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Einweihung

Jagdhörner erklingen wieder auf der Jägersburg

Die lange verlassene Jägersburg bei Bammersdorf wurde am Montag mit einer Messe und einem Fest aus dem Dornröschenschlaf erweckt.
Auf dem Balkon der Jägersburg gibt  Hornmeister Arnold Schneider  den Ton an für die Bläser der  Kreisjägerschaft  Forchheim. Fotos: Barbara Herbst
 
Vier Jahre lang ist sein Dienst nur einmal im Jahr benötigt worden. Mesner Günter Maier freute sich, dass er nach der Vakanz wieder die Gerätschaften für einen Gottesdienst herrichten konnte. Denn die gräfliche Familie Bentzel feierte die Einweihung der Jägersburg durch eine Messe in der Schlosskapelle, der sich ein Frühschoppen im Schlosshof anschloss.

Nur noch am Volkstrauertag


Es erinnert eine Gedenktafel an den gräflichen Vorfahren Waldemar Erich Kraft Hyacinth von Bentzel zu Sternau und Hohenau, der in Bamberg geboren, 1898 auf der Jägersburg verstarb. Aber dennoch war die St. Elisabeth geweihte Kapelle auch das Gotteshaus der Bammersdorfer und Retterner. Sie schmerzte es, so Maier, dass nur am Volkstrauertag noch die Messe in dem frühklassizistischen Raum gefeiert wurde. Ohne den Figurenschmuck.
Nachdem das Caritas-Altenheim seine neuen Räume in Eggolsheim bezogen hatte, war das ehemalige fürstbischöfliche Jagdschloss unbewohnt. Aus Sicherheitsgründen brachte man die Sakralgegenstände und die Heiligenfiguren nach Eggolsheim.
"Es freut uns, dass sie nun zurückgekehrt sind", sagt auch Stephan Amon aus Bammersdorf. Vor allem die Figur der heiligen Elisabeth. Die bemalte und vergoldete - vermutlich spätgotische - Statue ist vor rund 20 Jahren hauptsächlich durch Spenden Bammersdorfer und Retterner Kirchgänger angeschafft worden. Sie trugen ebenso dazu bei, dass die Kapelle eine Orgel erhalten hat.
Die Figuren und Ausstattungsgegenstände zurückzuholen sowie die Orgel neu stimmen zu lassen, war einer der ersten Schritte, die die Bentzels zur Wiederherstellung der Gebäude unternahmen.
Im Hauptbau ist man bei der Bestandsaufnahme, was noch vorhandene historische Substanz ist und welche Teile für den Gebrauch als Altenheim eingebaut worden sind. Sohn Stephan von Bentzel richtet zudem sein Maleratelier im oberen Stockwerk ein.

Wunderbare Akustik


Den Gottesdienst zur Einweihung zelebrierte der frühere Heroldsbacher Pfarrer und Dekan Josef Kraus. Die musikalische Ausgestaltung hatte der Männergesangverein Eintracht Thurn unter Alexander Ezehlev übernommen.
"Die alten Gesänge und Marienlieder klangen sehr gut; die Kapelle hat eine wunderbare Akustik", gab Bernhard Mohr aus Eggolsheim seinen Eindruck wieder. Dem schließt sich Kraus gerne an: "Für mich war die Kirche neu. Es war eine wunderbare Atmosphäre."
Den kunsthistorischen und architektonischen Aspekt sah Forchheims Kulturreferent Dieter George. "Die Kapelle war für ihre Zeit unwahrscheinlich modern."
Um 1720 erbaut, orientiere sie sich an der französischen Mode. "Die Franzosen waren damals führend im Schlösserbau." Und just daran haben sich die Bamberger Fürstbischöfe bei ihrem - im Vergleich zu Schloss Seehof bei Memmelsdorf - bescheidenen Bau orientiert. Der weltliche Teil der Feier hatte durchaus auch Anklänge an die alten Tage des Besitzes. Die Heroldsbacher Böllerschützen eröffneten sie mit Schüssen hoch oben vom Balkon - so wie einst zum Jagdbeginn gerufen worden war. In das Pulversignal fielen die Jagdhornbläser der Kreisjägerschaft ein. Wohl genauso wie im 18. Jahrhundert die bischöflichen Jäger. Zum fröhlichen Umtrunk allerdings spielten dann der Musikverein Heroldsbach unter der Leitung von Bernhard Schleicher auf. So eine große Kapelle dürften sich die Fürstbischöfe nicht geleistet haben.
Hanfried Graf Bentzel, der Senior des Hauses, versicherte in seiner Begrüßung, dass das Schloss kein Privathaus werde. "Wir wollen es für die Öffentlichkeit zugänglich halten."


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