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Rechtsextremismus

"Bündnisse gegen Rechts" warnen in Forchheim vor Neonazis

Auf einem Treffen der "Bündnisse gegen Rechts" in Forchheim wurden auch Vorwürfe gegen den AfD-Kreisvorsitzenden laut. Der wehrt sich dagegen.
Günter Pierdzig Foto: cos
 
Ludwig Preusch vom Forchheimer Bündnis "Bunt statt Braun", welches zu dem Treffen eingeladen hatte, griff den Vorsitzenden des AfD-Kreisverbandes Forchheim, Constantin Frodl aus Hausen, scharf an. Frodl habe sich in der Presse immer von der neonazistischen Szene distanziert und jetzt würden dem Bündnis Bilder vorliegen, die dem AfD-Kreisvorsitzenden bei einer Nazi-Demo am 30. Januar in Bamberg zeigen würden, so Preusch.


Reaktion

Angesprochen auf die Vorwürfe von Preusch reagiert Frodl erbost. Er sei diesbezüglich noch nie auf einer Demo gewesen und auch nicht auf der von Preusch angesprochenen Bamberger Veranstaltung. "Ich bin Demokrat und halte mich an Gesetze", sagt Frodl. Es gäbe eine "braune Grenze", die er nicht überschreite. Nachdem diese öffentliche Behauptung jeglicher Grundlage entbehre, werde er gegen Preusch Strafanzeige erstatten, kündigte Frodl an.


Das Bündnistreffen

Günter Pierdzig lud am Samstag Vertreter aller zivilen "Bündnisse gegen Rechts" zu dem Nordbayrischen Bündnistreffen. Im Nebensaal einer Forchheimer Gaststätte zeigte Hauptreferent, der Journalist Jonas Miller vom Bayerischen Rundfunk (BR), anhand von Daten und Bilddokumentationen eine erschreckende Bilanz der "braunen" Aktivitäten in Franken, zur Zeit mit Schwerpunkt Oberfranken.

Im Auftrag des BR stellte Jonas Miller gemeinsam mit Ernst Eisenbichler die Bildergalerie "Rechte Köpfe in Bayern" ins Netz. Genau darum geht es den zivilen Bündnissen gegen Rechts, dass man die Gewalt-Aktivisten nicht mehr im Verborgenen agieren lässt. Denn manch einer dieser Menschenrecht-Verletzer bekleidet Ämter in Banken, Politik, Schulen und Ausbildungsstätten.

Die vier wichtigsten Tagesordnungspunkte des Bündnistreffens: rechte Namen und Köpfe, Beobachtungen zur rechten Szene und zur Flüchtlingsszenerie in der Region sowie Berichte aus den Bündnissen.


Die Querverbindungen

Schonungslos berichtete Jonas Miller über die Querverbindungen der einzelnen "braunen" Parteien und deren Gewaltaktionen in jüngster Zeit. Er verwies auf Irrtümer, wenn man meine, die ein oder andere Nazi-Partei sei enttarnt und aufgelöst. Vielmehr treten dieselben Leute in neuen Gruppierungen, unter geändertem Parteinamen, im selben oder nur wenige Kilometer von ihrem Hauptstützpunkt entfernt wieder in gewaltbereite Aktion, zum Beispiel statt "Freies Netz Süd" nun eben "Der Dritte Weg".

Der BR-Journalist stellte in den Vordergrund, dass Gruppierungen von der Regierung verboten und bei Razzien aufgelöst würden, jedoch die Neonazis immer wieder Anschluss an andere Gruppierungen suchten, wenn es die justiziare Beobachtung nicht zulasse, eine neue Partei zu gründen.

Was also tun, um dem braunen Mob entgegenzutreten? Gewalt und Unrecht nicht mehr im Verborgenen lassen, Zivilcourage zeigen, wachsam bleiben. Bürgerwehren gründen, sozusagen Gewalt gegen Gewalt, sei keine Option, hieß es in Forchheim. Bündnisse gründen schon. Denn durch Meinungsaustausch und Gemeinsamkeit entstehe Stärke.

Günter Pierdzig, der Gastgeber der Versammlung, ist einer der aktiven Antifaschisten in Bamberg. Er ist örtlicher Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA). Als Antifaschist ist er überall dabei, wo die NPD und andere Neonazis in Franken demonstrieren wollten. Außerdem ist er Mitglied im Bürgerforum Gräfenberg.

Als "Insider" warnt Pierdzig auch vor Anti-Antifa: "Feinaufklärung gegen Links." Ihr Ziel: Einschüchterung und Bekämpfung von Gegendemonstranten. Zunächst fotographieren und filmen diese Leute Gegendemonstranten, um die Bilder für Steckbriefe und fingierte Todesanzeigen zu benutzen. Sie schrecken auch nicht vor Verleumderbriefen an Arbeitgeber zurück.


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