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Bürgerpreis

Beim Bürgerpreis Forchheim gab es Fränkisch von Anfängern zu hören

Der Abend der Bürgerpreisverleihung bewies: Es wird honoriert, wenn man sich für andere Mitmenschen in der Gesellschaft einsetzt.
Mohamad, Nur und Aatef führten bei der Verleihung des Bürgerpreises einen Sketch auf. Foto: Pauline Lindner
 
von PAULINE LINDNER
Seit 2002 verleiht die Sparkasse zusammen mit einem Kuratorium den Bürgerpreis für besonderes ehrenamtliches Engagement. Der diesjährige Festakt wurde durch ein kleines Theaterstück bereichert. Denn der Fleck Verein, der mit Sitz in Eckental sich um die Betreuung von Flüchtlingen in diesem Raum angenommen hat, brachte einige seiner Sprachschüler mit. "Allmächd, Forschainkondroll", hieß es dann aus dem Mund von Mohamad, Nur und Aatef.

Der Verein mit seinem Vorsitzenden Henning Hoffmann, der in der Kategorie Alltagshelfer ausgezeichnet wurde, hat 180 Mitglieder, davon 80 Aktive, die vor allem Sprachhilfe und Begleitung bei Alltagsproblemen für rund 250 Flüchtlinge kümmert. "Ohne Fleck könnte ich kein Deutsch", betonte der 21-jährige Syrer Delshad Ali, der im Herbst eine Ausbildung zum IT-Elektroniker begonnen hat.


Inklusion wird gelebt

Aatef Abo Oun wandte sich an alle, "die Angst haben und vor uns erschrocken sind". Er hob heraus, dass sie alle vor Unsicherheit, Gewalt und Krieg geflohen seien. "Vorher hätte keiner von uns daran gedacht, Syrien zu verlassen." Manch einer träume von einer Rückkehr. Er selbst wolle nun durch seine Arbeit Deutschland unterstützen, wie es uns zurzeit unterstützt. "Bitte habt keine Vorurteile."

Auch bei der Kategorie "U(nter) 21" wurde ein junger Mann ausgezeichnet, der sich ebenfalls in der Hilfe für Flüchtlinge engagiert: Sebastian Reck. Er gehört zu den ständigen Helfern für die Menschen, die in der Unterkunft Alte Post der Awo leben. Vor gut einem Jahr, so der hauptamtliche Sozialarbeiter der Awo, Ralph Himmer, kam, um mitzuhelfen. Inzwischen hat er zwei feste Patenschaften übernommen - für eine sechsköpfige Familie und einen schwerbehinderten Syrer.

Dem konnte er helfen, einen Schwerbehindertenausweis und ein künstliches Auge zu bekommen. Reck schlüpfte neben vielem anderen auch in die Nikolaus-Rolle. "Er ist inzwischen selbst schon zum Experten geworden, den ich um Rat frage", bekannte der Laudator. Gerade beim jugendlichen Alter von 20 Jahren hält Himmer das für "außergewöhnlich". Die dritte Auszeichnung, des mit je 1000 Euro dotierten Bürgerpreises ging an den Arzt Rolf-Christian Platzek für sein Lebenswerk. Über 30 Jahre hat er sich für die Lebenshilfe Forchheim eingesetzt und war seit 1982 bis vor Kurzem deren Vorsitzender.

Wie sein Nachfolger in diesem Amt, Landrat Herrmann Ulm, hervorhob, hat Platzek die 50 Jahre des Bestehens entscheidend geprägt und die Lebenshilfe als Dienstleister für Behinderte und ihrer Angehörige sowie als Partner und Berater für Politik und Ämter etabliert. "Wir sind stolz, Sie in unseren Reihen zu haben", schloss Ulm. Nicht damit er einmal einen Preis bekomme, so Platzek in seinen Dankesworten, habe er begonnen. Als Vater einer Tochter mit Downsyndrom sei er "so reingerutscht".

Zu einem Zeitpunkt, als betroffene Eltern mehr Mitsprache im Vorstand der Lebenshilfe wünschten. "Eine ganz harmlose Entwicklung", umschrieb er die Folgezeit. Und: "Integration wir heute gelebt." Ganz selbstverständlich kaufen die Betreuten der Lebenshilfe in Läden ein oder trinken einen Kaffee in der Stadt. "Das war zu Beginn nicht so. Die Furcht der Gesunden war viel größer."
So sehr Platzek den Inklusionsgedanken begrüßt, warnte er aber vor überzogenen Hoffnungen. "Gerade bei uns sind viele Menschen so eingeschränkt, dass es für sie schwierig ist, daran teilzunehmen."
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