Forchheim
Kultur

Forchheimer Ralf Schmitt ist König der Improvisation

Spontaneitäts-Trainer, Moderator und Impro-Comedian: Der gebürtige Forchheimer Ralf Schmitt ist Alleskönner, wenn es um das Thema Flexibilität geht.
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Improvisations-Trainer Ralf Schmitt vor seiner alten Schule, dem Herder-Gymnasium.  Foto: Maximilian Glas
Improvisations-Trainer Ralf Schmitt vor seiner alten Schule, dem Herder-Gymnasium. Foto: Maximilian Glas
Als Ralf Schmitt im März mal wieder seine Heimat Forchheim besuchte, schlenderte er auch durch die Gänge seiner alten Schule. "Ich war mal im Sekretariat und wollte schauen, welche Lehrer noch da sind", erzählte der 41-Jährige, der vor 20 Jahren das Gymnasium verließ - ohne Abitur. "Ich bin durchs Mathe-Abi gefallen, mir hat ein Punkt gefehlt."

Die Hochschulreife machte er später am Bamberger E.T.A. Hoffmann-Gymnasium nach. Bei seinem Besuch im März begegnete er auch Studiendirektor Siegfried Reck. Als dieser einige Tage später die Vita von Schmitt im Internet nachgelesen hatte, schrieb er ihn sofort an, ob er denn nicht mal einen Vortrag am Herder-Gymnasium halten möchte. "Ich habe sofort zugesagt, weil ich es für eine gute Idee hielt", sagte Ralf Schmitt und fügt lächelnd hinzu: "Im Nachhinein war ich mir nicht mehr so sicher, immerhin sitzen ehemalige Lehrer und Klassenkameraden im Publikum."

Spontaneität ist für Ralf Schmitt eine Lebensphilosophie. Seit 15 Jahren moderiert er Vorstandskonferenzen und Galas für große Unternehmen wie BMW oder die Deutsche Bahn. Als Trainer für Spontaneität tourt er mit seiner Impro-Show durch Deutschland und erklärt in Workshops die Geheimzutaten für mehr Flexibilität im Leben - eine große Portion Humor immer inklusive. Vor Kurzem hat Schmitt einen Vortrag beim TÜV Süd gehalten. "Ich habe gesagt, erlauben Sie sich Fehler und genießen Sie diese auch mal", erzählte er. "Das kam am Anfang nicht so gut an. 200 Ingenieure saßen mit verschränkten Armen vor mir. Einer meldete sich und fragte, sie wissen aber schon, wo Sie hier sind?"

Der richtige Umgang mit Fehlern und die Tücken des "Ja-Sagens" waren zwei Themen, die Ralf Schmitt am Dienstagabend bei seinem Vortrag am Herder-Gymnasium ansprach. "Ich bin ja bereits fast überall aufgetreten, aber der Vortrag hier, an meiner alten Schule, ist etwas Besonderes. Ich bin sehr aufgeregt", sagte Schmitt einige Stunden vor dem Auftritt.

Seine Reden sollen als Inspiration angesehen werden. "Ich werde mit meinen Vorträgen die Welt nicht verändern, ich möchte Impulse setzen und Ideen aufzeigen, in welche Richtungen es gehen kann", erklärt er. Eine feste Berufsbezeichnung gibt er sich nicht. "Ich kümmer' mich darum, dass die Menschen flexibler im Kopf werden, das ist mein Motto." Ursprünglich sollte er wie seine Eltern und seine Schwester Lehrer werden. "Nein, ich war einfach ein grottenschlechter Schüler. Und heute sehe ich mich mit meiner Aufgabe zumindest als ein passables Mitglied der Gesellschaft an."



Wer ist Ralf Schmitt?


Anfänge Der 41-jährige Ralf Schmitt ist gebürtiger Forchheimer, seine Eltern leben heute noch in Reuth. Er besuchte das Herder-Gymnasium und lernte die Grundlagen seines Berufs in der Impro-Theatergruppe.

Impro-Profi Nach dem Abitur studierte er Pädagogik in Hamburg und wurde Mitglied des Improtheaters Steife Brise. Seit 15 Jahren moderiert Schmitt Großveranstaltungen und Galas. In Workshops lernt er die Kunst, aus dem Bauch heraus zu handeln und erklärt die Zutaten für mehr Spontaneität. Er ist Autor von mehreren Büchern, unter anderem des Bestsellers "Ich bin total spontan, wenn man mir Bescheid gibt". red
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