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Tourismus

Tag der Brennereien: Brände, Geiste und Destillate

Der Verein "Rund ums Walberla" lud am Sonntag zum 14. Mal zum Tag der Brennereien ein.
Flüssiges Obst ist beim "Tag der Brennereien" begehrt.  Fotos: Franz Galster
 
von FRANZ GALSTER
Destillat, Vorlauf, Mittellauf, Nachlauf. Viele Fachausdrücke schwirren durch den Raum der BrennereiReichold in Ortspitz. Gerhard Reichold versucht am "Tag der Brennereien" den Hunderten von Gästen die Kunst des Schnapsbrennens und die Herstellung von Edellikören zu erläutern.

Aufmerksam hören ihm viele Besucher zu. Sie sind bereits am frühen Vormittag unterwegs, um den Tag der offenen Brennereien und Brauereien zu genießen. Die Idee dazu hatte vor 14 Jahren Ernst Jürgen Dahlmann. Nun wird sie vom Tourismusverein "Rund ums Walberla" weitergeführt.


14 Brennereien

14 Brennereien zwischen Gosberg, Thuisbrunn und Pretzfeld nehmen daran teil. Dazu drei Brauereien. "Ich hatte schon Bedenken, dass bei den vielen sonstigen Veranstaltungen in der Region nicht so viele Menschen kommen", befürchtete Michaela Engelhardt aus Weingarts. Sie habe bei der Verpflegung vorsichtig disponiert, freut sich aber umso mehr, dass so viele Besucher gekommen waren, um die Premiere von Nikl's Gin No.1 mitzuerleben. Hergestellt wurde der Gin mit eigenem Wacholder, einem Teil Rosmarin und Ananas-Salbei für das Fruchtige.

Verstimmt waren die Brenner ursprünglich wegen des gleichzeitig in Forchheim stattfindenden "Food truck". Sie betrachteten dieses Veranstaltung als "unnötige Konkurrenz". Alle Befürchtungen erwiesen sich letztlich als gegenstandslos. Der Himmel schickte das schönste Herbstwetter. Die Gäste genossen das Wandern durch die herrliche Natur.

Die Veranstaltung hat sich längst als feste Größe etabliert. Die Organisatoren haben gelernt, mit den Besuchermassen umzugehen. Meist bleiben die Autos vor Ort auf einem Parkareal, so dass die Dorfzentren mehr den Fußgängern gehören. Oder sie kommen mit dem Zug nach Forchheim, so wie Sabrina und Florian aus Uttenreuth und sein Bruder aus Coburg. Von Forchheim aus funktioniert der speziell eingerichtete Linienbus zu den Zielorten einwandfrei, wenn auch nicht immer ganz pünktlich. Alle Orte sind regelrecht überfüllt, so wie Mittelehrenbach. Dort kommt einem im Anwesen der Brennerei Singer Rainer Koch aus Reckendorf bei Bamberg entgegen mit zwei leckeren fränkischen Schäuferla für Ehefrau Claudia und Tochter Clarissa. Das ist ihre zweite Station. Sie werden von Bekannten aus Igensdorf begleitet, die ihnen den Tipp gegeben hatten.

Der Biolandhof Willibald Schmidt und die Obstbrennerei Waldenhof stehen noch auf dem Plan. Hier testen lustige Frauen aus Oberehrenbach gerade einen edlen Klaren. Ihre Männer haben derweil die Aufgabe, auf die zusammen neun Kinder aufzupassen. Gelebte Emanzipation!


"Just wonderful"

Andere Besucher kommen mit dem Zug in Gosberg oder Pretzfeld an, finden beim Nikl-Bräu oder der Edelbrennerei Haas erstklassige Adressen. Von Gosberg, mit Zwischenstopp bei der Edelbrennerei Heilmann führt sie der Fuß- und Radweg ideal weiter nach Dobenreuth zur Brennerei Lang oder nach Weingarts. Voll bis auf den letzten Platz erweist sich hier der Feesenhof mit Obsthof und Edelbrennerei. Neben einer tadellosen Verpflegung für das leibliche Wohl, wie wir es auf allen Höfen finden, hat der Besucher die Wahl, 18 Apfelsorten und acht Birnensorten zu testen.

Aufmerksam hört Rick Robinson aus Indiana, USA, den Ausführungen von Georg Beutner zu. Er ist wohl mit seiner Frau Carol der am weitesten angereiste Besucher zum "Franconian Octoberfest", wie er es lächelnd betitelt. Eine Verwandte aus Hetzles leistet Übersetzungshilfe. Hetzles, bemerkt er nebenbei, ist "just wonderful". Ein Ort, wo man Bäcker und Metzger findet. Das gibt es so in seiner Heimat nicht. Seine vierte Reise nach Deutschland ist nicht seine letzte.


Es gibt einfach alles

"Du kriegst hier einfach alles beim Tag der Brennerein", schwärmt Hans aus Rödlas, der mit seiner Schwester Elisabeth hier ist. "Essen, Trinken, Obst und man lernt dazu noch Feinheiten vom Brennen", sagt er und hebt sein Glas Charlemagner zum Toast in die strahlende Herbstsonne.

Auf den Punkt bringt es eine Gruppe aus Rettern, die sich als begeisterte Brennerei-Besucher outen. "Die Produkte von Brennereien und Brauereien rund um das Walberla, dazu das herzhaft fränkische Essen sind Kulturgut unserer fränkischen Heimat. Das möchten wir nicht missen. Wir hoffen, dass auch das vernünftige Preisniveau künftig für den normalen Besucher so erhalten bleibt", sagen sie.
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