lokale Nachrichten aus Bamberg Coburg Kulmbach Forchheim Haßberge Erlangen-Höchstadt Kronach Rhön Grabfeld Schweinfurt Bayreuth Kitzingen Bad Kissingen

Club-Trainer und Baskets-Coach im Gespräch

Michael Wiesinger und Chris Fleming gaben in Forchheim Einblicke in ihre Arbeit. Der Trainer des 1. FC Nürnberg und der Chefcoach der Brose Baskets Bamberg sprachen über ihre Art zu motivieren.
Chris Fleming (links), Basketball-Coach der Brose Baskets Bamberg, und Michael Wiesinger (rechts), Fußballtrainer des 1. FC Nürnberg, sprachen beim "Kamingespräch" über das Thema Motivation mit Moderator Michael Ehlers.  Foto: Alexander Hitschfel
 
Mit dem Head-Coach der Brose Baskets aus Bamberg, Chris Fleming, und dem Fußballtrainer des 1. FC Nürnberg, Michael Wiesinger, waren bei der Veranstaltungsreihe "Kamingespräche" nicht nur zwei Profisportler, sondern auch erfolgreiche "Profimotivatoren" zu Gast. Sie sprachen über das Thema "Motivation" im Veranstaltungssaal der Vereinigen Raiffeisenbanken Forchheim.

Parallelen im Lebenslauf

Wiesinger übernahm zu Jahresbeginn mit dem bis dahin als Co-Trainer fungierenden Armin Reutershahn als Trainergespann die Bundesligaelf der Nürnberger, nachdem zuvor Vorgänger Dieter Hecking zum VfL Wolfsburg gewechselt war.

Der Head-Coach der Bamberger Brose Baskets, Chris Fleming, spielte in den USA 1980ern Basketball in den USA. 1994 kam er nach Deutschland und spielte sechs Jahre lang bei den Artland Dragons, die er auch nach seinem Karriereende im Jahr 2000 als Trainer übernahm. Einen weiteren Erfolg für sich konnte er verbuchen, als er Quakenbrück 2002/2003 in die Basketball-Bundesliga führte. 2008 unterschrieb er einen Vertrag bei den Brose Baskets in Bamberg.

Bei der Talkrunde, die Michael Ehlers moderierte, stellten sich bei Fleming und Wiesinger im Gespräch doch Parallelen, angefangen von der Jugend bis hin zur Karriere, heraus.

"Ich bin in einem 3000-Einwohner-Dorf aufgewachsen und ich habe während die anderen mit 16 oder 17 Jahren in die Dorf-Disco gegangen sind, hart für meinen Erfolg gearbeitet", erzählt Wiesinger.

Mit 19 Jahren schaffte Wiesinger den Sprung in die Bundesliga-Elf des Clubs. Auch Chris Fleming musste hart für seine Profikarriere im Basketball arbeiten. Eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Protagonisten, die auch fast gleich alt sind, zeigte sich in der Einstellung und im Umgang mit persönlichen Niederlagen. Sowohl Fleming als auch Wiesinger haben Niederlagen - wie sie selbst sagten - mit harter Arbeit wieder wettgemacht. "Ich war oftmals bei Niederlagen sehr ungerecht meiner Familie gegenüber und habe sie an meinen Misserfolgen teilhaben lassen", so Wiesinger.

Warum sind beide Trainer in ihrer Arbeit so erfolgreich? Was ist das Geheimrezept? Kommunikation ist hier das Schlüsselwort. Wiesinger rede unheimlich viel mit seinen Spielern. Aber: "Kommunikation gerade bei Kritik kostet Zeit und Energie; Lob ist einfacher", sagt Wiesinger. Genau diese Zeit nimmt er sich für jeden in seiner Mannschaft, für Stamm- wie auch für die Ersatzspieler. Ähnlich praktiziert es Fleming.

Verschiedene Techniken

Wie lange dauert es bis ein Spieler in eine Mannschaft integriert ist? "Das ist unterschiedlich je nach Spielertyp", so Wiesinger. Dabei sei es nicht immer einfach, gemeinsame Trainingseinheiten mit dem gesamten Spielerkader durchzuführen. Oft verlassen die Spieler ihren "Arbeitsplatz" in Richtung Heimat. Eine für Außenstehende zweiwöchige Vorbereitungszeit, schrumpfe so effektiv auf drei Tage mit dem gesamten Kader.

Wie führt man als Coach aber richtig? Wie motiviert man seine Spieler? "Verschiedene Spielertypen müssen unterschiedlich motiviert werden", erzählt Chris Fleming. "Den einen kann man mit einem Zeitungsartikel im Spind motivieren, ein anderer reagiert nur auf positives Feedback", so Fleming. Die Kunst ist es, herauszufinden, wie man seine Spieler motivieren kann.

Nach dem Spiel ist bekanntlich vor dem Spiel und deswegen analysieren beide Trainer - unmittelbar nach dem Spiel - das Erreichte. "Zwei Stunden nach dem Schlusspfiff liegen mir Bildsequenzen vor, die ich für eine Spielanalyse heranziehen kann. Das Feedback für die Spieler gibt es in Wort und Bild. "Dann wird die Kritik von den Spielern besser akzeptiert", verrät Wiesinger. Wie wird ein Kader geplant, wie finden sich Neuzugänge? Während sich beim Nürnberger Club eine Scouting-Abteilung aus zehn Personen um die Planung und um Kandidaten für Neuverpflichtungen kümmert, die sich in ganz Europa umschauen, gibt es in Bamberg nur einen Scouting-Director.

Und wie wird mit Fehlern umgegangen? Wenn der Einsatz stimmt, dürfe man auch Fehler machen, sind sich beide Profimotivatoren einig. "Eine gewisse Härte gehört zum Trainerjob nun mal dazu", so Chris Fleming. Die Weisheit: Ein Tritt in den Hintern ist auch ein Schritt nach vorne, ist auch für die Profitrainer in wohldosierter Form immer noch ein aktuelles Führungsmittel.






Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Kommentieren


Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)

Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:  *
gewünschtes Passwort:  *
Wiederholung Passwort:  *
E-Mail:  *
Anrede:
Frau Herr  
Vorname:
Nachname:
* Ich bin mit der Netiquette einverstanden
Ich möchte mir exklusive Leservorteile nicht entgehen lassen und gestatte der Mediengruppe Oberfranken – Zeitungsverlage GmbH & Co. KG und deren verbundenen Unternehmen mir auch nach Ablauf des Abonnements telefonisch und per E-Mail Vorteilsangebote zu unterbreiten. Meine Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen.
Community
Ich möchte kommentieren und eigene Leserbeiträge verfassen Ich möchte nicht kommentieren und keine eigene Leserbeiträge verfassen  


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Wieviel ist 10 x 5: