forchheim

Feuerwehr

Jetzt müssen die Jungen ran

Paul Steinlein, Vorsitzender der FFW Ebermannstadt, legt sein Amt nach 27 Jahren in der Führung nieder. Von einem Generationswechsel ist die Rede.
Die FFW Ebermannstadt ist technisch gut ausgestattet. Allerdings fehlen zwei Kommandanten und ein Vorsitzender.  Foto: Josef Hofbauer
 
von JOSEF HOFBAUER
Die Freiwillige Feuerwehr Ebermannstadt kommt einfach nicht zur Ruhe. Eine Woche bevor der neue Kommandant und seine beiden Stellvertreter vom Stadtrat offiziell bestätigt werden sollten, warf Vorsitzender Paul Steinlein das Handtuch. In einem Schreiben an die Mitglieder der Wehr erklärte er, dass er mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurücktrete.

Nach einer Sitzung im Feuerwehrverein, bei der es nach Zeugenaussagen "viel böses Blut" gegeben habe, und wo "die Emotionen schon sehr hoch gekocht" seien, bemüht sich der Feuerwehr-Profi Paul Steinlein, der seit 27 Jahren der Führung des Feuerwehrvereins angehört, um Zurückhaltung. Er habe sowieso nach dem Ende seiner Amtsperiode aufhören wollen, erklärt Steinlein. Diesen Schritt habe er jetzt eben anderthalb Jahre früher vollzogen. Er habe dem Bestreben, einen Generationenwechsel in der Führung der Feuerwehr vorzunehmen, nicht im Wege stehen wollen, zeigt sich der Ex-Vorsitzende diplomatisch. Gleichzeitig versichert er, er habe mit der Feuerwehr nicht gebrochen. "Ich werde den Mitgliedern der FFW Ebermannstadt weiterhin mit meinem Rat und meinem Know how zur Verfügung stehen."


Missverständnisse

Stellvertretende Vorsitzende Andrea Modsching, die ab sofort die Amtsgeschäfte des Feuerwehrvereins leitet, spricht von "Missverständnissen und Kommunikationsproblemen", die zu "Differenzen und Zerwürfnissen" geführt hätten. Damit spielt sie auf die Situation nach dem Rücktritt von Kommandant Holger Köfferlein an. Damals hatte Vizekommandant Erich Steinlein erklärt, wenn sich ein junges dynamisches Team finde, werde er nicht an seinem Posten kleben.

Wie die Suche nach einem neuen Kommandanten abgelaufen ist, sieht jeder der Beteiligten aus seiner ganz persönlichen Perspektive. Zunächst, so der neue Kommandant Tobias Theiler, der zusammen mit Dominik Dumpert und Rolf Kutterer die Kommando-Zentrale der Ebermannstadter Feuerwehr bilden wird, hätten in einer Gruppenführersitzung alle in Frage kommenden Feuerwehrler erklärt, warum sie den verantwortungsvollen Posten nicht übernehmen könnten.


Nicht miteinander geredet

"Nur ich hatte keine Argumente", erklärt Tobias Theiler, derzeit noch stellvertretender Kommandant der FFW Neuses. Da er in Ebermannstadt arbeitet und auch hier der Feuerwehr beigetreten ist, setzte sjch der 38-Jährige mit dem Gedanken auseinander, das Amt von Holger Köfferlein zu übernehmen. Geredet habe er darüber jedoch nicht, räumt Theiler ein. Aus heutiger Sicht vielleicht ein Fehler, denn in der Sitzung des Verwaltungsrates überraschte er damit auch den amtierenden Vizekommandanten Erich Steinlein, der seinerseits Ambitionen auf das Amt des Kommandanten anmeldete.

Die Folge: Eine Aussprache unter vier Augen zwischen beiden Kontrahenten, bei der Theiler dem Vizekommandanten seine völlige Loyalität zugesichert haben soll. "Für mich war das Thema bereits durch", versichert der designierte Kommandant, der zwei Tage nach der Unterredung via What'sApp erfuhr, dass nach Köfferlein nun auch Erich Steinlein die Brocken hingeworfen hatte.

"Als dann von einer Notbesetzung des Postens die Rede war, habe ich mich nach einigen schlaflosen Nächten doch noch dazu bereit erklärt, Holger Köfferlein zu beerben", berichtet Tobias Theiler. Zuvor habe er das Gespräch mit erfahrenen Feuerwehrkollegen gesucht - und sei in seinem Vorhaben bestätigt worden.


Viel zu viel Neues

Theiler bedauert, dass die Findung der neuen Kommandantenriege bei einigen als eine Art Putschversuch angekommen sei. "Es war nie beabsichtigt, auch die Leitung des Feuerwehrvereins auszutauschen", versichert Thomas Theiler. "Es ging immer nur um die Besetzung der Kommando-Ebene."

Nun sei es oberstes Ziel, erst einmal das Feuer zu löschen und und Ruhe in die Feuerwehr hinein zu bringen, so Theiler. "Da wurde in viel zu kurzer Zeit viel zu viel Neues in die Feuerwehr hineingebracht", findet Theiler, der seit 23 Jahren bei der Feuerwehr ist.
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