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Region  // Forchheim

Auftritt

Bernhard Essig erklärt in Eggolsheim Sprichwörter

Weshalb bezeichnet man Falschmeldungen als "Ente"? Und was hat es mit dem "Tod von Forchheim" auf sich? In der Eggolsheim klären Bernhard Essig und Franz Tröger ihre Besucher mit viel Humor auf.
Franz Tröger (l.) und Bernhard Essig in Eggolsheim  Foto: Elisabeth Görner
 
von ELISABETH GÖRNER
Einer der von Bernhard Essig selbst verfassten Refrains fasste den Abend in der Eggolsheimer Kulturscheune gut zusammen: "Ja,ja, die Redensart gehört zur Lebensart!"
Der promovierte Germanist, Historiker, Autor und Entertainer hat sich auf das Sammeln und Erläutern von Redensarten und Sprichwörtern spezialisiert. Gemeinsam mit dem Pianisten und Theatermusiker Franz Tröger macht Essig daraus gleichermaßen lehrreiche wie humorvolle Veranstaltungen.

Melodien auf Lochstreifen

Ihre gestreiften Hemden, die Streifzüge durch die Sprache und schließlich auch Franz Trögers Lochstreifen für seine Spieluhr den zunächst etwas stutzig machenden Namen, unter dem die beiden auftreten: "Die Streifenhörnchen".
T
röger, der als musikalischer Tausendsassa und Multiinstrumentalist bekannt ist, komponiert tatsächlich Melodien die für Spieluhr, die er eigenhändig und direkt mit einer Lochzange in entsprechende Streifen stanzt.
Mit einer solchen leisen, lieblich-romatischen Spieluhr-Melodie weckten die beiden Akteure, die sich ohne irgendein Wort auf die Bühne geschlichen hatten, sofort die volle Aufmerksamkeit des zahlreich erschienen Publikums. Anschließend rang Essig den Redewendungen, Sprich- und auch einfachen Wörtern viele interessante und humorvolle Beobachtungen ab.

Komplimente an die Frau

Was zum Beispiel hat das Verb "Putzen" mit einem Kerzendocht zu tun? Essigs Erklärung geht so: Der "Butz", das überstehende, schon angebrannte Stück des Dochtes, das abgeschnitten werden muss, hat nach der Verhärtung des weichen Anfangslauts zu dem Wort für das Reinigen und Saubermachen geführt.
Deshalb degradiere ein Mann seine Frau, die er mit "Putzi" anredet, nicht zur Putzfrau, sondern lege in diesen Kosenamen etwas vom "Bibabutzemann" hinein, einem lebendig-drolligen Wesen.

Warum spricht man von einer "Ente", wenn es um eine Falschmeldung geht? Der Reformator Martin Luther hat demnach katholische Legenden für "Lugenden" gehalten - also für Lug und Trug. Diese Bedeutung - mit einer anderen Schreibweise natürlich - habe sich bis heute gehalten. In einem andern Fall beschäftigt sich Essig mit dem Ausspruch "Du siehst ja aus wie der Tod von Forchheim", den man einem blass aussehenden Menschen an den Kopf werfen könne. In Analogie zu dem schon früher gebrauchten Ausdruck "Tod von Altötting" hängt diese Wendung laut Essig mit der Belagerung von Forchheim zur Pestzeit zusammen.

Drastisch und ebenfalls ur-fränkisch ist der Ausdruck "Hast Du einen Gänsarsch gegessen?" - Das ziele gegen Menschen, die ihr Gegenüber mit eher inhaltsdünne Reden belästigen.
Da Gänsen nun mal auch das Hinterteil auf- und zugeht und anschließend recht Dünnflüssiges herauskommt, lässt sich dieser Vergleich laut Essig nachvollziehen.

Die Sache mit den Enten

Einen ähnlich unappetitlichen Hintergrund hat die Bemerkung "Du gehst aus wie zum Hennagreifen!". Das bedeutet laut Essig so viel wie den Versuch, ohne das notwendige Handwerkszeug eine Arbeit beginnen zu wollen.
Hühnerhalter, denen es zu mühsam ist, überall nach Eiern zu suchen, können die Eiablage überprüfen, indem sie die Kloake des Huhns mit dem Finger befingern: Das ist mit dem "Hennagreifen" gemeint.



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