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Erinnerung

Auch Tankstellen sind Zeitzeugen

Die Anzahl der Tankstellen schrumpft. Viele der ehemaligen Zapfsäulen-Anlagen, wie etwa in Ebermannstadt verschwinden.
Die Tankstelle Brendel in Behringersmühle wurde 1926 eröffnet.  Fotos/Repro: Josef Hofbauer
 
von JOSEF HOFBAUER
"Tradition verpflichtet!" Das behauptete mal ein dänischer Spirituosen-Hersteller. Doch auch Herbert Brendel aus Behringersmühle, Inhaber eines Autohauses und einer Tankstelle, lebt diese Werbebotschaft. Seine Tankstelle wurde im vergangenen Jahr 90 Jahre alt.
In einem Aktenordner hat er die ersten Quittungen über Benzin-Lieferungen aus dem Jahr 1926, ausgestellt von der Deutsch-Amerikanischen Petroleumgesellschaft, aufgehoben. Die Tankstelle in Behringersmühle, damals unmittelbar an der Bundesstraße, die mitten durch den Ort verlief, war eine der ersten in der ganzen Region. Bilder beweisen: Bis heute hat sich das Aussehen der Tankstelle nur unwesentlich verändert. Zumindest seit Ende der 60er Jahre, als aus Gasolin Aral wurde, haben sich nur die Farben der beiden Zapfsäulen geändert, und der Treibstoff-Lieferant.
Die Tankstelle Göller am "Oberen Tor" in Ebermannstadt dagegen wurde vor wenigen Wochen abgerissen. Die Initiative der gebürtigen Ebermannstadterin Angela Scholz, die das Bauwerk aus den 50er-Jahren als Zeugnis der Architektur der Zeit des Wirtschaftswunders gerne unter Denkmalschutz gesehen hätte, kam zu spät. Der Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege in Memmelsdorf, Christian Dümler, verwies darauf, dass ein rechtskräftiger Bebauungsplan für das Gebiet existiere. Die Tankstelle durfte plattgemacht werden.


Im Interesse der Allgemeinheit

Doch wann sind solche Bauten schützenswert? Dazu erklärt Pressesprecherin Dorothee Ott vom Landesamt für Denkmalpflege in München: "Denkmäler sind vom Menschen geschaffene Dinge, deren Erhaltung aufgrund ihrer historischen, künstlerischen, städtebaulichen, wissenschaftlichen oder volkskundlichen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit liegt. Erfüllt ein Gebäude diese Kriterien, ist es ein Denkmal - ganz unabhängig davon, ob es offiziell in die Denkmalliste eingetragen ist oder nicht."
Ott gibt aber auch zu bedenken: "Die Denkmalliste ist eine Momentaufnahme, die laufend aktualisiert wird." Der Denkmal-Atlas zeige jeweils nur den tagesaktuellen Stand. Hinzu komme: Es gibt nur 15 Referenten, die sich um Bau- und Bodendenkmäler in Bayern kümmern sollen. Personalbedingt könne das eine oder andere Objekt schon mal übersehen werden.
Während das weitere Schicksal der ehemaligen Aral-Tankstelle an der Ecke Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße/Äußere Nürnberger Straße in Forchheim oder der längst aufgelassenen Tankstelle in Effeltrich in der Baiersdorfer Straße im Dunkeln liegt, steht die ehemalige "Caltex"-Tank-Kraft Station (später Texaco, dann Shell) in der Erlenstegenstraße 39 in Nürnberg unter Denkmalschutz. Typisch für das 1958 im Stile des Hannoveraner Architekten Walter Hämer errichtete Bauwerk ist die weit auskragende Spannbetonkonstruktion.
Die 13 Meter langen Kragarme sind an den Fußpunkten über zwei Meter breit und verjüngen sich nach oben hin bis auf 20 Zentimeter. Das Besondere dieser aufwändigen Konstruktion: Es gibt keine Säulen, die die Sicht auf die Tankstelle oder die Fahrbahn behindern könnten. Derzeit ist die Tankstelle aber geschlossen.
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