Hallerndorf
Haushalt

Hallerndorf Schulden steigen um 3,3 Millionen Euro

Um all die anstehenden Investitionen auch finanzieren zu können, muss die Gemeinde 3,3 Millionen Euro an neuen Krediten aufnehmen.
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Foto: Robert Schlesinger/dpa
Foto: Robert Schlesinger/dpa
Kämmerer Christian Schmitt hat in der jüngsten Hallerndorfer Gemeinderatssitzung den Räten den Haushalt 2017 zur Beratung vorgelegt. Der Entwurf sieht bei den Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt 6,43 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt von 3,10 Millionen Euro vor. Der Gesamthaushalt weist für das Haushaltsjahr 2017 damit ein Gesamtvolumen von 9,54 Millionen Euro auf.

Die Ertragskraft des Verwaltungshaushalts bezeichnete Schmitt als "sehr gut". Im Bereich der kostenrechnenden Einrichtung werden ihm zufolge inzwischen die Gebühren den tatsächlichen Kosten angepasst. Die staatlichen Leistungen, Schmitt sprach in diesem Zusammenhang von Steuerbeteiligungen und Finanzzuweisungen, steigen seit Jahren.


"Gute Lage"

So ist die Beteiligung der Einkommensteuer im Zeitraum der letzten zehn Jahre von 1,3 Millionen auf jetzt 2,3 Millionen Euro gestiegen. Die "gute konjunkturelle Lage" mache sich auch bei der Gewerbesteuer bemerkbar.
Die Kreisumlage ist durch Senkung der Hebesätze des Landkreises Forchheim seit Jahren trotz gestiegener Umlagekraft der Gemeinde Hallerndorf auf einem hohen Niveau, aber stabil geblieben.

Die hohen Zuführungsraten zum Vermögenshaushalt in Verbindung mit einer niedrigen Verschuldung geben der Gemeinde Raum für Investitionen. Dies spiegelt sich im Haushalt 2017 wider. Die Ausgabeermächtigung beträgt mit den Haushaltsresten rund 5,2 Millionen Euro. Bei der mittelfristigen Finanzplanung 2018 bis 2020 sind weitere Investitionen in Höhe von zwölf Millionen Euro vorgesehen. Investiert werden 2017 unter anderem 1,13 Millionen Euro in die Dorferneuerung Pautzfeld. Die Wasserversorgung Schnaid schlägtit 331 800 Euro zu Buche und die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Hallerndorf und Willersdorf 200 000 Euro. Für die Schulsanierung sind 156 200 Euro vorgesehen.


Nahende Entscheidung

Trotz der hohen Zuführung ist es der Gemeinde Hallerndorf nicht möglich, die zukünftigen Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren. 3,3 Millionen Euro an Krediten sind zur Finanzierung der geplanten Vorgaben nötig. Die Verschuldung würde sich von entsprechend von 1,3 auf dann 4,6 Millionen Euro erhöhen.

Die Erfahrung zeigt allerdings, so Kämmerer Schmitt, dass vieles nicht wie geplant realisiert wird: "Aus meiner Sicht ist es absehbar, dass nicht für alle Wünsche, mögen sie noch so berechtigt sein, entsprechende Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden können." Manche Projekte lassen sich seiner Einschätzung zufolge oft nicht in jener Zeit umsetzen, in der sie in der Haushaltsplanung veranschlagt sind.
Nach eingehender Erläuterung des Haushaltsentwurfes und Diskussion soll in der nächsten Gemeinderatssitzung am 28. März der Haushalt verabschiedet werden.


Widerspruch von Gunselmann

Größeren Diskussionsbedarf hatten die Räte bei der Oberflächenentwässerung in Schnaid. Im Vorfeld der geplanten Straßensanierung durch den Landkreis und der aktuell laufenden Erneuerung der Trinkwasserleitung wurde eine Befahrung der alten Oberflächenkanäle durchgeführt.

Dabei wurde festgestellt, dass ein Teil der Betonrohre und Straßeneinläufe in einem desolaten Zustand sind. Das Planungsbüro Sauer und Harrer stellte den Räten die Schäden an den Straßeneinläufen und Haltungen vor. Bevor die Straßensanierungsarbeiten durchgeführt werden, sollten erst die Oberflächenkanäle saniert oder erneuert werden, schlug das Planungsbüro den Räten vor. "Wenn doch der Kreis hier nur seine Straße entwässert, warum soll die Gemeinde dann die Kosten tragen?", wollte einige Räte wissen. Könne das Oberflächenwasser nicht einfach in den Mischwasserkanal eingeleitet werden?

Dem widersprach Bürgermeister Thorsten Gunselmann (FWG). Denn dies wäre seiner Einschätzung nach mit deutlich erhöhten Kosten im Abwasserbereich verbunden.
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