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Berühmtester Sohn der Stadt (5)

Von São Paulo bis zum Rio São Francisco

Auf der Strecke zwischen São Paulo und dem Rio São Francisco erlebten Spix und Martius einige der beeindruckendsten Momente ihrer Brasilien-Expedition.
Auf der Strecke zwischen São Paulo und dem Rio São Francisco erlebten Spix und Martius einige der beeindruckendsten Momente während ihrer Brasilien-Expedition. Auf der Repro einer Seite des originalen Spix- Reiseatlas stehen die Forscher an einem Vogelteich am Rio São Francisco. Repro: Sabrina Ruhmann
 
Während ihrer Reise durch Brasilien erlebten der Münchner Zoologe Spix und sein Begleiter Martius extreme Bedingungen - von starkem Regen, der das Vorankommen fast unmöglich machte, bis zu quälendem Durst in der Trockenheit. Dazwischen aber gab es immer wieder Etappen, in denen sie sich in paradiesischen Gegenden wiederfanden.

So kommt Spix regelrecht ins Schwärmen, als er das gebirgige Gebiet beschreibt, das sie kurz nach der Regenzeit und nach ihrem Aufenthalt in São Paulo erreichten: "Aus den dunklen, tief liegenden Urwäldern in diese freien, offenen Gefilde versetzt, wie ganz anders wird es dem Reisenden zu Mute! Hier, auf den heiteren und friedlichen Höhen verstummen die lauten Kinder des Waldes; hier vernimmt man nicht mehr das Geheul der in Herden versammelten Affen, das immer lärmende Geschrei zahlloser Papageien, Pirolen und Tukane, das fernschallende Klopfen der Spechte, die metallisch klingenden Töne der Uraponga, die vollen Laute der Pipren, das Rufen der Hoccos, Jaciis usw..

Umso häufiger summen still gleich Bienen die Kolibris an blumenreichen Stauden, bunte Schmetterlinge flattern um die rieselnden Quellen [...]."

Seine Sammlung konnte Spix hier um viele Bock- und Prachtkäfer sowie Kolibris erweitern.



Seltene Einblicke

Durch Glück erhielten die beiden Naturforscher Zugang zum Diamantendistrikt, dessen Schönheit Spix ebenfalls tief beeindruckte. "Fast scheint es, als hätte die Natur zur Geburtsstätte jener edelsten Steine auch die herrlichste Campos-Gegend ausgewählt und sie mit dem Schmucke des schönsten Pflanzenflors ausgestattet."

Aufgrund des hohen Diamantenaufkommens stand das heutige Diamantina noch bis 1845 unter direkter Verwaltung der Krone. Kurz nachdem die deutschen Wissenschaftler das Gebiet besucht hatten, sperrte der König den bedeutenden Diamantenfundort für Ausländer.

Spix und Martius, die als Gäste bei einem deutschsprachigen Intendanten lebten, durften sogar die hart arbeitenden Sklaven besuchen, die hofften, einen besonders großen Diamanten zu finden, da sie dann zur Belohnung in die Freiheit entlassen wurden.


Jagdpause am Rio São Francisco

Der Weg führte die beiden ruhelosen Reisenden weiter über Contendas - ein fruchtbares Gebiet, das vor allem für die Herstellung von Wachs und Honig bekannt ist und wo Spix und Martius die sehr kleine, stachellose Jatai-Biene beobachten konnte - bis zum Rio São Franci sco, die Lebensader des trockenen Nordostens.

Auch hier kamen die Wissenschaftler immer wieder ins Staunen, wie zum Beispiel an einem besonders schönen Vogelteich. "Hier herrschte endloses Geschnatter, Geschrei und Gezwitscher der mannigfaltigsten Vögelgeschlechter, und je länger wir das seltsame Schauspiel betrachteten, worin die Tiere mit aller ihnen innewohnenden Selbstständigkeit und Lebendigkeit allein die Rollen ausfüllten, um so weniger konnten wir es über uns gewinnen, durch einen feindseligen Schuss die Behaglichkeit dieses Naturzustandes zu stören." Beim Anblick der beeindruckenden Szene verging dem ehrgeizigen Naturforscher sogar die Lust auf die Jagd, die damals noch ein wichtiges Hilfsmittel darstellte.

Nicht nur Vögel, sondern auch gefährliche Tiere wie Schlangen und Raubkatzen konnten so der Sammlung hinzugefügt werden.
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