Konzert

Fränkisch. Authentisch. Gut

Spritzigkeit, Frechheit und viel Musikalität sind die Zutaten, mit denen die Gruppe Haisd'ndaisd vomm mee beim Eggolsheimer Publikum punkten kann.
Haisd'ndaisd vomm mee heißen nicht nur ungewöhnlich, sie sind es auch. Foto: Alexander Hitschfel
 
von ALEXANDER HITSCHFEL
Mit ihrem Programm "Des is zum heuln" war die fränkische Volksmusik-Combo Haisd'ndaisd vomm mee in der Eggerbachhalle zu Gast. Sie überzeugte dort mit einer gehörigen Portion Spritzigkeit, Frechheit, Humor, aber auch mit traditioneller originärer fränkischer Volksmusik.
Wer zu einem Konzert von Haisd´ndaisd vomm mee geht, der weiß in der Regel, was ihn erwartet. Auf Hochdeutsch bedeutet der Name der Band so viel wie "Hüben und Drüben vom Main" gegeben.


Den Nagel auf den Kopf

Seit Jahren punkten die sechs Musiker mit einer gehörigen Portion fränkischer Rustikalität, aber auch mit viel Selbstironie. Auch wenn man gewiss nicht alles bierernst nehmen muss, was Haisd'ndaisd vomm mee so von sich gibt, trifft die Band mit ihren Liedern aber oft den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf.

Da wird darüber philosophiert, was man alles tun würde, wenn man Papst oder Bürgermeister wäre. Fast könnte man meinen, Haisd'ndaisd vomm mee zieht alles und jeden durch den Kakao. Die Band schreckt so auch die These auf, das Alte Testament sei garantiert von einer Frau geschrieben worden: weil es "viele unlogische Stellen" enthalte. Sie singen aber auch vom feschen Heiner, einem Dauer-Single, "Baujahr 1968", und versorgen ihr Publikum während des Liedes sogar mit einer Brise Schnupftabak.

Frauen, die behaupten würden, dass es keine perfekten Männer geben würde, hätten Unrecht, denn schließlich gebe es perfekte Männer an jeder Ecke. Deswegen habe der liebe Gott die Erde ja auch rund gemacht. Die sechs Mitglieder der fränkischen Boygroup sind allesamt versierte Musiker. Sie spielen gleich mehrere Instrumente und immer wieder stechen in den einzelnen Liedern die einzelnen Bandmitglieder mit wunderschönen und klangvollen Soli auf den verschiedensten Instrumenten hervor.


Routinierter Auftritt

Dann abrupter Themenwechsel: Es ging um das Thema "Wahlen". "Wenn Gott gewollt hätte, dass wir alle wählen gingen, dann hätte er uns die passenden Kandidaten geschickt", lachen die Musiker.
Nach einer rund 20-minütigen Pause ging die zweite Programmhälfte mit schönen Instrumentalsoli los. Mit einer "Schatzonie", einem Potpourri mit Liedern in denen der Begriff "Schatz" vorkommt, ging es weiter.
In Eggolsheim beschäftigten sich die sechs Musiker ferner auch mit "überflüssigen", aber auch "interessanten" Fragen. Was passiere beispielsweise wenn eine 18-Jährige eine Geschichtscreme benutzt, die 20 Jahre jünger macht? "Ist sie dann in Lebensgefahr?".

Lied für Lied spulte Haisd'ndaisd vomm mee ihr Programm routiniert herunter, dem Publikum gefiel es. Kein Wunder also, dass das Publikum am offiziellen Ende des Programmes noch lange nicht genug hatte und mit "Zugabe"-Rufen eine Draufgabe einforderten. Haisd'ndaisd vomm mee ist wie ein Eulenspiegel, welcher de Gesellschaft den Spiegel vorhält und damit die Dinge anspricht, wie sie sind. Authentisch. Fränkisch. Gut.
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