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Region  // Forchheim

Internet

Fränkischer Wahlkampf im Web

Wie agieren die Kandidaten vor den Wahlen im Netz? Thorsten Glauber (FW) will den Menschen durch das Medium sichtbar machen, Michael Hofmann (CSU) fremdelt noch, holt aber auf zu Sebastian Körber von der FDP.
Die fränkischen Gesichter aus dem Wahlkampf sind auch im Internet auf Facebook & Co. präsent. Grafik: Franziska Schäfer
 
von NIKOLAS PELKE
Die Plakate pfeifen es von jeder Straßenecke: Wahlkampfzeit! Politiker versuchen aber nicht nur mit öffentlichen Auftritten und Wahlplakaten für sich zu werben. Auch im Internet wollen die Kandidaten für die bevorstehenden Landtags- (15. September) und Bundestagswahlen (22. September) möglichst viele Stimmen für sich gewinnen.

Online-Kampagnen sind deshalb fester Bestandteil der aktuellen Wahlkampf-Kampagnen, behaupten zumindest die Bamberger Politikwissenschaftler Andreas Jungherr und Harald Schoen. Die beiden Forscher aus Franken haben den aktuellen wissenschaftlichen Stand zum Thema "Internet im Wahlkampf" zusammengefasst.

"Spätestens seit Barack Obamas erfolgreicher, in Medien und Öffentlichkeit vielbeachteter Online-Kampagne vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl 2008 ist das Internet aus dem Repertoire von Wahlkämpfern kaum mehr wegzudenken, auch in Deutschland", schreiben die Autoren in ihrer aktuellen Studie "Das Internet in Wahlkämpfen", die im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung entstanden ist.

Fränkischer Wahlkampf im Web

Dass das Internet als Wahlkampf-Instrument auch bei den fränkischen Kandidaten angekommen ist, zeigt ein Blick in das derzeit angesagte soziale Online-Netzwerk Facebook. Der Forchheimer CSU-Direktkandidat tritt dort mit dem paradigmatischen Namen "Michael Hofmann in den Landtag" an.

Hofmann ärgert sich online

Hier postet der Kandidat die neusten Fotos und Videos von seinen aktuellen Wahlkampf-Auftritten. In anderen Einträgen kommentiert Hofmann auf Facebook aktuelle Ereignisse: "Ich hab so was von die Schnauze voll, wenn ich das lesen muss", schreibt er neben der Meldung über eine Schlägerbande aus Fürth, die dort ihr Unwesen getrieben hat.

Zur konkreten Nachricht erfährt der User gleichzeitig etwas über die politische Haltung des Kandidaten zum kontrovers diskutierten Thema Videoüberwachung. "Auch wenn wir damit nicht alle Gewalttäter erwischen, aber das schreit nach mehr Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen, falls die Täter nicht anderweitig identifiziert werden können. Und wir müssen uns überlegen, was wir mit solchen Typen machen", postet Hofmann an seine Facebook-Pinnwand.

Die Resonanz der Netzgemeinde auf seine Einträge ist bislang aber noch relativ gering. Lediglich 90 "Gefällt mir"-Angaben kann die Facebook-Seite "Michael Hofmann in den Landtag" (Stand: Montag, 18.30 Uhr) vorweisen. "Da ich kein amtierender Abgeordneter bin, sind die zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen für einen professionellen Internet-Wahlkampf sehr begrenzt", sagt Hofmann. Das Online-Angebot runde die reale Präsenz bei den Menschen ab. "Ich schätze am Internet sehr, dass viele Menschen unkompliziert mit uns in Kontakt treten können", sagt Hofmann, der mit www.hofmann-waehlen.de freilich auch eine klassische Homepage im Internet betreibt.

Die drei Funktionen

Die Funktion des Internets für Wahlkampagnen unterteilen die zwei Politikwissenschaftler aus Bamberg übrigens in drei Bereiche: Erstens als Werkzeug, um die Sichtbarkeit des politischen Akteurs und seiner Themen zu erhöhen.

Zweitens sei das Internet eine Möglichkeit, um die Infrastruktur einer politischen Kampagne zu unterstützen. Und drittens ein Symbol für die politische Unterstützung der Anhänger - über die idealerweise dann in traditionellen Medien berichtet werde.

Der Kandidat auf allen Kanälen

Auch Thorsten Glauber von den Freien Wählern veröffentlicht gerne im Internet das, was klassische Medien von der Zeitung bis zum Fernsehen über ihn berichten. Auf Facebook gewährt Thorsten Glauber auch Einblicke hinter die Wahlkampf-Kulissen. Beispielsweise postet er ein Foto seines Vaters, Parteifreundes, amtierenden Landrates und Bezirkstagskandidaten, Reinhardt Glauber, beim Servieren von sechs stattlichen Tonkrügen der Elch-Brauerei aus Thuisbrunn.

"Facebook nutze ich als Kommunikationsmittel, aber auch als Medium, um den Menschen Thorsten Glauber vorzustellen", sagt der MdL und verweist auf die aktuelle Kampagnen-Homepage www.gemeinsam-fuer-den-landkreis.de mit vier anderen FW-Kandidaten. "Darüber haben Interessenten die Möglichkeit, direkt mit mir in Kontakt zu treten", sagt Glauber. Die bisher eingegangenen Fragen reichten von der Energiepolitik bis zu Jugendthemen.

Online-Offensive zum Endspurt

Auf seinen Seiten im Internet ist schon relativ viel Betrieb, aber Glauber kündigt noch mehr an. "Kurz vor der Wahl werde ich zusätzlich eine Videobotschaft mit den Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen auf die Webseite und auch auf Youtube einstellen."

Das klingt schon fast nach den Youtube-Botschaften der Kanzlerin. Der "Internet-Wahlkämpfer" schlechthin ist Glauber aber nicht. Den Titel hat sich wohl MdB Sebastian Körber (FDP) verdient, der erneut für die Liberalen an die Spree will. "Diese Präsenz im Netz hat kein anderer. Da bin ich schon Vorreiter.", sagt Körber, der nicht nur bei Facebook sondern auch beim Kurznachrichtendienst Twitter viele Freunde und Follower hat.

"Ich investiere viel Energie ins Internet. Gerade im Netz ist es möglich aufzuzeigen, dass ich mich für bestimmte Themen nicht erst im Wahljahr einsetze, sondern schon seit Längerem, etwa durch Verlinkungen zu älteren Beiträgen."


Diskutieren Sie online mit den Kandidaten!

Termin Am Mittwoch und Donnerstag, 28. und 29. August, haben wir die Direktkandidaten für die Landtagswahl am 15. September zu einer Online-Diskussion eingeladen. Auf der Facebook-Seite unserer Redaktion www.facebook.com/ftforchheim haben auch Sie, liebe Leser, ab 17 Uhr zwei Stunden lang die Gelegenheit, ihre Fragen und Anregungen an die Abgeordneten in spe zu richten.

Angebot Wer nicht auf Facebook oder im Internet unterwegs ist, kann seine Fragen gerne vorab per Mail (redaktion.forchheim@infranken.de, Betreff "Online-Diskussion") an uns schicken oder auch telefonisch durchgeben (09191-708847, werktags von 10 bis 15 Uhr). Auszüge aus der Diskussion werden wir auch in der Zeitung wiedergeben.

Mehr Infos zu Direktkandidaten für Landtag und Bundestag finden Sie unter wahlen.infranken.de!


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