Gößweinstein
Training

Feuerwehr Gößweinstein übt mit Fahrsimulator für den Notfall

Die Feuerwehr Gößweinstein hat sich einen Fahrsimulator ausgeliehen. Er imitiert den Stress und die Hektik eines Einsatzes.
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Marco Hoffmann, Marcel Zweck und Fabian Müller (von rechts) von der Feuerwehr Gößweinstein trainieren am Fahrsimulator, um im Notfall Stress und Hektik gewohnt zu sein. Foto: Andreas Schmitt
Marco Hoffmann, Marcel Zweck und Fabian Müller (von rechts) von der Feuerwehr Gößweinstein trainieren am Fahrsimulator, um im Notfall Stress und Hektik gewohnt zu sein. Foto: Andreas Schmitt
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Das Blaulicht blinkt ununterbrochen in der Dunkelheit, warnt während der rasanten Fahrt Fußgänger und Autofahrer. Ein Funkspruch der Leitstelle jagt den nächsten und die Sirene des Martinshorns jault lautstark durch einen Winterabend, der wenige Momente vorher noch so idyllisch ruhig gewesen war.

Dann kam er, der Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Gößweinstein. "Zimmerbrand im ersten Obergeschoss, mehrere Personen in Gefahr." Und die Hektik eines Einsatzes, bei dem es auf jede Sekunde ankommt, der Fahrer aber dennoch kühlen Kopf bewahren muss, begann.


Training der Ausnahmesituation

"Martinshorn, Funk, Blaulicht und Zeitdruck zusammen sorgen für eine besondere Situation. Das muss man trainieren", sagt Feuerwehr-Kommandant Marcel Zweck.

Denn dieser Einsatz ist kein Notfall, es handelt sich um eine Übung. Mit einem Fahrsimulator der Feuerwehr aus dem mittelfränkischen Neustadt/Aisch, den sich die Gößweinsteiner für einige Wochen ausgeliehen haben.

"Ein toller Weg, um sich für den Notfall im Alltag fit zu machen", sagt Gruppenführer Marco Hoffmann, der das Fahrzeug an diesem Abend lenkt. Neben ihm gibt Kommandant Marcel Zweck gerade eine Erhöhung der Alarmstufe weiter. Die Leitstelle wird vom zweiten Kommandant Fabian Müller imitiert, der hinter dem Simulationsfahrzeug steht und von dort aus die Technik steuert.


Das Funken ernst nehmen

"Das Wohnhaus ist in Vollbrand, wir brauchen eine dritte Drehleiter", funkt Marcel Zweck. "Leitstelle hat verstanden, wird alarmiert", antwortet Fabian Müller. So geht das die ganze Zeit. "Das Funken bedeutet für den Fahrer Stress, den er sonst nicht kennt", erklärt Marcel Zweck, warum es wichtig ist, die Sache ernst zu nehmen.

Jeder der 54 aktiven Gößweinsteiner Feuerwehrleute, so wünscht sich der Kommandant, soll mindestens einmal am Simulator das Fahren und auch das Funken üben. Ein Notfall richte sich schließlich nicht danach, wer gerade Bereitschaft hat. "Das muss jeder können", sagt Zweck, dessen Kontakt zu einem Neustadter Kameraden die Ausleihe ins Rollen brachte.

"Während eines Zugführerlehrgangs hat er mir vom Simulator erzählt", sagt Zweck. Die Feuerwehr aus dem Aischgrund hat ihn selbst gebaut und programmiert. Die Grundlage: Ein Landwirtschaftssimulator, in dem der Traktor durch ein Feuerwehrauto ersetzt wurde.

"Ein großes Dankeschön an die Kollegen", sagt Zweck. Er und seine Kollegen brachten den Simulator kurz nach dem Jahreswechsel in einer nicht ganz einfachen Fahrt nach Gößweinstein. Marco Hoffmann: "Wir haben ihn auf einen Hänger mit Unterbau verladen und einige Spannnetze eingesetzt. Das Wetter war schlecht und einmal mussten wir auch anhalten, weil sich etwas gelockert hatte."


Einige Wochen Übungszeit

Jetzt aber steht der Simulator einige Wochen lang in der Gößweinsteiner Feuerwehrhalle. Die Landschaft wird mittels eines Beamers auf eine Leinwand übertragen und am Rande von Veranstaltungen gibt es die Möglichkeiten, mit dem Fahrzeug für den Notfall zu üben.

"Wir sind froh, dass wir uns so professionell für unsere neuen Aufgaben fit machen können", sagt Marcel Zweck. Denn ab März soll die Wehr einen Defibrillator erhalten und könnte dadurch künftig zu mehr Einsätzen gerufen werden. Außerdem wird seit Januar im Kreis Forchheim einheitlich digital gefunkt, was ebenfalls geübt werden muss.

"Der Simulator wird angenommen", sagt Zweck - und wird sofort bestätigt. "So ein Schmarrn", frotzelt ein Kollege ironisch, der gerade in die Halle kommt. Doch es dauert nicht lange: Dann steigt er ein und ist begeistert.
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