Drügendorf
Gastronomie

"Goldener Löwe" in Drügendorf unter neuer Führung

Zum Jahresbeginn haben in Drügendorf Volker und Nicole Först von Seniorchef Gerhard Först die Gastwirtschaft "Goldener Löwe " übernommen.
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Volker und Nicole Först, hier mit den Kindern Lucia und Ludwig, verwöhnen künftig die Gäste im Gasthaus "Goldener Löwe". Foto: Josef Hofbauer
Volker und Nicole Först, hier mit den Kindern Lucia und Ludwig, verwöhnen künftig die Gäste im Gasthaus "Goldener Löwe". Foto: Josef Hofbauer
Da der Franke in seinen Traditionen verwurzelt ist, wappnet er sich gegen alles Unheil des neuen Jahres, indem er sich am 6. Januar in geselliger Runde Kraft und Gesundheit, im Volksmund "Stärk", antrinkt. Diesen Brauch kennt Brauer Volker Först seit seiner Kindheit. Deswegen öffnet er die Gastwirtschaft, die er mit seiner Frau Nicole zu Jahresbeginn übernommen hat, bereits an Heilig Drei König. Das Motto: "Mit Altbewährtem verwöhnen, mit Neuem überraschen."

"Wir wollten unseren Gästen die Möglichkeit bieten, dass sie das überlieferte Brauchtum in gewohnter Weise pflegen können", argumentiert Volker Först, der die Gastwirtschaft ganz behutsam umgestaltet hat. Das Anwesen befindet sich seit 1750 in Familienbesitz. Und das soll so bleiben, meinen die neuen Besitzer, die hoffen, dass ihre beiden Kinder Lucia (4) und Ludwig (2) den Betrieb einmal fortführen werden.


Charakter zur Geltung gebracht

"Einen Glücksfall" nennt das Georg Hötzelein, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes im Landkreis Forchheim. Hier drücke die Branche schon lange der Schuh. Immer weniger Nachkommen seien bereit, die Gastronomie der Eltern fortzuführen.

"Ich wollte den Charakter der Wirtsstube noch ein bisschen besser zur Geltung bringen", erklärt der 42-jährige Volker Först. Er hat deshalb den unter mehreren Tapetenschichten verborgenen Balken, der von der Eingangstür bis zur Wand durchläuft, freilegen lassen. Auch die Tische erhielten eine Frischzellenkur in Form neuer Tischplatten aus hartem Ulmenholz. Die Fensterbretter aus Kunststoff haben die jungen Wirtsleute aus der Gaststube verbannt und durch Ulmenholz ersetzt.


PVC weicht Bretterboden

Für die alten Stühle hat Nicole Först aus alten Malz- und Getreidesäcken schicke Stuhlkissen selbst genäht. Der PVC-Boden, den die Wirtsleute als Fremdkörper empfanden, wich einem rustikalen Bretterboden. "Der muss ja dazu passen", betont der Braumeister und Gastronom. Er hat auch die umlaufende Holzverkleidung an den Wänden behutsam restaurieren lassen. Die Lambris, auch Lamperie oder Lambrie, so Först, bezeichne eine auf den unteren Bereich einer Wandfläche beschränkte Verkleidung in Innenräumen. Sie diente historisch zur Verdeckung von Feuchte- und Schimmelflecken im Mauerwerk. "Bei uns wurde sie zum Schutz vor Beschädigung der Mauer durch Stuhllehnen oder Fußtritte angebracht", weiß Volker Först. Auch irische Pubs haben solche Vertäfelungen.

Der neue Chef des Hauses hat die Wandverkleidung in der ursprünglichsten Farbgebung, die er finden konnte, nachmalen lassen. Die Braun- und Ocker-Töne harmonieren hervorragend mit der neu gestalteten Theke.

Verschwunden ist in diesem Bereich die überdimensionale beleuchtete Brauerei-Eigenwerbung. "Unnötig", finden die Wirtsleut', die stattdessen eine individuelle Thekenbeleuchtung aus Bierflaschen installieren ließen und den gewonnenen Platz nutzen, um die mehr als 50 Krüge von Stammgästen optisch ansprechend zu präsentieren.

Die letzte der sofort erkennbaren Veränderungen betrifft die Tür zur Gaststube. "Weil unsere Haustüre sehr rustikal wirkt, wollte ich im Flur für etwas Transparenz sorgen und dem Gast bereits von hier aus einen Blick in den Gastraum gewähren", erklärt der neue Besitzer des Gasthauses, das nachweislich das älteste Gebäude des ganzen Ortes ist und bereits den Dreißigjährigen Krieg unbeschadet überstanden hat.


Speisekarte erweitert

Wie eh und je wird der große Kachelofen in der Gaststube für Wärme sorgen. "Bleiben werden unser handwerklich gebrautes Bier und die herzhaften Brotzeiten", unterstreicht Nicole, die das Kommando in der Küche übernimmt.

Die Speisekarte soll um das eine oder andere warme Gericht erweitert werden. Warum nicht etwas Vegetarisches oder ein veganes Gericht?, überlegt Nicole, die spezielle Kulturabende für Frauen anbieten will. Einen entsprechenden Veranstaltungskalender hat sie bereits zusammengestellt.


Neue Öffnungszeiten

Und noch etwas müssen sich die Gäste des Gasthofes Goldener Löwe merken: neue Öffnungszeiten. "Da Volker montags und dienstags, wenn die Gaststube zuhat, in der Brauerei sehr eingespannt ist, bleibt für die Familie wenig Zeit. Deshalb haben wir uns darauf geeinigt, dass der Sonntag ganz der Familie gehört. Zumindest solange die Kinder noch klein sind", erklärt Nicole Först.

Das bedeutet: Die Gaststube ist künftig am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag geöffnet. Dann wird es auch die Traditionsveranstaltungen wie Bockbierfeste, Genusstage und das Wirtshaussingen wieder geben. "Und ein paar Überraschungen habe ich noch in der Hinterhand", lächelt die "Först Lady" des Hauses, Nicole.
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